Zum Inhalt springen

Gitarre: Melodiepicking - Gloria in excelsis Deo

Aus Wikibooks

Instrumental auf Gitarre

[Bearbeiten]

Die Harmonisierung

[Bearbeiten]

Es ist durchaus möglich, dass es in einigen Büchern auch noch andere, einfachere Akkordfolgen gibt. Damit nachvollzogen werden kann, warum hier diese Akkordfolge gewählt worden ist, seien hier noch einige Erklärungen gegeben.

Die Strophen sind mit den Akkorden G und D bzw. D7 nicht besonders schwer. Erst beim Refrain wurden die Akkorde ein wenig aufgepimt.

Das "Gloria" fing ursprünglich mit einer einfachen I-VI-II-V-Akkordfolge (16-25er) an. G Em Am D. Das Lied klingt auch mit den einfachen Akkorden stimmig. Hier wurde aber der Em durch eine Zwischendominante ausgetauscht. Die Akkordsubstitution wird häufig im Jazz angewandt. Im Bass könnte sich mit einem E/G# ein schöner Lauf ergeben: G G# A F#. Doch dieses ist nicht so leicht zu spielen. Also überlässt man diese Basslinie einem Sänger oder einem anderen Instrument.

Auch bei der nächsten Akkordfolge wurde eine Zwischendominante eingebaut. Eigentlich würde G C D ausreichen. Doch wenn man ein Am dazwischen zwängt, (wodurch 2-5-1-Verbindung bzw. einen Quintfall entsteht, ) wird das Ganze runder. G C (Am) D.

Wenn man dann noch (genau wie schon vorher) aus dem Am eine Zwischendominante macht, G C (A) D klingt das ganze viel frecher und fröhlicher. A-Dur hat im Gegensatz zum Am noch den Ton C# zur Verfügung. Wenn man diesen in den Bass legt (wie oben schon erwähnt) dann hat man einen chromatischen Basslauf C-C#-D. Den dazu notwendigen Akkord müssen wir zwar etwas länger üben (A/C#), aber er ist spielbar und das Ergebnis lohnt sich.

Auch beim "In exelsis Deo" ist eine richtige kleine Bass-Melodie. E-F#-G-E-G-F#. Es lohnt sich auf den Bass zu achten.

Die Begleitung ist zum Teil sehr einfach gehalten. In der Praxis integriere man viel mehr Bruchstücke von Zupfmuster, so das es insgesamt etwas voller klingt. Der Unterschied zwischen dem ersten "Gloria" und der Wiederholung soll nur ein kleiner Hinweis darauf sein, was noch möglich ist. Doch alles genau so auszunotieren, wie man es selbst spielen würde, ist gar nicht so einfach. Zum einen variiert bzw. improvisiert man oft bei solchen Stücken, so dass man selbst manchmal nicht weiß, was gerade gespielt wurde. Zum anderen ist eine voll ausnotierte Tabulatur nur schwer lesbar. Zudem engt so was viel zu sehr ein.

Versucht lieber selbst zusätzlichen Töne oder Zupfmusterfragmente einzubauen, und experimentiert selbst herum.

Erlaubt ist fast alles, was gefällt.

Akkorde

[Bearbeiten]
      G(4)      D(7)/F#       E6b  E7         A/C#
|---:---:-x-| |---:-x-:---||---:---:---||---:---:---:---|
|(Z):---:-K-| |(Z):---:-K-||(Z):---:-K-||---:---:---:---|
|---:(M):---| |---:-R-:---||-Z-:---:---||---:-M-:---:---|
|---:---:---| |---:---:---||---:-R-:---||---:-Z-:---:---|
|---:-M-:---| |---:---:---||---:-M-:---||---:---:---:-K-|
|---:---:-R-| |---:-M-:---||---:---:---||---:---:---:---|
Keine hohe E-Saite

Einige Akkorde werden ohne die unterste Saite gespielt. Daher hat man den unteren Finger für weitere Spielereien frei. Mitunter muss auch mal der Mittelfinger vom G-Dur-Akkord seinen Platz verlassen um den Ton A zu spielen.

D/F#

Beim D-Dur-Akkord würde sich der hohe Basston allein oft zu mager anhören. Leider kommt man nicht tiefer als bis zum tiefen E. Daher behilft man sich damit, dass man die Terz (das F#) im Bass spielt. Der Fingersatz ist nicht so besonders schwer zu greifen. Er ist nur am Anfang ein klein wenig ungewohnt. Er erinnert ein klein wenig an die Griffweise vom H7-Akkord. Wer den H7 sicher und flüssig beherrscht, bekommt den D(7)/F# leicht in die Finger. Die untere E-Saite bleibt auch hier immer frei. Das F# im Bass ist genau das F#, was auf der hohen Saite verschwunden ist.

E

Beim E-Dur muss man noch den Ton C erreichen. Am einfachsten spielt man den so, wie das kleine F-Dur, wo man kurzfristig den Zeigefinger umglegt.

A/C#

Der A/C#, den muss man einiges üben. Und man kann einmal herumexperimentieren, wie man am besten mit den Fingern hinkommt. Anfangs habe ich den Zeigefinger ebenfalls über beide Saiten umgelegt, und den Akkord fast wie ein F#m7 gegriffen. Doch mit der hier aufgeschriebenen Variante klingt es besser. Es ist nur ein wenig mehr zu üben.

alternativ

Wem das Ganze zu exotisch sein sollte, (oder wer nicht genug Zeit zum Üben hat), der kann den A/C# durch einen einfachen Am ersetzen. Auch das E lässt sich durch ein Em ersetzen. Es ist dann etwas einfacher zu spielen, allerdings vergibt man sich damit ein paar schön klingende Harmonien. Den D/F# sollte man allerdings nicht ersetzen. Der ist hier ein Muss.

Viel Spaß beim Üben.


Dieses Arrangement sowie das Midi fällt unter

Some rights reserved
Creative Commons Attribution iconCreative Commons Share Alike icon

Dieses Bild wird unter den Bedingungen der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Deutschland veröffentlicht.


Zurück |  Hoch | Weiter