Gitarre: Pentatonik G-Dur E-Moll Form

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In dieser Lektion soll die wohl beliebteste Pentatonik vom E-Moll-Typ (bzw. G-Dur-Typ) gelernt werden.

Pentatonic Typ G Em.svg

Die Ziffern hier im Diagramm orientieren sich an den Intervallen einer Dur-Tonleiter.

1 = Grundton 2 = gr. Sekunde 3 = Durterz
5 = Quinte 6 = gr. Sexte  

Von der Durtonleiter wird die Molltonleiter abgeleitet. Der Grundton der Molltonleiter beginnt also mit der hier eingegrauten 6. Diese Ableitung ist viel einfacher zu lernen, als sich mit den großen und kleinen Intervallen herumschlagen zu müssen. Die korrekte Intervallbezeichnung der Moll-Pentatonik sieht man zwar unten, aber um den Fingersatz zu lernen reicht es, sich nur an der Dur-Pentatonik zu orientieren.

Anstelle mit der Pentatonik in irgendeinem Bund anzufangen, möchte ich etwas weiter ausholen. Dieses mag im Anfang vielleicht etwas umständlich erscheinen, vor allem weil man noch nicht genau weiß, worum es eigentlich geht, aber das muss man einfach mal in Kauf nehmen. Wie bei einem normalen Unterricht, wo mir der Schüler direkt gegenüber sitzt, wird sich der A-Ha-Effekt mit Sicherheit bald einstellen.

An Akkorden orientieren[Bearbeiten]

Um die Pentatonik von der G-Dur bzw. Em-Typ genauer zu untersuchen, schieben wir sie ganz einfach mal an den Anfang des Griffbrettes, wo wir noch die leeren Saiten mit ausnutzen können.

Pentatonic G Em GABDE.svg

In dieser Pentatonik sind zwei Akkorde versteckt, die du auch ohne die Beschriftung sehr leicht herausfinden kannst. Du solltest ohne große Mühe die Töne des G-Dur-Akkord und die Töne des Em-Akkord finden. Du wirst keine anderen Dur- oder Moll-Akkorde mit dem Tonmaterial bilden können als nur die beiden Akkorde G und Em.

Zuerst eine Wiederholung:

  Wo befinden sich die
Grundtöne von G-Dur?
Wo befinden sich die
Grundtöne von Em?
Akkord Crd G.svg Crd Em.svg
Grundton-
schema
Crd Typ G.svg Crd Typ EF.svg


Dass E-Moll die Moll-Parallele von G-Dur ist, das wurde schon im Folkdiplom besprochen. Sollte man es noch nicht wissen, dann sollte man es jetzt lernen! Hier macht sich dieses Wissen bezahlt. Im übrigen kannst Du das auch im Buch "Musiktheorie" unter "Der Quintenzirkel" nachschlagen, denn er ist die theoretische Grundlage der Moll- und Dur-Parallelen. Du siehst jetzt anhand der Pentatonik zumindest mal einen Grund, warum man bei G und Em von Parallelen spricht. Denn die beiden Akkorde tauchen zusammen in einer Pentatonik auf, aber keine anderen Dur- oder Moll-Akkorde.

Nachdem man weiß, wo die Grundtöne des einzelnen Akkord sind, hat man auch einen Anhaltspunkt, wo die Grundtöne einer Pentatonik sind.

Attention green.svg

Merke
Die Grundtöne einer Pentatonik sind genau da, wo die Grundtöne des gleichnamigen (Barré-) Akkordes sind.


Das muss man sich wirklich ganz genau merken. Wenn man den Zusammenhang zwischen Akkordbildern und Pentatoniken herstellen kann, dann wird das Lernen und das Anwenden der Pentatonik viel einfacher. Profi-Solisten machen das nicht anders. Sie sehen eine Skala niemals allein. Akkordtöne sind immer eine "Untermenge" der Skala und können hervorragend zur Orientierung dienen!

Mit einer Pentatonik improvisiert man meist über Akkorde. Man kann aber oft auch mit nur einer Pentatonik über ein ganzes Stück (bei dem die Akkorde wechseln) improvisieren. Der Bezugspunkt ist die Tonart des Stückes. Meist ist das der Akkord, mit dem auch das Stück anfängt, und/oder endet. Und damit hätte man wieder einen Akkord, an dem man sich orientieren kann. Der Grundton des Stückes und der Grundton des gleichnamigen Grundakkords sind ebenfalls der Grundton der gleichnamigen Pentatonik.

