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Grenzwert: Beispiele – „Mathe für Nicht-Freaks“

Aus Wikibooks

Übersicht über wichtige Grenzwerte

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  • limnc=c für alle c
  • limn1n=0
  • limn1nk=0 für alle k
  • limn1nk=0 für alle k
  • limnqn=0 für alle q mit |q|<1
  • limncn=1 für alle c>0
  • limnnn=1
  • limnnkzn=0 für alle k und z mit |z|>1
  • limnnkqn=0 für alle k und q mit |q|<1
  • limnznn!=0 für alle z mit |z|>1
  • limnn!nn=0
  • limn(1+1n)n=e

Im Folgenden werden wir alle Grenzwerte mit der Epsilon-Definition der Konvergenz herleiten. Den Grenzwert limn(1+1n)n=e werden wir im Kapitel „Monotoniekriterium für Folgen“ betrachten.

Hinweis

In der Analysis ist es sehr wichtig, das Wachstumsverhalten verschiedener Folgen einschätzen zu können. So folgt aus dem Grenzwert limnnkzn=0, dass die Folge (zn)n viel schneller wächst als die Folge (nk)n. Schreiben wir anbn für limnanbn=0, folgt aus den obigen Grenzwerten:

1nkznn!nn

Konstante Folge

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Satz (Grenzwert der konstanten Folge)

Jede konstante Folge konvergiert gegen den Wert ihrer Folgenglieder:

limnc=c

Beispiel (Grenzwert der konstanten Folge)

  • limn42=42
  • limn1=1

Wie kommt man auf den Beweis? (Grenzwert der konstanten Folge)

Im Kern müssen wir zeigen, dass |anc|<ϵ für fast alle n erfüllt ist. Nun ist an=c und damit |cc|=0. Da ϵ im Beweis stets positiv ist, ist die Ungleichung

|anc|= 0<ϵ

immer erfüllt. Wir können also N frei wählen. Legen wir N=1 fest. Damit würde im Beweis stehen:

„Wähle N=1. Sei n mit nN=1 beliebig. Es ist…

Die Formulierung klingt umständlich, denn für jede natürliche Zahl gilt n1. Einfacher ist der Satz:

„Für alle n gilt…“

Dieses Beweisfragment ist völlig ausreichend: Wenn „für alle n“ etwas gilt, dann gilt es auch „für fast alle n“.

Beweis (Grenzwert der konstanten Folge)

Sei an=c eine konstante Folge und sei ϵ>0 beliebig. Für alle n (und damit für fast alle n) gilt

|anc|=|cc|=0<ϵ

Harmonische Folge

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Satz (Grenzwert der harmonischen Folge)

Es ist limn1n=0.

Wie kommt man auf den Beweis? (Grenzwert der harmonischen Folge)

Hier haben wir die Ungleichung |1n0|<ϵ zu beweisen. Zunächst können wir |1n0| vereinfachen:

|1n0|=|1n|=1n

Die Zielgleichung lautet damit 1n<ϵ. Diese können wir nach n umformen, um eine Bedingung für n zu gewinnen:

1n<ϵ 1<ϵn 1ϵ<n

Es muss also n>1ϵ sein, damit 1n<ϵ ist. Welches N sollten wir also im späteren Beweis wählen?

Wir wählen ein N mit N>1ϵ. Ist nämlich nN, dann ist auch n1ϵ. Woher wissen wir, dass es so ein N gibt? Für einen vollständigen Beweis müssen wir dies begründen:

Dies folgt aus dem archimedischen Axiom. Nach diesem gibt es nämlich für alle reellen Zahlen M eine natürliche Zahl N mit N>M. Wir wählen hier M=1ϵ.

Beweis (Grenzwert der harmonischen Folge)

Sei ϵ>0 beliebig. Wir wählen ein N mit N>1ϵ. Dass so ein N existiert, folgt aus dem archimedischen Axiom. Sei nN beliebig. Es ist

|1n0|=|1n|=1n1N<ϵ

Inverse Potenzfolge

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Satz

Für alle k ist limn1nk=0.

