Wikijunior Europa/ Staatliche Strukturen

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Europa

Einleitung zu Europa
Die Europäische Union

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Europa in Zahlen
Staatliche Strukturen

Anhang

Glossar
Projektdefinition

Hier steht ein Überblick über die staatlichen Strukturen aller europäischen Länder. Anschließend folgen einige kurze Erläuterungen.

In der Tabelle stehen:

  • Titel (Bezeichnung) von Staatsoberhaupt und Regierungschef; wenn das Staatsoberhaupt fett gedruckt ist, hat es zusätzliche Bedeutung.
  • Bezeichnung des Parlaments; wenn das Parlament aus zwei „Kammern“ besteht, sind beide aufgeführt.
  • Das Gründungsjahr bezieht sich auf den Staat in der jetzigen Form; das Land selbst kann (wie Deutschland) viel älter sein. Manchmal gibt es zwei Jahreszahlen, wenn die politische Entwicklung nicht eindeutig war.
Land Staatsoberhaupt
Regierungschef
Parlament Gründung
Albanien Staatspräsident
Premierminister
Parlament 1912
Andorra Kofürsten
Regierungshaupt
Generalrat 1278
Armenien Präsident
Ministerpräsident
Nationalversammlung 1991
Aserbaidschan Präsident
Premierminister
Nationalversammlung 1991
Belgien König
Premierminister
Abgeordnetenkammer
Senat
1830
Bosnien und Herzegowina Staatspräsidium
Ministerpräsident
Abgeordnetenhaus
Kammer der Völker
1992
Bulgarien Präsident
Ministerpräsident
Nationalversammlung 1878
Dänemark Königin
Ministerpräsident
Folketing 980
Deutschland Bundespräsident
Bundeskanzler
Bundestag
Bundesrat
1949
Estland Präsident
Premierminister
Staatsversammlung 1991
Finnland Präsident
Ministerpräsident
Parlament 1917
Frankreich Staatspräsident
Premierminister
Nationalversammlung
Senat
843
Georgien Präsident
Premierminister
Parlament 1991
Griechenland Staatspräsident
Premierminister
Parlament 1821/1830
Irland Präsident
Ministerpräsident
Repräsentantenhaus
Senat
1921
Island Präsident
Premierminister
Althing 1918
Italien Staatspräsident
Ministerpräsident
Abgeordnetenkammer
Senat
1861
Kasachstan Präsident
Premierminister
Unterhaus
Senat
1991
Kosovo Staatspräsident
Premierminister
Versammlung 2008
Kroatien Präsident
Premierminister
Parlament 1991
Lettland Präsident
Ministerpräsident
Saeima 1991
Liechtenstein Fürst
Regierungschef
Landtag 1806
Litauen Präsident
Ministerpräsident
Seimas 1990
Luxemburg Großherzog
Ministerpräsident
Abgeordnetenkammer 1815
Malta und Gozo Staatspräsident
Premierminister
Repräsentantenhaus 1964
Mazedonien Präsident
Ministerpräsident
Parlament 1991
Moldawien Präsident
Premierminister
Parlament 1991
Monaco Fürst
Staatsminister
Nationalrat 1441
Montenegro Staatspräsident
Ministerpräsident
Parlament 2006
Niederlande Königin
Ministerpräsident
Zweite Kammer
Erste Kammer [1]
1581/1648
Norwegen König
Premierminister
Storting 1814/1905
Österreich Bundespräsident
Bundeskanzler
Nationalrat
Bundesrat
1945
Polen Staatspräsident
Ministerpräsident
Sejm
Senat
1918
Portugal Staatspräsident
Ministerpräsident
Versammlung der Republik 1143/1910
Rumänien Präsident
Premierminister
Abgeordnetenkammer
Senat
1877
Russische Föderation Präsident
Ministerpräsident
Staatsduma
Föderationsrat
1990
San Marino 2 Regenten Großer und Allgemeiner Rat 301
Schweden König
Ministerpräsident
Reichstag 1523
Schweiz Bundesrat Nationalrat
Ständerat
1848
Serbien Präsident
Ministerpräsident
Volksversammlung 1835/2006
Slowakei Präsident
Ministerpräsident
Nationalrat 1993
Slowenien Staatspräsident
Ministerpräsident
Nationalversammlung
Nationalrat
1991
Spanien König
Ministerpräsident
Abgeordnetenhaus
Senat
1504/1978
Tschechien Präsident
Ministerpräsident
Abgeordnetenhaus
Senat
1993
Türkei Staatspräsident
Ministerpräsident
Große Nationalversammlung 1923
Ukraine Präsident
Ministerpräsident
Parlament 1991
Ungarn Staatspräsident
Ministerpräsident
Parlament 1918
Vatikanstadt Papst
Kardinalstaatssekretär
(fehlt) 1929
Vereinigtes Königreich Königin
Premierminister
Unterhaus [2]
Oberhaus [3]
1066/1800
Weißrussland Präsident
Ministerpräsident
Repräsentantenkammer
Rat der Republik
1991
Zypern Staatspräsident Repräsentantenhaus 1960/1974

