Wikijunior Europa/ Vereinigtes Königreich

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Europa

Einleitung zu Europa
Die Europäische Union

Überblick

Landkarten
Hauptstädte, Sprachen
Europa in Zahlen
Staatliche Strukturen

Anhang

Glossar
Projektdefinition

Die Lage des Vereinigten Königreichs in Europa.

Das Vereinigte Königreich (Langform: Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland) ist ein Land im Nordwesten Europas.[1] Das Vereinigte Königreich hat als Inselstaat Küsten zum Nordatlantik, zur Nordsee, zur Irischen See und zum Ärmelkanal; es grenzt auf der irischen Insel an die Republik Irland und ist durch einen Eisenbahntunnel mit Frankreich verbunden.

Die Hauptstadt ist London. Andere große Städte sind z.B. Birmingham, Glasgow, Liverpool, Edinburgh oder Manchester. Die Währung heißt Pfund Sterling (oft als Britisches Pfund oder nur Pfund bezeichnet); vor allem in den großen Städten kann häufig mit dem Euro bezahlt werden.

Das Vereinigte Königreich besteht aus England, Wales, Schottland und Nordirland. Die Kanalinseln im Ärmelkanal vor der französischen Küste und die Isle of Man in der Irischen See unterstehen zwar der britischen Krone, gehören aber nicht zum Vereinigten Königreich.

Die Flagge des Vereinigten Königreichs heißt Union Jack.

Geschichte

In der Antike besetzen die Römer für rund 350 Jahre den Süden der Insel Großbritannien. Nach ihrem Abzug bilden sich kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später von den – aus Norwegen stammenden – Wikingern beherrscht werden. Die keltische Urbevölkerung wird in die westlichen und nördlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstehen die Königreiche Schottland und England. 1066 erobern die Normannen – Wikinger aus der französischen Normandie – die Insel und prägen sie für die folgenden Jahrhunderte.

Wales gehört seit 1536 und Schottland seit 1707 zum Königreich Großbritannien; beide Länder hatten schon vorher durch Personalunion denselben Monarchen. Auch das Königreich Irland gehört seit 1541 dazu; 1800 verschmelzen die beiden Länder zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland. Seit dem 19. Jahrhundert fühlen sich die Iren von den Engländern verstärkt unterdrückt und bemühen sich um Unabhängigkeit. 1922 wird der größte Teil Irlands unabhängig; das Vereinigte Königreich bezieht sich deshalb jetzt auf Großbritannien und Nordirland.

  •  England
  •  Wales
  •  Schottland
  •  Nordirland
  • Gebiete, die einmal zum British Empire gehörten; teilweise sind sie heute im Commonwealth of Nations verbunden.

    Im 15. und 16. Jahrhundert bilden Spanien und Portugal riesige Kolonialreiche. Angespornt durch deren Reichtümer bauen auch England, Frankreich und die Niederlande Kolonien und Handelsnetzwerke in Amerika und Asien auf. Nach mehreren Kriegen wird Großbritannien die führende Kolonialmacht in Amerika und Indien. Die Unabhängigkeit der USA 1776 bedeutet zwar den Verlust der bevölkerungsreichsten Kolonien. Aber Großbritannien übt nach 1815 in Afrika, Asien und Ozeanien die Vorherrschaft aus, die es erst nach den beiden Weltkriegen verliert.

    Seit dem 19. Jahrhundert bekommen Kolonien mehr Selbständigkeit. Sie werden zu eigenen Staaten, deren Staatsoberhaupt der britische Monarch bleibt, z.B. Kanada 1867, Australien 1901 oder Ägypten 1922. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die meisten Kolonien zu unabhängigen Staaten, so Indien und Pakistan 1947 oder die meisten afrikanischen Kolonien bis 1968. Heute gibt es noch 14 „Britische Überseegebiete“. Sie sind nicht Teil des Vereinigten Königreiches, stehen aber unter seiner Souveränität. Staatsoberhaupt ist der britische Monarch; aber sie haben eigene Regierungsformen und Gesetze. Nur Gibraltar gehört davon zur Europäischen Union.

    Das Commonwealth of Nations ist nur eine lose Verbindung des Vereinigten Königreichs und einer Reihe selbständiger Staaten, die meistens früher britische Kolonien waren.

    Das Vereinigte Königreich ist seit 1973 Mitglied der Europäischen Union. Am 23. Juni 2016 wurde in einer Volksabstimmung der Austritt aus der EU beschlossen. Danach muss über die Austrittsbedingungen und die künftigen Beziehungen zwischen EU und dem Vereinigten Königreich verhandelt werden; frühestens nach zwei Jahren wird der Austritt endgültig wirksam.

    Landschaft und Klima

    Übersichtskarte.