Wie kommt man auf den Beweis?

Der Beweis funktioniert ähnlich dem der harmonischen Folge. Zunächst vereinfachen wir wieder |1nk0|:

|1nk0|=|1nk|=1nk

Dann stellen wir 1nk<ϵ nach n um, um eine Bedingung für n zu finden:

1nk<ϵ 1<ϵnk 1ϵ<nk 1ϵk<n 1ϵk<n

Es muss also ein N mit N>1ϵk gewählt werden. Dieses finden wir wieder mit Hilfe des archimedischen Axioms.

Beweis

Sei ϵ>0 beliebig. Wähle N so, dass N>1ϵk ist. Ein solches N existiert nach dem archimedischen Axiom. Sei nN beliebig. Es ist

nN N>1ϵk n>1ϵk nϵk>1 ϵk>1n ϵ>1nk ϵ>|1nk0| |1nk0|<ϵ

Inverse Wurzelfolge

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Satz

Für alle k ist limn1nk=0.

Wie kommt man auf den Beweis?

Der Beweis ähnelt sehr dem der beiden vorherigen Folgen. Zunächst vereinfachen wir wieder |1nk0|:

|1nk0|=|1nk|=1nk

Dann stellen wir 1nk<ϵ nach n um, um eine Bedingung für n zu finden:

1nk<ϵ 1<ϵnk 1ϵ<nk (1ϵ)k<n 1ϵk<n

Es muss also ein N mit N>1ϵk gewählt werden. Dieses finden wir erneut mit dem archimedischen Axiom.

Beweis

Sei ϵ>0 beliebig. Wähle N so, dass N>1ϵk ist. Ein solches N existiert wegen dem archimedischen Axiom. Damit ist

N>1ϵk Nϵk>1 ϵk>1N ϵ>1Nk

Sei nun n mit nN beliebig. Es ist:

Nn 1n1N 1nk1Nk<ϵ

Geometrische Folge

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Die Folge (34)n ist eine Nullfolge.

Satz

Für alle q mit |q|<1 ist limnqn=0 .

Dieser Satz ist eine Verallgemeinerung der obigen beiden Sätze und schließt sie ein.

Beispiel

  • limn(12)n=0
  • limn(1π)n=0

Wie kommt man auf den Beweis?

Hier betrachten wir den Betrag |qn0|, den wir als erstes vereinfachen:

|qn0|=|qn|=|q|n

Mit der Bernoulli-Ungleichung kann man beweisen:

„Zu jedem 0a<1 und jedem ϵ>0 gibt es ein N mit aN<ϵ.“

Setzen wir a=|q|. Es gibt dann ein N mit |q|N<ϵ. Für alle nN folgt dann:

|q|n=|q|nN 1|q|N< ϵ<ϵ

Beweis

Sei ϵ>0 und q mit |q|<1 beliebig. Über die Bernoulli-Ungleichung kann man beweisen, dass es ein N mit |q|N<ϵ gibt. Dann gilt für alle nN:

|qn0|=|qn|=|q|n=|q|nN 1|q|N< ϵ<ϵ

Hinweis

Auch für |q|1 lässt sich die geometrische Folge auf Konvergenz untersuchen. Allerdings müssen wir dabei drei Fälle unterscheiden:

  • q=1: Hier ist (qn)n=(1n)n=(1)n. Mit dem ersten Beispiel folgt limnqn=limn1=1.
  • q=1: Hier erhalten wir (qn)n=((1)n)n. Diese alternierende Folge divergiert, wie wir in einer Übungsaufgabe im Kapitel „Aufgaben zur Konvergenz und Divergenz“ bewiesen haben.
  • |q|>1: Hier divergiert die Folge (qn)n. Diese Folge ist unbeschränkt. Im Kapitel „Unbeschränkte Folgen divergieren“ zeigen wir, dass alle unbeschränkte Folgen divergent sind.

n-te Wurzel von c

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Satz (Grenzwert Folge mit n-ter Wurzel)

Für alle c>0 ist limncn=1.