  • Die Grundtöne einer  G-Dur-Pentatonik sind genau da, wo auch die Grundtöne eines G-Dur-Akkords sind.
  • Die Grundtöne einer E-Moll-Pentatonik sind genau da, wo auch die Grundtöne eines E-Moll-Akkords sind.
  • Alle Akkordtöne eines G-Dur-Akkordes (G-H-D) und alle Akkordtöne eines Em-Akkordes (E-G-H) kommen sowohl in einer G-Dur- als auch in einer E-Moll-Pentatonik vor.
Crd G.svg Crd Em.svg
Pentatonic Chord Form G.svg Pentatonic Chord Form Em.svg

Vier Akkordtöne und noch einer[Bearbeiten]

Vielleicht ist noch aus der Schule hängengeblieben, dass die Tonart C-Dur (C D E F G A H C) und ihre Moll-Parallele A-Moll (A H C D E F G) (natürliches Moll) dieselben Töne haben. Ebenso haben auch die G-Dur- und Em-Pentatonik dieselben Töne.

In der G-Dur- bzw. in der Em-Pentatonik sind alle Akkordtöne vom G-Dur-Akkord und E-Moll-Akkord enthalten.

  • Töne vom G-Dur-Akkord: G + B + D [1]
  • Töne vom Em-Akkord: E + G + B

Mit den Akkordtönen von G-Dur (G-H-D) und E-Moll (E-G-H) hat man demnach schon vier Töne der Pentatonik (E-G-H-D). Es fehlt noch ein Ton (und zwar „A") und die Pentatonik ist vollständig. A ist von G(Dur) aus gesehen eine große Sekunde (2) bzw. eine große None(9). Vgl. den Akkord Gadd9. Ebenso kann man den Ton auch vom E(Moll) aus bestimmen. Von „E" aus gezählt wäre das „A" die Quarte (vgl. Esus4).

Die rein formale Bildung einer Pentatonik könnte man also auch so beschreiben.

Akkordtöne von Dur + Moll (Parallelen) + Dur-Sekunde (bzw. Moll-Quarte)

Noch kürzer könnte man die Pentatonik über einen einzigen Akkord ableiten:

G-Dur-Pentatonik ≘ Gadd6/add9 (Gadd6/add9) bzw. E-Moll-Pentatonik ≘ Em7/add4 ( = Em7/add11)

Wer zum ersten mal eine Pentatonik lernt, für den wird es eine große Hilfe sein, dass er sich an den Akkorden orientieren kann, und schon einen Teil der Töne, die in der Pentatonik vorkommen, benennen kann. Zudem kann man mit den Akkordbildern im Hinterkopf auch leicht die Grundtöne der Pentatonik bestimmen.

Von den einfachen Akkorden zum Barré[Bearbeiten]

Den E-Moll-Akkord hast du schon öfter als Barré-Akkord quer über das Griffbrett geschoben. Ich hoffe ja nicht, dass du nur ein Quereinsteiger bist, und noch nichts von Barré-Akkorden weißt. Falls doch, dann empfehle ich dir, dass du dich zuerst mal mit den Barré-Akkorden beschäftigst, die in den ersten Lektionen des Rockdiploms gezeigt werden. Dann verstehst du die Zusammenhänge viel besser.

Crd Form Em.svg
  • 1.Bund = Fm
  • 2.Bund = F#m
  • 3.Bund = Gm
  • 4.Bund = G#m
  • 5.Bund = Am

Weniger bekannt ist, dass man auch den G-Dur-Akkord als Barré-Akkord transponieren kann.

Crd Form G.svg Variation 1
|-x-|---|---|<K>|
|-Z-|---|---|---|
|-Z-|---|---|---|
|<Z>|---|---|---|
|---|---|---|---|
|---|---|---|---|
Variation 2
|-x-|---|---|---|
|-Z-|---|---|-K-|
|-Z-|---|---|---|
|<Z>|---|---|---|
|(Z)|---|-R-|---|
|-x-|---|---|---|
  • 1.Bund = G#/Ab
  • 2.Bund = A
  • 3.Bund = A#/Bb
  • 4.Bund = B
  • 5.Bund = C

Jedoch kommt dieser Barré-Akkord in der Grundform wie er im ersten Bild gezeigt wird, nur selten zum Einsatz. In der Praxis verkürzt man diesen Akkord um ein paar Töne, damit man ihn besser in die Finger bekommt.

Die erste Variation wird beispielsweise im Intro von "Stairway to haven" als dritter Akkord gespielt (G-Typ im 5. Bund = C-Dur)

die ersten vier Takte des Intros von Stairway to Haven
                      G-Typ
                      5.Bund
|-------5-:-7-----7-|-8-----8-:-2-----2-|
|-----5---:---5-----|---5-----:---3-----|
|---5-----:-----5---|-----5---:-----2---|
|-7-------:-6-------|-5-------:-4-------|
|---------:---------|---------:---------|
|---------:---------|---------:---------|

Auch die Variante mit nur den mittleren Saiten wird öfter mal beim Picking eingesetzt.

