Wikijunior Alte Zivilisationen/ Griechen

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Der Beginn des historischen Griechenlands (700 - 600 vuZ)

In welchem Land lebten sie?[Bearbeiten]

Die Griechen lebten in dem Land, in dem sie heute auch noch leben, in Griechenland. Aber sie lebten nicht in einem großen Land (wie heute Deutschland oder Frankreich), sondern in vielen kleinen Ländern, nicht größer als heute das Saarland oder Berlin. In der Mitte dieser kleinen Länder war immer eine Stadt, die hieß auf griechisch Polis. Anfangs hatte jeder Stadtstaat einen König. Mit Ausnahme von Sparta und deren Verbündeten gingen die meisten Stadtstaaten zur Demokratie über. Das Wort „Demokratie“ bedeutet wörtlich „Volksherrschaft“. Die freien, männlichen Griechen versammelten sich und regelten ihre Angelegenheiten in gemeinsamen Beratungen. Wer in einer Polis wichtige Dinge mitbestimmte, war - wie auch heute noch - ein Politiker. Sklaven und Frauen waren allerdings von den Beratungen ausgeschlossen.

Die vielen kleinen griechischen Länder waren auch nicht immer Freunde, es gab viele Kriege unter den Griechen. Aber sie hatten eine Sprache, eine Schrift und eine Religion. Die Religion war allen Griechen heilig und zu bestimmten Zeiten hörten alle mit dem Krieg auf. Dann wurden religiöse Feste gefeiert, zum Beispiel alle vier Jahre die Olympiade. Alle griechischen Länder schickten dann ihre besten Sportler nach Olympia, wo sie in einem Stadion gegeneinander antraten und die Sieger hoch geehrt wurden. Die Griechen wussten also trotzdem, dass sie zusammen gehören. Sie kämpften gegen Völker mit anderen Sprachen auch gemeinsam, zum Beispiel gegen die Perser.

Die griechischen Länder waren recht wohlhabend, und sie lagen fast alle am Meer und hatten gute Schiffe: Viele Griechen waren Händler, die weit reisten und mit wertvollen Waren aus aller Welt Handel trieben. Die Griechen gründeten Kolonien, also neue Städte und Länder an vielen Küsten, zum Beispiel in Italien oder am Schwarzen Meer.

Wie sahen Ihre Gebäude aus?[Bearbeiten]

Die meisten Gebäude der Griechen gibt es heute nicht mehr, weil sie aus Holz waren und inzwischen kaputt gegangen sind. Aber ihre Tempel bauten die Griechen aus Stein. Einige von ihnen stehen heute noch. Viele Baumeister fanden diese Tempel später so schön, dass immer wieder Leute ähnliche Gebäude gebaut haben. In der Nähe von Regensburg steht die Walhalla, die ein bisschen wie ein griechischer Tempel aussieht, obwohl sie erst 165 Jahre alt ist. Die griechischen Tempel sind über 2000 Jahre alt.

Das Theater von Epidauros

Die meisten der griechischen Tempel bestanden aus einem Raum, in dem eine Statue aufgestellt war. Um diesen Raum herum waren viele Säulen gebaut, die das Dach trugen. Die Tempel waren bunt angemalt und mit vielen Statuen und Bildern von Göttern und Helden aus der griechischen Religion geschmückt.

Die griechischen Theater beeindrucken noch heute durch ihre exzellente Akustik. Bis zu den obersten Reihen ist jedes Wort zu verstehen. Das Theater in Epidauris beispielsweise wurde etwa 330 v. Chr. erbaut und fasste 14.000 Zuschauer. Das Theater wird wieder benutzt, im Sommer werden dort klassische Dramen aufgeführt.

Was aßen sie?[Bearbeiten]

Der Speiseplan der meisten Griechen war nicht besonders üppig: Das Grundnahrungsmittel war ein Brei oder Brot aus Gerste oder Weizen, auch Bohnen und Linsen gab es, außerdem Obst und Milchprodukte wie Käse. Da Griechenland über reichliche Küsten zum Mehr verfügt, gab es natürlich viel Fisch und Meeresfrüchte. Für die reicheren Leute gab es auch Fleisch, Gemüse, Obst und Gerstenbrot - einiges von dem, was wir heute noch essen. Es wurde auch viel importiert: Dörrfisch und Salzfleisch aus Byzanz, Talg und Käse aus Sizilien, Pökelfleisch aus Italien, Datteln und feines Weizenmehl aus Phönizien, Rosinen und Feigen aus Rhodos.

Viele Speisen gab es damals in Europa noch gar nicht, denn sie sind erst viel später aus Asien und Amerika nach Europa gekommen. Zu den damals unbekannten Speisen gehören zum Beispiel Reis, Mais, Tomaten, Kartoffeln, Bananen oder das Putenfleisch. Eines der wichtigsten Lebensmittel der Griechen war die Olive und das aus ihr gewonnene Olivenöl. Der Ölbaum, der diese Frucht lieferte, war den Griechen sogar heilig. Die Athener glaubten, dass die Göttin Athene ihnen den Ölbaum geschenkt hätte. Es gab auch schon Wein im antiken Griechenland, der war ziemlich schwer und süß, er wurde in besonderen Gefäßen mit Wasser vermischt, bevor man ihn trank. Vornehmere und reichere Griechen luden manchmal Freunde zu einem Gastmahl ein, bei dem auch Wein gereicht wurde. Dabei saß man nicht zusammen an einem Tisch, sondern die Gäste lagen auf einer Art Sofa mit hoher Lehne. Bei einem solchen Essen wurde viel diskutiert und erzählt: Der Philosoph Platon hat ein Buch über die Gespräche während so eines Gastmahls geschrieben.