Wie kommt man auf den Beweis? (Grenzwert Folge mit n-ter Wurzel)

Am Ende müssen wir die Ungleichung |cn1|<ϵ zeigen. Führen wir zunächst den Beweis für c1. Dann ist nämlich cn1, und wir können die Betragsstriche weglassen.

Fall 1: c1

In diesem Fall ist |cn1|=cn1, und wir müssen cn1<ϵ für fast alle n beweisen. Formen wir diese Ungleichung um, um eine Bedingung für n zu finden:

cn1<ϵ cn<1+ϵ c<(1+ϵ)n

Ist die obige Ungleichung sinnvoll? Wegen ϵ>0 ist 1+ϵ>1. Damit ist ((1+ϵ)n)n eine geometrische Folge, die mit wachsenden n beliebig groß wird. Es gibt ein n, ab dem (1+ϵ)n größer ist als c, womit wir cn1<ϵ beweisen können. Hierzu hatten wir bereits im Abschnitt „Folgerungen aus der Bernoulli Ungleichung“ bewiesen:

Für jede Zahl p>1 und jede Zahl M gibt es ein n, so dass pn>M ist.

Wenn wir nun p=1+ϵ und M=c setzen, erhalten wir das gewünschte N mit (1+ϵ)N>c. Es muss dann nur noch gezeigt werden, dass (1+ϵ)n>c für n>N ist. Dies folgt aber aus

(1+ϵ)n=(1+ϵ)nN 1(1+ϵ)N> c>c

Fall 2: c<1

Diesen Fall können wir auf obigen Fall zurückführen. Hierzu setzen wir a=1c, so dass a>1 ist. Wir haben:

|cn1|=|1an1|=|1an1|=|1anan|=|1an||1an|=1an|an1|

Diese Umformung ist sinnvoll, weil wir bereits im ersten Fall gezeigt haben, dass |an1| beliebig klein wird (es ist ja a>1). Wir müssen also nur noch den Term 1an sinnvoll nach oben abschätzen. Nun ist aber

a>1 an>1 1an<1

Also ist

1an|an1|<|an1|

und von |an1| haben wir bereits im ersten Teil gezeigt, dass es beliebig klein wird.

Beweis (Grenzwert Folge mit n-ter Wurzel)

Fall 1: c1

Sei ϵ>0 beliebig. Aus dem Satz

Für jede Zahl p>1 und jede Zahl M gibt es ein n, so dass pn>M ist.

folgt, dass es ein N mit (1+ϵ)N>c gibt. Sei nN beliebig. Es ist

(1+ϵ)n=(1+ϵ)nN 1(1+ϵ)N> c>c

Also ist

c<(1+ϵ)n cn<1+ϵ cn1<ϵ |cn1|<ϵ

Fall 2: c<1

Sei ϵ>0 beliebig. Setze zunächst a=1c. Es ist a>1, und aus dem ersten Fall wissen wir, dass es ein N mit |an1|<ϵ für alle nN gibt. Sei nN beliebig. Es ist zunächst

a>1 an>1 1an<1

und damit

|cn1|=|1an1|=|1an1|=|1anan|=|1an||1an|=1an|an1|<|an1|<ϵ

n-te Wurzel von n

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Satz (Grenzwert n-te Wurzel von n)

Es ist limnnn=1.