Hinweise

  1. Die Zweite Kammer ist das eigentliche, von den Bürgern gewählte Parlament; die Erste Kammer ist die Vertretung der Provinzräte.
  2. House of Commons
  3. House of Lords

Vatikanstadt

Der Staat der Vatikanstadt ist eine absolute Monarchie, in der das Staatsoberhaupt – der Papst – gewählt wird und danach über alle Macht verfügt. Dabei wird er durch den Kardinalstaatssekretär unterstützt, der so etwas wie ein Regierungschef ist.

Alle anderen Länder

Die folgenden Erläuterungen gelten für alle anderen Länder, aber nicht für Vatikanstadt.

Mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs verfügen alle Länder über eine geschriebene und vom Volk oder dem Parlament gebilligte Verfassung. Im Vereinigten Königreich haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele Regeln entwickelt, die wie eine Verfassung gelten.

Länder, dessen Staatsoberhaupt ein Präsident ist, heißen Republik; das Staatsoberhaupt wird gewählt. Länder, dessen Staatsoberhaupt ein König, Fürst o.ä. ist, heißen Monarchie; das Staatsoberhaupt erhält sein Amt automatisch als Erbe eines Vorfahren.

Alle europäischen Länder verfügen über ein Parlament, dessen Mitglieder gewählt werden (in der Regel in einer allgemeinen Wahl durch das Volk) und das zuständig ist für Beschlüsse über Gesetze.

Ob der Regierungschef nur vom Parlament abhängig ist oder vom Staatsoberhaupt, wird in der Verfassung geregelt.

  • In Ländern, bei denen das Staatsoberhaupt fett gedruckt ist, hat dieses die größere Macht. Das Staatsoberhaupt ernennt oder entlässt den Regierungschef nach eigenem Willen; in der Regel benötigt die Regierung anschließend das „Vertrauen“ (also die Zustimmung) durch die Mehrheit im Parlament.
  • In Ländern, bei denen das Staatsoberhaupt normal gedruckt ist, bestimmt die Mehrheit des Parlaments den Regierungschef. Das Staatsoberhaupt ernennt und entlässt den Regierungschef so, wie das Parlament entscheidet; das Staatsoberhaupt beeinflusst höchstens durch Beratung die Auswahl des Regierungschefs.

In Liechtenstein und Monaco regelt eine Verfassung die Macht des Monarchen; diese Länder heißen Konstitutionelle Monarchien. In den anderen europäischen Monarchien entscheidet das Parlament über Regierung und Politik; diese Länder heißen Parlamentarische Monarchien.

Siehe auch

Auf den folgenden Wikipedia-Seiten gibt es Erläuterungen zu den verschiedenen politischen Begriffen.