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Aufgaben zu Teilfolgen, Häufungspunkte und Cauchy-Folgen – „Mathe für Nicht-Freaks“

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Aufgaben zu Teilfolgen

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Aufgabe (Teilfolgen der e-Folge)

  1. Berechne den Grenzwert limn(1+1n2)n2
  2. Berechne den Grenzwert limn(1+12n)n
  3. Berechne mit Hilfe von 1. den Grenzwert limn(1+1n2)n

Lösung (Teilfolgen der e-Folge)

Teilaufgabe 1: Für (an)=((1+1n)n) gilt: limnan=e. Damit gilt auch für die Teilfolge (ak2)k:

limkak2=limk(1+1k2)k2=limn(1+1n2)n2=e

Teilaufgabe 2: Es gilt

(1+12n)n=(1+12n)2n12=((1+12n)2n)12=(1+12n)2n

Nun ist (a2n)=((1+12n)2n) ebenfalls eine Teilfolge der Folge (an) aus Teilaufgabe 1. Also gilt: limna2n=limn(1+12n)2n=e. Mit der Rechenregeln für Grenzwerte gilt daher

limn(1+12n)2n=limn(1+12n)2n=limne

Teilaufgabe 3: Für (bn)=((1+1n2)n) gilt: bn=an2n mit der Folge (an2)=((1+1n2)n2) aus Teilaufgabe 1.

Wegen limnan2=e ist (an2) nach oben beschränkt, d.h. es gibt ein M>0 (sogar M>1) mit an2M für alle n. Daher ist (bn) nach oben durch Mn beschränkt. Es gilt sogar

1bn=(1+1n2)nMn

Wegen limnMn=1 folgt mit dem Sandwichsatz

limkbn=limn(1+1n2)n=1

Aufgaben zu Häufungspunkten

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Aufgabe (Häufungspunkte)

Bestimme alle Häufungspunkte der Folgen (an)n,(bn)n mit an=12n+(1)n und bn=(1+(1)nn)n.

Wie kommt man auf den Beweis? (Häufungspunkte)

  • Zu (an): Der vordere Teil der Folge 12n konvergiert gegen 0, daher konvergiert auch jede Teilfolge von dieser gegen 0. Der hintere Teil, also die Folge (1)n, alterniert zwischen 1 und 1. Er hat also die Häufungspunkte 1 und 1.
  • Zu (bn): Für gerade n ist (bn) gleich einer Teilfolge der e-Folge (1+1n)n, für ungerade n eine Teilfolge der Folge (11n)n, die gegen 1e konvergiert.

Lösung (Häufungspunkte)

  • Es gilt a2k=122k+(1)2k=14k+1k0+1=1. Also hat (an) den Häufungspunkt 1.

Außerdem gilt a2k1=122k1+(1)2k1=24k11k01=1. Also hat (an) den Häufungspunkt 1.

Weitere Häufungspunkte besitzt (an) nicht, da alle anderen Teilfolgen entweder divergieren, oder ebenfalls gegen 1 oder 1 konvergieren.

  • Es gilt b2k=(1+12k)2kke, da (1+1n)nne. Also hat (bn) den Häufungspunkt e.

Außerdem ist b2k+1=(112k+1)2k+1k1e, da (11n)nn1e. Also hat (bn) den Häufungspunkt 1e

Weitere Häufungspunkte besitzt (bn) nicht, da alle anderen Teilfolgen entweder divergieren, oder ebenfalls gegen e oder 1e konvergieren.

Aufgaben zu Lim inf und Lim sup

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Aufgabe (Lim inf und Lim sup)

Bestimme für die Folgen (an)n,(bn)n mit an=(32+(1)n)n und bn={2+13nfür n=3k,3+n+2nfür n=3k+1,3für n=3k+2 den Limes inferior und den Limes superior.

Wie kommt man auf den Beweis? (Lim inf und Lim sup)

  • Zunächst untersuchen wir (an) auf Beschränktheit. Wir erkennen, dass die Folge nach unten beschränkt und nach oben unbeschränkt ist. Also ist der Limes inferior gleich dem kleinsten Häufungspunkt der Folge. Diesen bestimmen wir über die Teilfolge mit den ungeraden Folgengliedern. Der Limes superior ist gleich , da die Folge nach oben unbeschränkt ist.
  • (bn) ist (nach oben und unten) beschränkt, da alle drei Teilfolgen (nach oben und unten) beschränkt sind. Für den Limes superior und Limes inferior von (bn) müssen wir nun die Grenzwerte der drei Teilfolgen bestimmen.