Wie kommt man auf den Beweis? (Grenzwert n-te Wurzel von n)

Der abzuschätzende Betrag ist |nn1|<ϵ. Auch hier können wir versuchen, die Ungleichung umzustellen, um Bedingungen für n zu finden:

|nn1|<ϵ nn1 nn1<ϵ nn<1+ϵ n<(1+ϵ)n

(1+ϵ)n und n wachsen beide über alle Grenzen hinaus. Wir müssen also zeigen, dass (1+ϵ)n irgendwann größer wird als n. Sehen wir uns dazu (1+ϵ)n an. Nach dem binomischen Lehrsatz ist

(1+ϵ)n=k=0n(nk)ϵk=1+nϵ+n(n1)2ϵ2++ϵn

Jeder Summand dieser Summe ist größer-gleich Null. Wenn wir zeigen können, dass n kleiner als eine Teilsumme von 1+nϵ+n(n1)2ϵ2++ϵn ist, wissen wir, dass n kleiner als 1+nϵ+n(n1)2ϵ2++ϵn=(1+ϵ)n ist. Wir wählen die Summanden 1 und n(n1)2ϵ2 (wir werden gleich sehen, dass diese beiden Summanden ausreichen) und zeigen

n<1+n(n1)2ϵ2

Indem wir die oben stehende Formel zeigen, wobei gleichzeitig

1+n(n1)2ϵ21+nϵ+n(n1)2ϵ2++ϵn=(1+ϵ)n

gilt, zeigen wir auch

n<(1+ϵ)n

Um eine Bedingung für n zu finden, formen wir n<1+n(n1)2ϵ2 um:

n<1+n(n1)2ϵ2 n1<n(n1)2ϵ2 1<n2ϵ2 2<nϵ2 2ϵ2<n

Über das archimedische Axiom finden wir ein N, sodass 2ϵ2<n für alle nN gilt.

Beweis (Grenzwert n-te Wurzel von n)

Sei ϵ>0 beliebig. Wir wählen N nach dem archimedischen Axiom so, dass N>2ϵ2 ist. Sei nN beliebig. Es ist

2ϵ2<n 2<nϵ2 1<n2ϵ2 n1<n(n1)2ϵ2 n<1+n(n1)2ϵ2 1+n(n1)2ϵ2k=0n(nk)ϵk=(1+ϵ)n n<(1+ϵ)n nn<1+ϵ nn1<ϵ nn1 |nn1|<ϵ

Quotient Potenzfolge durch geometrische Folge

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Satz

Sei k beliebig und z eine reelle Zahl mit |z|>1. Es ist dann limnnkzn=0.

Wie kommt man auf den Beweis?

Auch dieser Grenzwertbeweis ist relativ schwierig. Natürlich wollen wir trotzdem erklären, durch welche Gedanken man selbst auf die Lösung kommen kann. Dabei werden einige „Tricks“ eingesetzt, die auch bei späteren Beweisen helfen können. Der erste ist es, |z|>1 als 1+x mit x=|z|1>0 zu schreiben. Auf (1+x)n können wir dann den binomischen Lehrsatz anwenden, der uns eine geeignete Abschätzung des Ausdrucks nach oben ermöglicht. Also ist

|nkzn|=|nk||zn|=nk|z|n=nk(1+x)n Binomischer Lehrsatz=nkl=0n(nl)xl

Die Summe des Nenners macht den Bruch kompliziert. Es wäre schön, ihn durch einen „einfacheren“ Ausdruck zu ersetzen. Zum Glück ist jeder der Summanden (nl)xl positiv. Wenn wir also Summanden weglassen, dann machen wir die Summe, und damit den Nenner, kleiner. Der gesamte Quotienten wird somit größer (dies ist in Ordnung, weil wir nach oben abschätzen wollen). Die Frage ist nun, welche Summanden weggelassen werden sollen.

