Wikijunior Europa/ Russische Föderation

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Europa

Einleitung zu Europa
Die Europäische Union

Überblick

Landkarten
Hauptstädte, Sprachen
Europa in Zahlen
Staatliche Strukturen

Anhang

Glossar
Projektdefinition

Die Lage Russlands in Europa und Asien.

Russland heißt offiziell Russische Föderation. Es ist Rechtsnachfolger der Sowjetunion und das größte Land der Welt.

Der größte Teil des Landes liegt in Asien, aber der Hauptteil der Bevölkerung lebt in Europa. Die Grenze zwischen Europa und Asien in Russland ist der Ural, womit sowohl das Gebirge als auch der gleichnamige Fluss gemeint sind. In Europa grenzt Russland an Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Ukraine, Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan. In Asien grenzt es an China, die Mongolei und Nordkorea.

Zu Russland gehört noch die Oblast Kaliningrad. Diese Exklave grenzt an Litauen und Polen und gehörte bis 1945 als nördlicher Teil von Ostpreußen zu Deutschland.

Die Hauptstadt ist Moskau (über 10 Mio. Einwohner). Andere große Städte im europäischen Teil Russlands sind St.Petersburg (über 4 Mio.) oder Nischni Nowgorod an der Wolga (über 1 Mio.). Insgesamt gibt es im europäischen Teil acht Städte und im asiatischen Teil drei Städte mit mehr als 1 Mio. Einwohner. Die Währung ist der Rubel.

Russland ist Ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates der Vereinten Nationen. Als Großmacht ist es eher als Konkurrent zur NATO oder zur Europäischen Union anzusehen.

Die Flagge der Russischen Föderation.

Geschichte

Russlands Geschichte ist sehr bewegt, der folgende Text ist deshalb nur eine Kurzfassung der wichtigsten Entwicklungen.

Russland wird durch schwedische Seefahrer, die Wikinger, genauer deren Kriegerkaufleute ab dem achten Jahrhundert nach Christus gegründet, als diese die Flüsse hinauffahren, sich mit der slawischen Bevölkerung mischen und mit ihr zusammen das Land besiedeln. Im Zuge von Kriegen um den Thronnachfolger (Erbfolgekriege) beginnt das alte russische Reich am Anfang des 12. Jahrhunderts zu zerfallen, sodass die anstürmenden Mongolen unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern den größten Teil des damaligen russischen Reiches beherrschen.

Russland zur Zeit der größten Ausdehnung 1867.

Das Großfürstentum Moskau kann sich schließlich von der Mongolenherrschaft befreien; 1547 wird ein neues russisches Zarenreich gegründet. (Zar ist die slawische Version des Titels Kaiser, der ebenfalls vom römischen Caesar abgeleitet ist.) Dieses Reich weitet seinen Herrschaftsraum ständig in alle Himmelsrichtungen aus, zum Beispiel: ab 1558 Eroberung Sibiriens, 1721 Vorherrschaft im Ostseeraum, 1772–1795 Aufteilung Litauen-Polens, 1768–1792 Eroberung der Schwarzmeerküste und des Kaukasus vom Osmanischen Reich.

Innenpolitisch bleibt Russland ein undemokratischer, zentralistischer Staat, in dem der Zar und der Adel die Macht in den Händen halten. Anders als in anderen europäischen Ländern bringt die Industrialisierung nicht die Ausweitung von bürgerlichem Handeln und Forderungen nach Demokratisierung. Dies führt schließlich – zusammen mit militärischen Problemen im Ersten Weltkrieg – im Februar 1917 zur Revolution und zur Abdankung des Zaren. Dieser republikanischen Herrschaft macht kurz darauf die kommunistische Oktoberrevolution unter Lenin ein Ende.

Im folgenden Bürgerkrieg werden Estland, Lettland und Litauen unabhängig; Polen erobert Teile von Weißrussland und der Ukraine. Innenpolitisch gewinnen aber die Kommunisten; als Ergebnis wird 1921 Russland als Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik gegründet, die Ende 1922 zusammen mit anderen Teilen des Zarenreiches die Sowjetunion bildet. Im Zweiten Weltkrieg erobert die Sowjetunion die baltischen Länder und auch Polen.

Ab 1990 erklären sich die einzelnen Republiken der Sowjetunion nach und nach für unabhängig. Die Sowjetunion wird aufgelöst. Russland selbst geht in der Russischen Föderation auf, es ist ein Vielvölkerstaat und besteht innerhalb des gesamten russischen Staatsgebiets aus etwa 50 von Russland abhängigen Teilstaaten und Regionen.

Nach 1992 werden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Aber Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und wirtschaftliche Handlungsfreiheit entsprechen nicht dem, was wir in Mitteleuropa für angemessen halten. Es wirkt sich immer noch aus, dass Russland im Zarenreich und in der Sowjetunion diktatorisch geführt wurde und sich kein bürgerliches Freiheitsdenken entwickelt hat.

Landschaft und Klima

Übersichtskarte.