Lösung (Lim inf und Lim sup)

  • Zunächst gilt an0, da 32+(1)n0 ist. Also ist (an) nach unten beschränkt. lim infan ist daher gleich dem kleinsten Häufungswert von (an). Für die Teilfolge (a2k1) gilt
limka2k1=limk(32+(1)2k1)2k1=limk(321)2k1=limk(12)2k1=0

Also ist 0 ein Häufungspunkt von (an). Weitere Häufungspunkte hat die Folge nicht, da alle weiteren Teilfolgen ebenfalls gegen 0 konvergieren oder divergent sind. Somit ist lim infnan=0.

Alternative Lösung: Für (an)n gilt (b~k)k=(inf{an:nk})k=(0,0,0,0,), da die ungeraden Folgenglieder monoton gegen 0 fallen. Daher ist lim infnan=limkbk=0

Für n=2k gilt

a2k=(32+(1)2k)2k=(32+1)2k=(52)2k=(254)k

Nach einer Folgerung zum Archimedischen Axiom gibt es zu jedem S>0 ein k mit a2k=(254)k>S. Also ist (an) nach oben unbeschränkt, und daher lim supnan=.

  • Für die Folge (bn) gilt
b3k=2+133k=2+127kk2+0=2b3k+1=3+3k+33k+1=3+1+23k+1k4+0=4,b3k+2=3k3.

Also besitzt (bn) die Häufungspunkte 2,3 und 4. Weitere Häufungspunkte besitzt (bn) nicht. Außerdem ist (bn) beschränkt, da alle Teilfolgen beschränkt sind. Insgesamt erhalten wir lim infnbn=2 und lim supnbn=4.

Aufgabe (Lim inf und Lim sup 2)

  1. Sei (an)n eine Folge positiver reeller Zahlen. Zeige die Ungleichung
    lim infnan+1anlim infnannlim supnannlim supnan+1an
  2. Sei (an)n die Folge mit
    an={12n für n=2k1,13n für n=2k

    Berechne lim infnan+1an, lim infnann, lim supnann und lim supnan+1an.

  3. Folgere aus dem 1.Teil: Ist (an)n eine Folge positiver Zahlen mit limnan+1an=a, so gilt auch limnann=a.
  4. Beweise die Grenzwerte
    limn1n!n=0, limnnn!n=e  und limn(2nn)n=4

Lösung (Lim inf und Lim sup 2)

  1. Sei (an) eine positive Folge mit
    α=lim infan+1an,α=lim infann,β=lim supann,β=lim supan+1an

    Wir müssen die folgende Ungleichung zeigen:

    0ααββ

    Sei ohne Einschränkung α>0 und β<. Da nach Definition α der kleinste und β der größte Häufungswert der Folge (an+1an)n, gibt es zu jedem ε>0 (<α) ein m mit

    αε<ak+1ak<β+εkm

    Für ein beliebiges n mit n1m folgt nun durch (nm)-maliges Anwenden der Ungleichung für k=m,,n1:

    (αε)nm<am+1amam+2am+1an1an2anan1<(β+ε)nm

    Der Ausdruck in der Mitte ist nun ein Teleskopprodukt, bei dem nur der Nenner des ersten Faktors am und der Zähler des letzten Faktors an stehenbleiben. Alle anderen Terme kürzen sich gegenseitig weg:

    (αε)nm<anam<(β+ε)nm

    Multiplizieren wir diese Ungleichung mit am durch und ziehen anschließend die n-te Wurzel, so erhalten wir

    amn(αε)1mn<ann<amn(β+ε)1mn

    Für n konvergiert die linke Seite gegen αε und die rechte Seite gegen β+ε, wegen limnamn=1. Daher ist

    αεlim infann und lim supannβ+ε

    Da ε beliebig klein gewählt werden kann, folgt

    αα     und     ββ

    Da die Ungleichung αβ immer per Definition gilt, folgt die Behauptung.

    • Zunächst gilt für alle n: an+1an0, da Zähler und Nenner immer positiv sind. Also ist die Quotientenfolge (an+1an) nach unten durch null beschränkt. Ist nun n=2k1 ungerade und damit n+1=2k gerade, so folgt
    an+1an=a2ka2k1=132k122k1=22k132k=22k232k=124k9k=12(49)k0 für k

    Also gibt es eine Teilfolge der Quotientenfolge, die gegen null konvergiert, und somit ist lim infnan+1an=0

    • Ist umgekehrt n=2k gerade und damit n+1=2k+1 ungerade, so folgt
    an+1an=a2k+1a2k=122k+1132k=32k22k+1=32k222k=129k4k=12(94)k für k

    Also ist die Quotientenfolge nach oben unbeschränkt, und somit ist lim supnan+1an=

    • Ist n=2k1 ungerade, so folgt
    ann=a2k12k1=122k12k1=12

    und ebenso folgt für gerade n=2k

    ann=a2k2k=132k2k=13

    Also hat die Wurzelfolge die Häufungspunkte 12 und 13, und damit gilt

    lim infnann=13 und lim supnann=12
  2. Wegen limnan+1an=a gilt auch
    lim infnan+1an=lim supnan+1an=a

    Wegen der Ungleichung aus 1. und dem Der Sandwichsatz folgt

    lim infnann=lim supnann=a

    Daraus ergibt sich limnann=a.