Da im Zähler nk steht, ist es sinnvoll den Ausdruck im Nenner durch einen Ausdruck der Form cknk+1 abzuschätzen, wobei ck+ nicht von n abhängen soll. Dann bildet der Bruch nach der Abschätzung auf jeden Fall eine Nullfolge. Daher behalten wir nur den Summanden für l=k+1 bei, also (nk+1)xk+1, und alle anderen Summanden lassen wir weg. Der Ausdruck (nk+1)=n(n1)(nk)(k+1)! erhällt nach dem Ausmultiplizieren im Zähler den Summanden nk+1 mit der größten Potenz. Dazu muss zunächst nk+1 sein, da nur dann in der Summe l=0n(nl)xl der Summand für l=k+1 vorkommt. Wir erhalten

nkl=0n(nl)xlnk(nk+1)xk+1=nkn(n1)(n2)(nk)(k+1)!xk+1=(k+1)!xk+1nnnnk-Faktorenn(n1)(n2)(nk)(k+1)-Faktoren=(k+1)!xk+1nnnnk-Faktoren(n1)(n2)(nk)k-Faktoren1n

Wenn wir es jetzt noch schaffen, den mittleren Ausdruck nnnn(n1)(n2)(nk), nach oben, durch einen von n unabhängigen Ausdruck abzuschätzen, so sind wir endlich am Ziel! Der (Vor-)Faktor (k+1)!xk+1 bleibt im Limes n konstant und stellt daher kein Problem für die Konvergenz gegen Null dar. Wir brauchen nun allerdings noch die zusätzliche Forderung n2kn2k. Damit gilt

n1=n2+n210n2,n2=n2+n220n2,nk=n2+n2k0n2

Daraus wiederum ergibt sich

nnnn(n1)(n2)(nk)nnnnk-Mal(n2)(n2)(n2)k-Mal=nknk2k=2k

Insgesamt erhalten wir

nkl=0n(nl)xlnk(nk+1)xk+1(k+1)!xk+1nk(n1)(n2)(nk)1n2k(k+1)!xk+11n

Da der Ausdruck 2k(k+1)!xk+1 nicht von n abhängt und (1n) eine Nullfolge ist, ist der letzte Ausdruck ebenfalls eine Nullfolge.

Um dies mathematisch korrekt zu beweisen, müssen wir jedoch noch zu jedem ϵ>0 ein N finden, so dass für alle nN gilt:

|nkzn0|=nk|z|n<ϵ

Für unsere oberen Abschätzungen benötigen wir zunächst die Bedingungen n>k+1 und n>2k. Da 2k>k+1 für alle k ist, reicht die stärkere Bedingung n>2k schon aus. Weiter gilt

2k(k+1)!xk+11n<ϵ 2k(k+1)!xk+1<ϵn 2k(k+1)!xk+11ϵ<n

Daher benötigen wir als zweite Bedingung noch n>2k(k+1)!xk+11ϵ. Um sicher zu gehen, dass beide Bedingungen erfüllt sind, forden wir N>max{2k,2k(k+1)!xk+11ϵ}. Dann folgt insgesamt

|nkzn|2k(k+1)!xk+11n<ϵ

Beweis

Sei z mit |z|>1 beliebig. Setze x=|z|1. Es ist dann |z|=1+x mit x>0.

Sei ϵ>0 beliebig. Wähle eine natürliche Zahl N mit N>max{2k,2k(k+1)!xk+11ϵ}. Sei nN beliebig. So ist:

|nkzn|=|nk||zn|=nk|z|n=nk(1+x)n Binomischer Lehrsatz=nkl=0n(nl)xlnk(nk+1)xk+1=(k+1)!nnnnk-maln(n1)(n2)(nk)xk+1=(k+1)!nnnnk-mal(n1)(n2)(nk)k-malxk+11n n>2k  n1n2,  ,nkn2=(k+1)!nnnnk-maln2n2n2k-malxk+11n=2k(k+1)!xk+11n nN>2k(k+1)!xk+11ϵ<2k(k+1)!xk+112k(k+1)!xk+11ϵ=11ϵ=ϵ

Hinweis

Dieser Grenzwert taucht gelegentlich auch in der Form limnnkqn=0 für alle k und q mit |q|<1 auf. Ist nämlich |q|<1 , so gilt für z=1q offensichtlich |z|=1|q|>1. Also gilt

limnnkqn=z=1qlimnnkzn=0

Quotient geometrische Folge durch Fakultätfolge

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Satz

Sei z eine reelle Zahl mit |z|>1. Es ist dann limnznn!=0.