OK, man muss diesen Akkord für die Pentatonik nicht unbedingt greifen können. Es reicht, wenn man weiß, wo die Töne des G-Typs normalerweise hinkommen. Du musst nur die Positionen der Akkordtöne im Hinterkopf hat.

Jetzt kommt der Trick...
Eine Pentatonik kann man genau so verschieben (transponieren) wie einen Barré-Akkord. Dabei heißt dann die Pentatonik genau so, wie der entsprechende Barré-Akkord.

Crd Form G.svg Pentatonic Typ G Em.svgCrd Form Em.svg

"G-Dur-Typ" bzw. "E-Moll-Typ" besagt hier nur, dass die Pentatonik (bzw. die Akkorde) genau so aussehen wie die G-Dur- bzw. E-Moll-Pentatonik ganz am Anfang des Griffbrettes, nur dass diese eben in den entsprechenden Bund verschoben wurde. Stelle es dir so vor als ob du die Em-/G-Pentatonik von oben wie mit einem Capo einfach in den entsprechenden Bund verschoben hättest.

Nebenbei erkennt man in der Pentatonik auch die Fingersätze wieder, die wir ganz am Anfang geübt hatten.

Scala 3 5-6 1.svg und Scala 2 3-5 6-1 2.svg
Dass der Fingersatz der oberen E-Saite genau so aussehen muss, wie die untere Saite, dass dürfte recht einfach sein. Und so braucht man tatsächlich nur die beiden bekannten Fingersätze für die Pentatonik.
Beispiel
Verschiebe den Barré-Akkord vom E-Moll-Typ einfach in den 5. Bund. Man erhält den Akkord A-Moll. Eine Pentatonik vom E-Moll-Typ, die genau wie der Barré-Akkord in den 5. Bund geschoben wird ist ebenfalls eine A-Moll-Pentatonik.
Praxis
Man kann sich jetzt z.B. Lieder heraussuchen, die in C-Dur bzw. in A-Moll geschrieben sind. Beispiele wären: Child in Time (von Deep Purple) oder das schon erwähnte Stairway to Heaven (von Led Zepplin).

Die erste und wohl einfachste Grundregel beim Improvisieren mit einer Pentatonik lautet:

Attention green.svg

Merke
Zu Stücken kann (oft) mit der Pentatonik improvisiert werden, in der auch das ganze Stück steht.
Beispiel
Das Stück steht in der Tonart Em, also kann ich über das ganze Stück (meist) mit der Em-Pentatonik improvisieren.

Wiederholung[Bearbeiten]

Man möchte über ein Lied, dass in A-Moll steht mit einer Pentatonik Improvisieren.

  • Dazu finde man heraus, wo sich der entsprechende Barré-Akkord befindet
Hier Akkord vom Em-Typ im 5. Bund = Am-Akkord
||---|---|---|---|(Z)|---|---|---|
||---|---|---|---|-Z-|---|---|---|
||---|---|---|---|-Z-|---|---|---|
||---|---|---|---|-Z-|---|(K)|---|
||---|---|---|---|-Z-|---|-R-|---|
||---|---|---|---|(Z)|---|---|---|
  • Sobald man den Barré-Akkord hat, weiß man auch wo die Pentatonik hinkommt.
Hier Pentatonic vom Em-Typ im 5. Bund = Am-Pentatonic
||---|---|---|---|(Z)|---|---|-K-|
||---|---|---|---|-Z-|---|---|-K-|
||---|---|---|---|-Z-|---|-R-|---|
||---|---|---|---|-Z-|---|(R)|---|
||---|---|---|---|-Z-|---|-R-|---|
||---|---|---|---|(Z)|---|---|-K-| 
  • Man spiele einzelne Töne der Am-Pentatonik zu den entsprechenden Stücken.

Pentatonik-Namen[Bearbeiten]

Eine Pentatonik kann zwei Namen haben. Entweder leitet sich der Name der Pentatonik von einem Dur-Akkord oder einer Durtonart ab, oder der Name leitet sich von einem Moll-Akkord bzw. einer Molltonleiter ab. Es kommt also darauf an, über welchen Akkord wir gerade mit unserer Pentatonik improvisieren wollen, bzw. in welcher Tonleiter das Lied steht, bei der wir die Pentatonik anwenden wollen.

Attention green.svg

Merke
Der Name einer Pentatonik leitet sich von dem gerade vorherrschenden Akkord, oder von der gerade gespielten Tonart ab.