  3. 1. Grenzwert: Setzen wir an=1n!, so gilt
    limnan+1an=limn1(n+1)!1n!=limnn!(n+1)!=limnn!(n+1)n!=limn1n+1=0

    Aus Teil 3. folgt limnann=limn1n!n=limn1n!n=0.

    2. Grenzwert: Hier setzen wir an=nnn!. Damit gilt

    limnan+1an=limn(n+1)n+1(n+1)!nnn!=limn(n+1)n+1n!nn(n+1)!=limn(n+1)n(n+1)n!nn(n+1)n!=limn(n+1)nnn=limn(n+1n)n=limn(1+1n)n=e

    Erneut mit Teil 3. folgt limnann=limnnnn!n=limnnn!n=e.

    3. Grenzwert: Hier setzen wir schließlich an=(2nn). Damit gilt

    limnan+1an=limn(2(n+1)n+1+1)(2nn)=limn(2n+2n)(2nn)=limn(2n+2)!(n+1)!(n+1)!(2n)!n!n!=limn(2n+2)!n!n!(2n)!(n+1)!(n+1)!=limn(2n+2)(2n+1)(2n)!n!n!(2n)!(n+1)n!(n+1)n!=limn(2n+2)(2n+1)(n+1)(n+1)=limn4n2+6n+2n2+2n+1=limn4+6n+2n21+2n+1n2=4+0+01+0+0=4

    Wieder mit Teil 3. folgt limnann=limn(2nn)n=4.

Hinweis

In diesem Beispiel aus Teil 2 gilt die Ungleichung aus Teil 1 in der 'scharfen' Variante:

lim infnan+1an<lim infnann<lim supnann<lim supnan+1an

Hinweis

Durch Übergang zum Kehrwert erhält man aus den Grenzwerten aus Teil 4 ebenso die Grenzwerte:

limnn!n=, limnn!nn=1e  und limn1(2nn)n=14

Aufgaben zu Cauchy-Folgen

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Aufgabe (Konvergenzkriterium für Folgen)

  1. Sei 0<q<1 und (an)n eine Folge reeller Zahlen mit |an+1an|q|anan1| für alle n. Zeige: Dann konvergiert die Folge (an)n.
  2. Seien a0=0,a1=1 und an+1=12(an+an1). Zeige, dass die Folge (an)n konvergiert, und berechne deren Grenzwert.

Lösung (Konvergenzkriterium für Folgen)

Teilaufgabe 1: Wir zeigen, dass (an) eine Cauchy-Folge ist. Nach dem Cauchy-Kriterium folgt daraus dann die Konvergenz. Aus der Voraussetzung folgt zunächst

|aj+1aj|q|ajaj1|q2|aj1aj2|qj|a1a0|.

Sind nun m,n und m>n, dann gibt es ein k mit m=n+k. Damit ist dann

|aman|=|an+kan|=|an+kan+k1+an+k1an+k2++an+2an+1+an+1an| verallgemeinerte Dreiecksungleichung|an+kan+k1|+|an+k1an+k2|++|an+2an+1|+|an+1an|=j=0k1|an+j+1an+j| Indexverschiebung=j=nn+k1|ajaj1|

Aus beiden Ungleichungen zusammen folgt

|aman|j=nn+k1|ajaj1|j=nn+k1qj|a1a0|=|a1a0|qnj=0k1qj geometrische Summenformel=|a1a0|qn1qk1q qk01qk1|a1a0|1qqn

Nach einer Folgerung zum Archimedischen Axiom gibt es nun zu jedem ϵ>0 ein N, so dass für alle n,mN gilt

|aman||a1a0|1qqn<ϵ

Also ist (an) eine Cauchy-Folge und damit konvergent.

Teilaufgabe 2: Für die Folge (an) gilt

|an+1an|=|12(an+an1)an|=|12an112an|=12|anan1|.

Mit q=12 ist das Kriterium aus Teilaufgabe 1 erfüllt, und (an) somit konvergent.

Der Grenzwert lässt sich nun wie folgt berechnen. Zunächst gilt analog zu oben, nur ohne die Beträge

an+1an=12(an+an1)an=12(an1an)=12(anan1).

durch n-maliges Anwenden dieser Gleichung ergibt sich

an+1an=(12)n(a1a0).

Damit erhalten wir nun

an+1a0=0=Teleskop-summek=0n(ak+1ak)=sieheobenk=0n(12)k(a1a0)=10=1=GeometrischeSummenformel1(12)n+11+12=1(12)n+132=23(1(12)n+1).

Mit den Rechenregeln für Grenzwerte folgt nun

limnan+1=limnan=limn23(1(12)n+1)=23(1limn(12)n+1)=23(10)=23