Hoplitodromos Staatliche Antikensammlungen 1471.jpg

Wie kleideten sie sich?[Bearbeiten]

Die Griechen lebten in einem Land, wo es etwas wärmer war als heute in Mitteleuropa. Ihre Kleidung bestand meistens aus großen Tüchern, die sie auf bestimmte Weise um den Körper wickelten und mit Gürteln oder Spangen festmachten. Eines dieser Kleidungsstücke, das man besonders häufig trug, nannte man Chiton. Hosen waren jedenfalls sehr selten bei den Griechen, meistens trugen Männer und Frauen Kleidungsstücke, die man heute Rock oder Kleid nennen würde. An den Füßen trugen die Griechen oft Sandalen.

Wie sah ihre Schrift aus?[Bearbeiten]

Seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. gibt es das griechische Alphabet. Die Leute, die damals Griechisch sprachen, lernten das Alphabet der Phönizier und verwendeten es auch für das Griechische. Aber da diese Schrift nur Zeichen für Konsonanten besaß und für ihre Sprache nicht recht passte, nahmen sie einige phönizische Buchstaben, die sie nicht brauchten und verwendeten sie für die Vokale (A, E, I, O und Y). So erfanden sie das erste Alphabet mit eigenen Zeichen für die Vokale. Die Erfindung war so gut, dass auch andere Völker ähnliche Alphabete aus dem griechischen entwickelten, zum Beispiel die Römer, die das lateinische Alphabet erfanden, das wir heute auch für das Deutsche noch verwenden.

Die griechische Schrift war die erste Schrift, mit der man schreiben konnte, wie man sprach. Das heißt, man konnte diese Schrift so lernen, wie wir heute auch unsere Schrift lernen. Allerdings sah sie noch ein bisschen anders aus, als die Schrift, die wir heute verwenden. Einige Buchstaben waren so wie die heutigen, zum Beispiel A, E, N oder K. Aber es gab auch andere, zum Beispiel Δ, Θ, Λ oder Φ. Wissenschaftler benutzen auch heute noch griechische Buchstaben.

So sehen die Buchstaben des griechischen Alphabets aus:
Α Β Γ Δ Ε Ζ Η Θ Ι Κ Λ Μ Ν Ξ Ο Π Ρ Σ Τ Υ Φ Χ Ψ Ω


Die Göttin Athena

Woran glaubten sie?[Bearbeiten]

Zentaurus

Die Griechen glaubten zunächst an Geister, die sie in der Natur, in Bäumen, Flüssen oder Bergen erkannten. Aber sie hatten auch viele Götter, denen sie opferten, weil sie glaubten, dass sie ihnen dann im Leben helfen würden. Einige der wichtigsten Götter der Griechen waren zum Beispiel Zeus, Athene oder Apollon. Jeder Gott hatte ein bestimmtes Gebiet, für das er verantwortlich war, so gab es beispielsweise die Göttin Hestia, die das Feuer im Haus schützte oder Dionysos, der für den Wein und das Feiern zuständig war. Die Griechen glaubten außerdem, dass die Seele nach dem Tod in die Unterwelt gelangen würde, wo sie, je nachdem, ob der Mensch ein gutes oder schlechtes Leben geführt hatte, entweder in Freuden oder voller Qualen ewig weiterleben müsste.

Homer

Sind einige von Ihnen heute noch berühmt?[Bearbeiten]

Viele Griechen sind heute noch berühmt. Das liegt einerseits daran, dass die Griechen viele Bücher geschrieben haben, die wir heute noch lesen können. Andererseits haben auch viele Griechen so interessante Werke hinterlassen, dass sie ganz wichtig für alle anderen europäischen Dichter und Wissenschaftler geworden sind. Zu den berühmten Griechen gehören zum Beispiel der Mathematiker Pythagoras, der Philosoph Platon und der Dichter Homer.

Was ist heute noch von ihnen übrig?[Bearbeiten]

Die griechische Sprache hat eine Geschichte von über 3000 Jahren. Altgriechisch war eine sehr wichtige Sprache in der Antike. Viele bedeutende Bücher aus dieser Zeit sind erhalten und werden heute noch gelesen, auch in der Schule. Viele Wörter und Begriffe im Deutschen stammen eigentlich aus dem Altgriechischen, zum Beispiel „Idee“, „Galaxie“, „Fotografie“ oder „Kirche“. Das Griechisch, das man zur Zeit Jesu Christi sprach, nennt man Koine. In dieser Sprache ist das Neue Testament der Bibel, das vom Leben und der Botschaft Jesu Christi handelt, geschrieben. Die Sprache der Griechen entwickelte sich allmählich weiter und nahm Wörter aus anderen Sprachen auf, die die Völker sprachen, die über Griechenland herrschten, besonders Italienisch und Türkisch. Das heutige Griechisch heißt Neugriechisch. Es ist dem Altgriechischen noch ziemlich ähnlich, wird aber ganz anders ausgesprochen. Es lernen ja auch heute noch immer ein paar Schüler die Sprache der Griechen in der Schule. Wissenschaftler verwenden die griechischen Buchstaben.

Das antike Griechenland wird als Wiege Europas bezeichnet. Viele Dinge, die wir heute in der Schule lernen, sind von den Griechen vor vielen Jahrhunderten entdeckt oder erfunden worden. Auch die Demokratie ist eine Errungenschaft der Griechen. Und eigentlich kann man sich gar nicht vorstellen, wie wir auf das, was wir heute kennen oder wissen, ohne die Kultur und Wissenschaft der Griechen gekommen wären.


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