Wie kommt man auf den Beweis?

Um den Satz zu beweisen, müssen wir zeigen, dass |znn!|=|z|nn!=|z||z||z|12n für große n beliebig klein wird. Dafür werden wir den Ausdruck nach oben durch einen anderen Ausdruck abschätzen, von dem wir bereits wissen, dass er beliebig klein wird.

Wenn wir uns den Quotienten ansehen, fällt uns auf, dass Zähler und Nenner immer gleich viele Faktoren haben (n Stück). Die Faktoren im Nenner werden allerdings immer größer, wohingegen die im Zähler immer gleich |z| ist. Sobald k>|z| ist, ist |z|k<1. Dies können wir für unsere Abschätzung ausnutzen, indem wir diese Faktoren |z|k getrennt zusammenfassen. Sei also M|z| und nM+1. Es ist dann

|z|nn!=|z||z||z|12n=|z||z||z|12M=|z|MM!|z||z||z|(M+1)(M+2)nje nM Faktoren |z|M+1,|z|M+2,,|z|n|z|M+1|z|MM!|z|nM(M+1)nM=|z|MM!|z|n(M+1)n(M+1)M|z|M=(M+1)MM!konstant bzgl. n(|z|M+1)n

Wegen |z|M+1<1 wird (|z|M+1)n als geometrische Folge beliebig klein, während der Faktor (M+1)MM! konstant bezüglich n ist. Damit können wir limnznn!=0 zeigen, da

|z|nn!(M+1)MM!konstant bzgl. n(|z|M+1)n00

Sei nun ϵ>0 gegeben. Wir müssen nun ein N finden, so dass für alle nN die Ungleichung |z|nn!<ϵ erfüllt ist. Hierzu schauen wir, wann die rechte Seite der obigen Ungleichung kleiner als ϵ ist (weil es dann auch die linke Ungleichung sein muss). Wir erhalten:

(M+1)MM!(|z|M+1)n<ϵ(|z|M+1)n<ϵM!(M+1)M

Die rechte Seite der Ungleichung ist unabhängig von n. Weil |z|M+1<1 ist, gibt es nach einer Folgerung zum Archimedischen Axiom ein L, so dass

(|z|M+1)L<ϵM!(M+1)M

Damit ist für alle nL

(|z|M+1)n(|z|M+1)L<ϵM!(M+1)M

so dass wir alles zusammen haben, um den Beweis aufzuschreiben. Da wir im Laufe des Lösungswegs nL und nM+1 gefordert haben, werden wir N=max{M+1,L} wählen (so dass nN beide Bedingungen nL und nM+1 impliziert).

Beweis

Sei ϵ>0. Nach dem Archimedischen Axiom gibt es ein M mit M|z|. Dann gilt für alle nM+1:

|z|nn!=|z||z||z|12n=|z|MM!|z|nM(M+1)(M+2)n |z|M+1,|z|M+2,,|z|n|z|M+1|z|MM!|z|nM(M+1)nM=(M+1)MM!fest(|z|M+1)n

Wegen |z|M+1<1 gibt es ein L so, dass (|z|M+1)L<ϵM!(M+1)M. Für alle nN=max{M+1,L} gilt dann

|znn!|=|z|nn!|z|MM!|z|nM(M+1)nM=(M+1)MM!(|z|M+1)n(M+1)MM!(|z|M+1)L<(M+1)MM!ϵM!(M+1)M=ϵ

Fakultätfolge durch nn

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Satz

Es gilt limnn!nn=0.

Beweis

Sei ϵ>0. Wähle N so, dass N1ϵ+1. Für alle nN gilt dann

|n!nn0|=n!nn=1n23nnnn=1nk=2nkn kn1 für alle k{2,,n} und somit k=2nkn11n11ϵ+1<ϵ