Elektrokardiographie: Praktische Auswertung des EKGs

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Wichtige Fragen bei der Auswertung eines Ruhe-EKGs[Bearbeiten]

Ein festes Schema hilft dabei, nichts zu vergessen. Wie überall in der Diagnostik steht die Deskription an erster Stelle (Bsp.: ST-Hebung in II,III, aVF), erst danach folgt die Interpretation (Bsp.: Zeichen eines frischen inferioren Hinterwandinfarkts).

Schema:

  1. Rhythmus
  2. Lagetyp
  3. Herzfrequenz
  4. Zeiten (P, PQ, QRS, QT)
  5. Morphologie und Amplituden:
    1. Form und Höhe der P-Wellen
    2. QRS-Komplexe:
      1. Q-Zacken
      2. Höhe und Form der QRS-Komplexe, Hypertrophiezeichen
      3. R-Progression in den BWA
      4. RS-Umschlagspunkt (R wird größer als S)
      5. S-Zacken
    3. Kammerendteile:
      1. ST-Strecke
      2. T-Welle: Höhe, Form, Diskordanz
  6. Besonderheiten: (S)VES, Delta-Welle,...


Die Basisdaten und etwaige Auffälligkeiten werden dann knapp notiert. Z.B. so:

NFSR, HF 80/min, IT. PQ-, QRS- und QT-Strecke im Normbereich. In den BWA kl. Q in V5-V6, regelrechte R-Progression, RS-USP in V3-V4, S-Zacke bis V5, keine ST-Hebungen, keine Repolarisationsstörungen, Konkordanz der Kammerendteile, keine Hypertrophie, kein Schenkelblock.

Interpretation: Altersentsprechender Normalbefund.


Die EKG-Beschreibungen in diesem Buch folgen soweit wie möglich diesem Standard (Im Alltag wird man viele Werte einfach mit dem EKG-Lineal ablesen. Um das Verständnis zu fördern sind jedoch auch die Rechenwege notiert.)

Didaktik des EKGs[Bearbeiten]

Im Studium wird das EKG meist stiefmütterlich behandelt und nur theoretisch besprochen. Wenn man die EKG Auswertung wirklich lernen will sollte man:

  • 20 EKGs selber schreiben
    • Dies kann man leicht in jeder Notaufnahme machen.
  • Mindestens 200 EKGs selber auswerten
    • Man sollte mit Normalbefunden beginnen beispielsweise bei chirurgischen herzgesunden Patienten.
    • Man sollte jemanden haben, dem man ein EKG vorlegen kann und der einem bei der Auswertung hilft beispielsweise ein internistischer Oberarzt.
  • Pathologische Befunde mit anderen Methoden überprüfen
    • Von pathologischen EKGs den Echobefund vergleichen
  • 20 typische InfarktEKGs heraussuchen.
    • Das akute InfarktEKG mit den weiteren EKG Kontrollen desselben Patienten vergleichen.
    • Den Koronarbefund dazu anschauen.
  • ein oder zwei EKG Bücher mit praktischen Beispielen lesen.
  • im Internet typische EKG Befunde anschauen.

Und noch etwas : Mehr Information als in einem EKG drinsteckt, kann man nicht aus ihm herausholen. Beispiel: Sieht man in einem EKG einen Linksschenkelblock, so kann man aus dem EKG nicht erkennen, ob es sich dabei um eine dilatative Kardiomyopathie mit sehr schlechter Ventrikelfunktion handelt oder ob beispielsweise ein Linksschenkelblock im Rahmen einer hypertensiven Herzerkrankung vorliegt. Man sollte das EKG nicht überinterpretieren. Zu einer weitergehenden Aussage kommt man dann viel eher durch eine Echokardiografie oder eine andere Bildgebung des Herzens.

EKG Stichworte[Bearbeiten]

  • p-Welle
  • retrogrades P
  • P Pulmonale
  • negatives P
  • Sick Sinus Syndrom
  • SA Block
  • PQ Zeit , AV Zeit
  • AV Block 1,2,3 Mobitz, Wenkebach , 2:1 3:1
  • SVES
  • VHF Afib Vorhofflimmern
  • Vorhofflattern typisch, atypisch
  • AVNRT AV Knoten Reentry Tachykardie
  • Q Zacke
  • pathologische Q zacke , Pardee Q
  • Delta Welle
  • WPW Syndrom
  • R Zacke , hohe R Zacke, R Verlust, R'
  • S Zacke, tiefe S zacke
  • S1 Q3 Typ
  • S1, S2, S3 Typ
  • Lagetyp
  • Cabrerakreis
  • ÜLT überdrehter Linkslagetyp
  • Linkslagetyp
  • Normallagetyp Indifferenztyp
  • Steillagetyp
  • Rechtslagetyp
  • Überdrehter Rechtslagetyp
  • Ableitungen 1,2,3, aVr, aVl , aVf Extremitätenableitungen
  • Ableitungen V1 bis V6 Brustwandableitungen
  • QRS Zeit
  • inkompletter Schenkelblock
  • LAH Links Anteriorer Hemiblock
  • Links Posteriorer Hemiblock
  • kompletter Schenkelblock
  • Rechtsschenkelblock
  • Linksschenkelblock
  • bifaszikulärerer Block
  • Kammerersatzrhythmus idioventrikulärer Rhythmus
  • ST Strecke
  • J Punkt
  • ST Hebung
  • ST Senkung , horizontal, descendierend
  • T Welle, negativ , terminal negativ , prätermnal negativ,
  • Erstickungs T
  • T Wellen Alternans
  • R on T
  • VES, Couplet, Triplett, Bigeminus
  • VT anhaltend , nicht anhaltend
  • QT Zeit
  • verlängerte QT Zeit
  • U Welle






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