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Fruchtbringendes Wörterbuch: Vorwort

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In den europäischen Ländern ist eine enorme Flut von neuen Fremdwörtern zu verzeichnen, die fast ausschließlich ihren Ursprung in den USA haben. Während in der Vergangenheit die Zahl der eindringenden Wörter noch überschaubar war, nahm ihre Zahl in den letzten Jahrzehnten exponentiell zu.

Viele europäische Sprachen kommen daher mit der Bildung von Lehnübersetzungen oder der Bildung von Lehnwörtern nicht nach: Einzelne Länder haben daher Sprachschutzgesetze verabschiedet; in anderen europäischen Ländern sieht man sich zwar denselben Problemen gegenüber, scheut jedoch bislang vor einer staatlichen Regelung zurück.

Vielfach wird argumentiert, es bedürfe keiner staatlichen Regelung und man müsse der Sprache nur Zeit geben, sich zu entwickeln. In der Praxis zeigt sich aber oft, daß heutzutage ein neues Wort entweder sofort der Landessprache angepaßt wird oder es überhaupt nicht mehr angepaßt wird. Eines der wenigen Gegenbeispiele ist das Wort „Computer“, das immer weiter durch das Wort „Rechner“ verdrängt wird. Sprache entwickelt sich nicht von selbst. Sprache wird weiterentwickelt von jedem einzelnen Sprachteilnehmer.

Das Fruchtbringende Wörterbuch ist ein Experiment: Es soll zeigen, daß Sprachentwicklung auch ohne staatliche Reglementierung möglich ist. Das Projekt dient nicht nur dazu, bereits existierende Neuerungen zu dokumentieren, sondern ausdrücklich auch dazu, neue Wörter zu erfinden, und zwar unabhängig davon, ob für einen Gegenstand bereits ein Wort in einer anderen Sprache existiert oder nicht.

Sinn dieses Projekts ist es, den Benutzer in die Lage zu versetzen, sich auf hohem Sprachniveau verständlich und zeitlos auszudrücken. Das Werk richtet sich an jeden, der mit Sprache arbeitet, insbesondere aber an Wissenschaftler, Fachleute im technischen Bereich, Übersetzer und Journalisten.

Das Buch folgt im Grundsatz der traditionellen deutschen Rechtschreibung.[1] Wortneuschöpfungen sind mit einem Sternchen gekennzeichnet. Angaben in Klammern wie (12/2003: 9) geben an, wie viele Treffer in einem bestimmten Monat bei der Suchmaschine Google in deutschsprachigen Seiten gefunden wurden. Im hier angegebenen Beispiel wurden also im Dezember 2003 neun Treffer gefunden.

Jedermann ist dazu aufgerufen, Ersatzausdrücke in das Wörterverzeichnis des Fruchtbringenden Wörterbuches im Internet selbst einzutragen. Dazu ist keine Registrierung oder Anmeldung erforderlich: Man muß nur in einem WWW-Programm die Seite des Fruchtbringenden Wörterbuchs aufrufen und auf den Verweis »Bearbeiten« klicken. Das Fruchtbringende Wörterbuch ist leicht mit Hilfe einer Suchmaschine zu finden.

Wer eigene Alternativausdrücke vorschlagen möchte, wird jedoch gebeten, vorher die Anleitung zu lesen und vor der Eintragung auf der jeweiligen Diskussionsseite nachzuschauen, ob der Vorschlag bereits aufgeführt und vielleicht verworfen wurde.

Vor allem aber ist jedermann aufgefordert, bisher unberücksichtigte Fremdwörter einzutragen, die er in der Zeitung liest, im Radio oder Fernsehen hört oder bei Gesprächen aufschnappt.

Wer im Fruchtbringenden Wörterbuch einen vollkommen ungeeigneten Ersatzausdruck findet, wird gebeten, diesen Ausdruck aus dem Wörterverzeichnis zu löschen, und ihn – unbedingt – in der jeweiligen Diskussionsseite festzuhalten, etwa mit der Formulierung »Für … wurde … vorgeschlagen«, damit nicht immer wieder dieselben Vorschläge eingetragen und wieder entfernt werden müssen. Außerdem vermindert es den Spaßeffekt erheblich, wenn man die eigenen Vorschläge nicht mehr zumindest in der Diskussionsseite wiederfindet.

Spaß ist ein gutes Stichwort, denn verbiesterten Purismus wollen wir anderen überlassen. Der Spaß am schöpferischen Wortspiel ist eines der Hauptmotive, warum dieses Projekt entstanden ist – und warum man daran mitwirken sollte. Die Suche nach Ersatzausdrücken ist eine äußerst anspruchsvolle Denksportaufgabe. Es gehört enormes Spachgefühl dazu, und es ist von Vorteil, wenn man in anderen Sprachen ähnlich zu Hause ist wie im Deutschen.

Es gibt Schwesterprojekte in anderen europäischen Sprachen, bei denen man sich Anregungen holen kann, insbesondere beim holländischen Vruchtbrengend Woordenboek.

Das Fruchtbringende Wörterbuch unterliegt der GFDL-Lizenz: Sie können es in unveränderter Form nach Belieben kopieren und an Kollegen, Freunde und Verwandte verteilen.

  1. Gemeint ist damit die Rechtschreibung, die vor der heute verbindlichen Rechtschreibung gültig war.

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