    Das Vereinigte Königreich umfasst 244.820 km² und liegt auf zwei Inseln – Großbritannien und Irland – und mehreren Inselgruppen im Nordwesten Europas. Die wichtigsten Inselgruppen sind die Shetlandinseln, Orkney und die Hebriden vor Schottland, Anglesey nördlich von Wales und die Scilly-Inseln südwestlich von England sowie die Isle of Wight vor der englischen Südküste.[2]

    Größter Teilstaat ist England mit einer Fläche von 130.395 km². Es besteht überwiegend aus Tiefebenen mit Hügelketten. Im Norden gibt es Mittelgebirge; der höchste Punkt ist der Scafell Pike (978 m) im Lake District. Schottland ist 78.772 km² groß und besteht überwiegend aus den gebirgigen Highlands mit wenig Vegetation; in den Grampian Mountains befindet sich mit dem Ben Nevis (1.343 m) auch der höchste Berg des Vereinigten Königreichs. Wales ist 20.779 km² groß und besteht überwiegend aus Mittelgebirgen (bis zu 1085 m Höhe mit dem Snowdon). Nordirland umfasst 13.843 km² und ist überwiegend hügelig; der höchste Berg ist der Slieve Donard mit 849 m.

    Nordirland hat den größten See des Vereinigten Königreichs, den Lough Neagh. Im Norden Englands und in Schottland gibt es ebenfalls viele Seen. Die wichtigsten Flüsse sind Severn und Themse.

    Das Klima ist insgesamt gemäßigt, aber wegen der umgebenden Meere und aufgrund des Einflusses des Golfstroms feucht und wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden. Allgemein ist das Klima im Süden und Osten wärmer und trockener als im Norden und Westen. Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1000 mm pro Jahr (örtlich sogar bis zu 3000 mm), im Süden 700 mm. Da die Durchschnittstemperatur auch im Winter meist über dem Gefrierpunkt liegt, fällt nur wenig Schnee. Ausnahme sind die schottischen Highlands, wo zeitweise auch Wintersport ausgeübt werden kann.

    Bevölkerung

    Regionen und Städte.

    Das Vereinigte Königreich hat rund 61 Mio. Einwohner, die sich etwa so auf die Länder verteilen: England 84 %, Schottland 8 %, Wales 5 %, Nordirland 3 %. Die Bewohner verstehen sich überwiegend als Briten; es gibt aber (regional unterschiedlich starke) Bestrebungen zu größerer Eigenständigkeit von der Zentralregierung in London.

    Die Bevölkerung besteht zu 92 % aus Weißen und zu 8 % aus Einwanderern und deren Nachkommen. Diese stammen überwiegend aus ehemaligen Kolonien in der Karibik sowie aus Indien, Pakistan und Bangladesh. Weitere größere Gruppen sind Chinesen, Singhalesen (aus Sri Lanka) und Polen.

    Englisch ist die Hauptsprache und wird von 95 % als einzige Landessprache verwendet (in vielen Dialekten). Einige Minderheitensprachen sind in den jeweiligen Regionen offiziell anerkannt: In Wales wird Walisisch von etwa 20 % der Bevölkerung gesprochen. In Schottland wird Schottisch-Gälisch (mit dem Irischen verwandt) von etwa 1,5 % (auf den Hebriden bis zu 75 %) der Bevölkerung und das (Lowland) Scots (mit dem Englischen verwandt) von 30 % verwendet. In Nordirland sprechen 7 % der Bevölkerung Irisch.

    Die Mehrzahl der Einwohner (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Etwa 45 % fühlen sich der anglikanischen Kirche zugehörig, 19 % anderen protestantischen Kirchen und 10 % der katholischen Kirche. In Nordirland ist ungefähr die Hälfte der Bevölkerung katholisch, die andere ist protestanisch. Etwa 14 % gehören keiner Religion an, 8 % machen keine Angabe. Zu den verbleibenden Minderheiten zählen vor allem Islam, Hinduismus, Sikhismus und Judentum.

    Die Anglikanische Kirche ist eine weltweite christliche Gemeinschaft, die in ihrer Lehre eher zu den protestantischen Kirchen gehört und in der Liturgie viele Gemeinsamkeiten mit der römisch-katholischen Kirche hat. Die „Church of England“ ist die einzige Landeskirche, an deren Spitze der Monarch steht.

    Sehenswürdigkeiten

    Das Vereinigte Königreich ist ein sehr beliebtes Reiseziel mit über 30 Millionen ausländischen Touristen pro Jahr. Mit Abstand am beliebtesten ist London (u.a. Buckingham Palast, Westminster Abbey, Tower Bridge, das Riesenrad). Andere bei Touristen populäre Städte sind Cambridge, Oxford, Edinburgh, Cardiff, Manchester und Liverpool.

    Weitere berühmte Sehenswürdigkeiten sind Stonehenge, die Ruine der Kathedrale von Coventry, die Royal Mile in Edinburgh oder die Nationalbibliothek von Wales in Cardiff.

    Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

    Siehe auch

    Mit Hilfe von Wikipedia gibt es weitere Informationen über das Vereinigte Königreich, beispielsweise:


    Hinweise

    1. Die Formulierung Großbritannien wird manchmal auch für das gesamte Königreich und nicht nur für die größere Insel verwendet; aber das ist falsch.
    2. Die oft verwendete Bezeichnung britische Inseln ist sehr ungenau: Wenn es als geografischer Begriff verwendet wird, gehören die Kanalinseln nicht dazu, weil sie unmittelbar vor der Küste Frankreichs liegen. Wenn es als politischer Begriff verwendet wird, ist strittig, ob die irische Insel dazugezählt werden darf. Also ist es besser, immer genau zu sagen, was man meint.