Die Fläche Russlands umfasst insgesamt 17.075.400 km², davon in Europa 3.952.550 km² und in Asien 13.122.850 km².

Das Land hat Küsten zum Arktischen Ozean, zur Ostsee, dem Schwarzen Meer, zum Kaspischen Meer, zum Japanischen Meer, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee.

Es gliedert sich hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung, vergleiche die Übersichtskarte): die Osteuropäische Ebene westlich des Uralgebirges, das Westsibirische Tiefland östlich des Ural, das Nordsibirische Tiefland südlich des Arktischen Ozeans, das Mittelsibirische Bergland zwischen den Flüssen Jenissei und Lena, die Südsibirischen Gebirge im Süden Sibiriens, die Mitteljakutische Niederung in der Fluss-Niederung der Lena, das Ostsibirische Bergland östlich der Lena und das Ostsibirische Tiefland südlich der Ostsibirischen See.

Im westlichen Russland gibt es die weltweit größten Waldreservate, die häufig als die Lungen Europas bezeichnet werden. Der Elbrus im Kaukasus ist mit 5.642 m der höchste Berg Europas.

Russland hat Tausende Flüsse und Binnengewässer. Der größte, tiefste, reinste und älteste Süßwassersee der Welt ist der Baikalsee. Er allein enthält über ein Fünftel des Süßwassers der Erde. Andere große Seen sind der Ladogasee und der Onegasee, die beiden größten Seen in Europa. Von Russlands 100.000 Flüssen sind in Europa die Wolga, der längste Fluss Europas, Don, Dnjepr und Ural am wichtigsten, in Asien Ob, Jenissei, Lena und Amur.

Das Klima weist schon wegen der Größe sehr unterschiedliche Zonen auf. Es ist weitgehend kontinental geprägt, also von großen Unterschieden zwischen Sommer und Winter. In vielen Teilen des Landes kann man nur zwei Jahreszeiten unterscheiden, den Winter und den Sommer. Der Frühling und der Herbst sind nur kurze Zeiträume, in denen die Temperatur von sehr kalter Wintertemperatur zu warmer Sommertemperatur wechselt. Im Nordosten Sibiriens liegt der Kältepol der nördlichen Halbkugel (1964 wurden -72,0 °C gemessen). Weil der Boden im Norden dauerhaft gefroren ist („Permafrost“) oder den größten Teil des Jahres, gibt es dort Steppe.

Bevölkerung

Russland hat etwa 142 Millionen Einwohner, davon 104 Mio. im europäischen und 38 Mio. im asiatischen Teil. Ethnische Russen stellen ungefähr 80 % der Bevölkerung, es gibt aber noch fast 100 andere Völker. Die bedeutendsten Minderheiten sind Tataren (4,0 %), Ukrainer (2,2 %), Armenier (1,9 %), Tschuwaschen (1,5 %), Baschkiren (1,4 %) und Deutsche (0,8 %). Viele Minderheiten haben eigene Teilrepubliken und autonome Regionen, in denen sie manche speziellen Angelegenheiten unabhängig von der russischen Zentralregierung regeln können. Mehr als 80 % der Russen leben in den westlichen und südlichen Gebieten des Landes.

Die einzige Amtssprache Russlands ist Russisch. Daneben ist die Volkssprache der Minderheiten meistens auch zweite Amtssprache in der jeweiligen Region. Alle Sprachen müssen mit dem kyrillischen Alphabet geschrieben werden.

Wegen Russlands enormer Größe gibt es viele im Land ausgeübte Religionen. Während in der Zeit der Sowjetunion alle Kirchen unterdrückt worden waren, sind inzwischen wieder zwei Drittel der Bevölkerung religiös. Die Mehrheit der Gläubigen sind russisch-orthodoxe Christen; daneben gibt es große Minderheiten vor allem von Moslems sowie von Buddhisten, anderen christlichen Konfessionen und Juden. Mindestens ein Drittel der Bevölkerung bezeichnet sich jedoch als Atheisten oder Konfessionslose.

Sehenswürdigkeiten

Russland ist wegen der Größe und Vielfalt ein faszinierendes Reiseland vor allem für Reisegruppen. Touristen, die ihre Reise selbst organisieren wollen, werden häufig durch Visa-Beschaffung, sprachliche Hürden und ähnliche Probleme abgeschreckt.

Die meisten Touristen besuchen die Städte Moskau und St. Petersburg mit einigen der berühmtesten Sehenswürdigkeiten wie dem Roten Platz in Moskau – Basilius-Kathedrale, Lenin-Mausoleum, Kreml – oder der Eremitage und der Auferstehungskirche in St. Petersburg. Sehr populär sind Kreuzfahrten auf den Flüssen oder dem Schwarzen Meer und die Stadt Sotschi am Schwarzen Meer, die für ihre Strände bekannt ist und 2014 Austragungsort der olympischen Winterspiele ist. Auch eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn – möglichst mit Unterbrechung an Zwischenstationen – ist ein unvergessliches Erlebnis.

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Siehe auch

Mit Hilfe von Wikipedia gibt es viele weitere Informationen über Russland, beispielsweise: