Aus Deutschland in die USA umziehen: Elektrizität

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Elektrizität[Bearbeiten]

Amerikanischer Netzstecker und Standardsteckdose. Der dritte Kontakt ist für die Erdungsleitung.

Statt 220/230 Volt beträgt die Netzspannung in den USA 120 Volt. Die meisten in Deutschland gekauften netzabhängigen elektrischen Geräte kann man ohne Hilfsmittel wie Adapter und Umspanngeräte nicht anschließen. Deckenlampen (besonders für Wohn- und Schlafräume) sollte man übrigens schon deshalb am besten gar nicht erst mitnehmen, weil dafür in den meisten Wohnungen und Häusern gar keine Anschlüsse vorhanden sind. Amerikaner verwenden – außer in Nutzräumen, Fluren, Bädern, Küchen und Esszimmern – meist Stehlampen oder Deckenfluter, die an eine Steckdose angeschlossen werden, die wiederum über einen neben der Tür befindlichen Lichtschalter gesteuert wird.

Technische Details[Bearbeiten]

Die normale Netzspannung beträgt 120 Volt bei 60 Hz. Bei neueren Gebäuden werden 2 Phasen mit 60 Hz angeliefert, welche sich darin unterscheiden, dass ihre Sinuskurve 180° von einander getrennt ist (vgl. mit drei deutschen Drehstrom Phasen von je 230 Volt, welche Sinuskurven seitig 120° von einander getrennt sind). Dies führt dazu, dass wenn man nicht eine US-Phase gegen Nullleiter anschließt (120 Volt), sondern stattdessen diese beiden US Phasen gegeneinander verwendet, man 240 Volt bei 60Hz erhält.Großverbraucher wie Herde, Wäschetrockner oder auch Klimaanlagen werden dann in USA mit 2 Phasen und ggf. einer Sicherungserdung aber ohne Nullleiter an 240 Volt angeschlossen. Einfache deutsche Geräte, ohne viel komplizierter Elektronik, z.B. Staubsauger (praktisch nur ein Motor), können dann an 240 Volt mit 2 US-Phasen betrieben werden. Je einfacher im Aufbau und qualitativ höherwertiger das Gerät, desto eher macht die erhöhte Spannung von 10 Volt den Geräten nichts aus. Trotzdem besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Lebensdauer des Gerätes gemindert wird, da z.B. beim Staubsauger die 60 Hz., welche in den USA anstehen auch eine höhere Drehzahl des Motors bedeutet, was z.B. für seine ursprünglich ausgelegten Kugellager unangenehm sein kann. Auch z.B. Einfache Standard Kühlschränke, Neonröhren und sonstige Geräte, welche praktisch nur einen Motor ohne komplizierte Elektronik enthalten (Heckenschere, Bohrmaschine, Stichsäge, usw.) können so betrieben werden.

Sehr Wahrschinlich nicht funktionieren werden Geräte aus Deutschland oder Europa in USA, welche z.B. einen timer verwenden (z.b. Waschmaschine oder Trockner), da diese meist die Zeitmessung über die anstehenden Hz. des Stromnetzes regeln und diese sich von 50 zu 60 Hz. unterscheiden. Hier wird dann ein Frequenzumformer benötigt.

Die niedrigere Spannung führt zu höheren Verlusten beim Transport, weil für gleiche Leistung die (im Vergleich zu 230 V) doppelte Stromstärke fließen muss. Bei der doppelten Stromstärke machen sich Leitungsverluste viel stärker bemerkbar: Die Spannung an der Steckdose hängt stark von der Entfernung zum nächsten Transformator der Elektrizitätsgesellschaft ab. Es können Spannungen zwischen 102 und 132 Volt anliegen.

Die Frequenz von 60 Hz anstatt der europäischen 50 Hz bedeutet hingegen nichts grundlegend Besseres, sondern ist historisch bedingt. Aus Europa mitgebrachte E-Geräte haben, sofern man einen Transformator 120 → 240 V vorschaltet, mit den 60 Hz keine Probleme. Eine Ausnahme sind lediglich manche Uhren (einschließlich Wecker, eingebaute Zeitnehmer, etc.), die ihren Takt aus der Netzfrequenz ableiten und dann deutlich vorgehen.

Grundsätzlich ist es möglich, an einem amerikanischen 240-Volt-Anschluss Geräte zu betreiben, die aus Deutschland mitgebracht wurden. Passende Adapter sind aber käuflich nicht zu erwerben. Aufgrund der höheren maximal zulässigen Stromstärke (20-40 Ampere) kann es auch zu einer Überlast in den deutschen Zuleitungen oder Steckerleisten kommen, wenn das mitgebrachte Gerät fehlerhaft (Kurzschluss) ist, so dass zweipolige 15-Ampere-Sicherungen vorgeschaltet werden sollten.

Der Stecker ist entweder Typ A oder B, während in Deutschland Typ C oder F (auch CEE 7/4 oder Schuko-Stecker) verwendet wird.

Umschaltbarkeit von Geräten[Bearbeiten]

Bevor man unbesehen alles verkauft, was man an Elektrogeräten besitzt, sollte man genau prüfen, ob dieses oder jenes Gerät nicht vielleicht doch umschaltbar ist. Ein Hinweis darauf, bei welcher Spannung ein Gerät betrieben werden kann, ist in der Regel an der Rückseite angebracht. Besonders häufig können Netzteile umgeschaltet werden. Umschaltbar sind auch viele Computer – v. a. Laptops – und Rasierapparate. Moderne Schaltnetzteile passen sich oft sogar automatisch an (typische Aufschrift: AC Input: 100-240V 50-60Hz). Für solche Geräte benötigt man nur ein neues Kabel (siehe IEC 60320) oder einen Stecker-Adapter. Der Austausch oder Nachkauf eines geeigneten und dafür vorgesehenen Netzteils kann ebenfalls in Frage kommen.

Umspanngeräte und Adapter[Bearbeiten]

Zu unterscheiden ist zwischen einem Converter für elektrische Geräte und einem Transformer für elektronische Geräte. Die Leistung von Umspanngeräten ist leider so gering, dass immer nur einzelne Geräte versorgt werden können. Umspanngeräte und Adapter, mit denen man in Deutschland gekaufte Geräte anschließt, muss man aus Deutschland mitnehmen. In den USA sind sie nicht leicht erhältlich. Noch schwieriger sind Transformer zu finden, mit denen man amerikanische Geräte in Deutschland (bei 220/230 Volt) betreiben kann. Diese Transformatoren kann man aber in gut sortierten Elektronik.- bzw. Elektrohandel bekommen.

Adapter und Steckerleisten[Bearbeiten]

Wollen Sie mehrere elektrische Geräte in die USA mitnehmen, die nicht über ein umschaltbares Netzteil verfügen, so kann es eine sinnvolle Lösung sein, einen Transformator (step up converter, konvertiert von 120 auf 240 Volt) in den USA zu kaufen und an diesen eine Steckerleiste mit deutschen Schuko-Steckern anzuschließen. Die müssen Sie natürlich mitbringen. Beachten Sie auch hier die für die Kabel zugelassen Maximalströme. Einige Adapter verbinden den Schutzleiter nicht; dies ist gefährlich, da bei dem so betriebenen Gerät im Fehlerfall berührbare leitende Teile unter Spannung stehen.

Für Fachleute der Elektrotechnik[Bearbeiten]

Einige Geräte sind für den weltweiten Vertrieb konstruiert worden. Geräte mit Heizungen, wie z.B. Reiskocher verfügen über zwei Heizelemente, die je nach Auslieferungsland in Reihe oder Parallel geschaltet werden. Bei Schaltnetzteilen kann die Delon-Brückenschaltung in Frage kommen. Diese steckt hinter dem 115/230-V-Spannungsumschalter. Genauso können zwei Phasen vom dort seltenen Drehstrom für Spannungen von etwa 170 V / 60 Hz herangezogen werden. Mit einiger Wahrscheinlichkeit haben Sie das Einphasen-Dreileiternetz (Split-Phase Electric Power) im Haus und damit 240 V / 60 Hz. Sollten Sie dieses nutzbar machen, achten Sie darauf, dass beide Leiter zusammen über maximal je 16 A über ein Paar am Schalter gekoppelte und somit gemeinsam auslösende Sicherungsautomaten abgesichert sind. Jeglichen Maßnahmen dieser Art bedürfen einer sowohl einer rechtlichen und technischen fundierten Fachkenntnis und Erfahrung, sowie ausschließlich geeignetes und zugelassenes Material. Beachten Sie auch die lokalen Vorschriften, sowie die Bedingungen der Versicherungen. Umbauten, bei denen nur der kleinste Zweifel besteht, sollten daher dringend unterlassen werden.

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