Obwohl wir uns für eine bestimmte Dur- oder deren Mollparallele entscheiden müssen, lohnt es sich beide Akkordbilder im Hinterkopf zu behalten, und deren Akkordtöne für die Orientierung auf dem Griffbrett zu nutzen. Sollte man jetzt aber ein Lied in G-Dur haben, bei dem man eine Zeit lang den E-Moll-Akkord spielt, wie nennt man dann die Pentatonik? Das ist Jacke wie Hose! In dem besonderen Fall kann man die Pentatonik nennen, wie man lustig ist. Eine Besonderheit gibt es noch bei Bluesstücken zu beachten, aber das heben wir uns für etwas später auf.

Qsicon inArbeit.png
To-Do:

Lektionen bzw. Übungen für die Pentatoniken müssen noch geschrieben werden.

Welche Töne spielt man?[Bearbeiten]

Hier hilft wirklich nur drauf loszuspielen. Einfach herumexperimentieren. Man kann sich ein wenig an den Grundtönen und den Akkordtönen orientieren, und dann einfach wild die Pentatonik rauf und runter herumzududeln. Dann kann man sich auch eine Zeit lang nur auf zwei bis drei Saiten konzentrieren, damit man den Bewegungsablauf in die Finger bekommt.

Am besten nimmt man sich für den Anfang gar nicht erst vor, dass sich das Ganze nach irgend etwas tollem anhören soll. Das kommt erst mit der Zeit. Sollte doch schon was Gutes dabei raus kommen: Prima, Glück gehabt. Aber das sollte für das erste Herumexperimentieren nicht das primäre Ziel sein. Wichtiger ist für die erste Zeit, den Fingersatz in die Finger zu bekommen. Rhythmus und Variationen kommen später dran.

Weiteres Beispiel

Eine Pentatonik in F#m

      F#m                    F#m/A-Dur-Pentatonik              A-Dur
||---|(Z)|---|---|---| ===> ||---|(Z)|---|---|<K>| <=== ||---|-Z-|---|---|<K>|
||---|-Z-|---|---|---| ===> ||---|-Z-|---|---|-K-| <=== ||---|-Z-|---|---|---| 
||---|-Z-|---|---|---| ===> ||---|-Z-|---|-R-|---| <=== ||---|<Z>|---|---|---| 
||---|<Z>|---|(K)|---| ===> ||---|<Z>|---|(R)|---| <=== ||---|-Z-|---|---|---| 
||---|-Z-|---|-R-|---| ===> ||---|-Z-|---|-R-|---| <=== ||---|-Z-|---|-R-|---|    
||---|(Z)|---|---|---| ===> ||---|(Z)|---|---|<K>| <=== ||---|-Z-|---|---|<K>|
     Em-Akkordtyp        Pentatonik vom Em/G-Dur-Typ         G-Dur-Akkordtyp

F#m ist als Barree-Akkord im 2. Bund allgemein bekannt. Nur dass man A-Dur auch als G-Dur-Typ im zweiten Bund Greifen kann das wird den meisten wohl noch neu sein.

      A-Dur            A-Dur mit noch einem hohen A
||---|---|---|---|---| ||---|-Z-|---|---|<K>|
||---|-R-|---|---|---| ||---|-Z-|---|---|---| 
||---|<M>|---|---|---| ||---|<Z>|---|---|---| 
||---|-Z-|---|---|---| ||---|-Z-|---|---|---| 
||---|---|---|---|---| ||---|---|---|---|---|    
||---|---|---|---|---| ||---|---|---|---|---|
                      A-Dur als ein verkürzter G-Dur-Typ im 2.Bund

Mit dem selben Fingersatz, den man oben bei den Stücken in C-Dur verwendet hat, kann man also ebenso Stücke in F#m oder auch in A-Dur begleiten.

Wenn man erst einmal die Verbindung zwischen den Akkordtypen und den Pentatoniken durchschaut hat, dann wird alles viel einfacher.

Tipp:[Bearbeiten]

Wenn man sich etwas mit den Barré-Akkorden vom E-Moll-Typ auskennt, dann findet man extrem leicht die gleichnamige Pentatonik vom E-Moll-Typ. Man kann für den Anfang den Barré-Akkord spielen. Ein zwei Schläge oder auch einen ganzen Takt genügen. Dann kann man z.B. mit dem Zeigefinger auf der E-Saite anfangen (da liegt der Zeigefinger ja schon auf dem richtigen Platz). Ebenso kann man mit dem Ringfinger auf der A-Saite beginnen, da auch dieser schon auf dem richtigen Platz ist.

Verwendung[Bearbeiten]

Diese Pentatonik von der G-/Em-Form wird hauptsächlich dort eingesetzt, wo auch ein Akkord vom E-Moll-Typ hinpassen würde.

Übungsbeispiel

Man kann ja mal versuchen mit der A-Moll Pentatonik (5. Bund) über folgendes Stück zu Improvisieren:


  1. Da die Bilder aus internationalen Quellen stammen, wurde auch die englische Bezeichnung „B“ für den Ton „H“ gewählt.
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