Aus Deutschland in die USA umziehen: Angelegenheiten in Deutschland ordnen

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Startseite | Einleitung | Literatur und Weblinks | Druckversion

Vor dem Umzug: Angelegenheiten in Deutschland ordnen | Rente und Altersvorsorge | Wertpapiere | Arztbesuch und Impfungen | Papiere | Devisenbeschaffung | Was man mitnehmen sollte | Was man nicht mitnehmen sollte | Elektrizität | Umzug organisieren | Haustiere | Flug und Einreise

Nach dem Umzug: Unterkunft | Immobilienerwerb | Einen Haushalt starten | Telefon, Internet, Post | Social Security | Banken und Zahlungsmittel | Krankenversicherung und Gesundheit | Mietwagen | Autokauf | Amerikanischer Führerschein

Leben in den USA: Arbeiten in den USA | Steuern | Ehepartner | Kinder | In den USA ein Kind bekommen | Bürgerrechte und -pflichten | Artikel, die in den USA wider Erwarten doch erhältlich sind | Nützliche USA-Daten

Angelegenheiten in Deutschland ordnen[Bearbeiten]

Was Sie in Deutschland vor der Abreise zu ordnen haben, hängt davon ab, was Sie dort zurücklassen und ob Sie planen, in absehbarer Zeit zurückzukehren.

Wohneigentum[Bearbeiten]

Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzt und nur vorübergehend ins Ausland ziehen will, muss abwägen, ob ein Verkauf sinnvoll ist. Dagegen spricht, dass man im Falle eines Verkaufes den deutschen Behörden kaum noch plausibel machen kann, dass man trotz des Wegzugs weiterhin ein Standbein in Deutschland hat und dort praktisch mehr Zeit verbringt als im Ausland. Beispielsweise verliert man nach einer vollständigen Abmeldung jeglichen Anspruch auf Kinder- und Erziehungsgeld, für das es in den USA keinen Ersatz gibt. Auch können Erziehungszeiten, die im Ausland verbracht werden, nicht auf die deutsche Rentenversicherung angerechnet werden. Besonders hart trifft dies jene Frauen, die für die Auslandstätigkeit ihres Mannes vorübergehend ihre eigene Arbeit aufgeben und die erzwungene Auszeit für ein Babyjahr nutzen.

Wer seine Immobilie behalten will, muss abwägen, ob sich eine Vermietung lohnt. Das bringt zusätzliche Einkünfte, birgt jedoch auch das Risiko kostspieliger und nervenaufreibender Komplikationen, etwa wenn sich ein übereilt ausgewählter Mieter als säumiger Zahler erweist. Wenn Sie für Ihr Haus einen Mieter suchen, der dort nur vorübergehend wohnen soll, sind Sie möglicherweise gut beraten, Ihr Vermietungsangebot zunächst den internationalen Einrichtungen Ihrer Stadt vorzulegen, z. B. ausländischen Kulturinstituten, Sprachenschulen usw. Solche Einrichtungen beschäftigen häufig Mitarbeiter, die nur für ein oder zwei Jahre nach Deutschland kommen. Auf diese Weise stellt man nicht nur sicher, dass der Mieter Einkommen hat, sondern hat mit dem Arbeitgeber im Falle von Problemen eventuell einen zusätzlichen Ansprechpartner.

Versicherungen[Bearbeiten]

Wer bereits seit längerer Zeit eine private Krankenversicherung hat, muss überlegen, ob es sich lohnt, einen Anwartschaftsvertrag abzuschließen, damit man nach einer Rückkehr nach Deutschland nicht als Neukunde unter ungünstigen Konditionen einsteigen muss. Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse werden dort nach einem Auslandaufenthalt auf jeden Fall wieder aufgenommen. Jedoch ist Vorsicht bei manchen Krankenkassen geboten, die die Anwartschaft zeitlich begrenzen.

Viele in Deutschland abgeschlossene Versicherungen (z. B. Lebensversicherungen) können bei einem Umzug ins Ausland „mitgenommen“ werden. Unbedingt sollte man sich vom Anbieter jedoch schriftlich bestätigen lassen, dass die Police nach dem Umzug ins Ausland nicht ihre Gültigkeit verliert. Andernfalls zahlt man womöglich weiterhin Beiträge, erhält im Schadensfall jedoch keine Leistungen. Eine mündliche Zusage genügt auf keinen Fall, da sich beim Nachhaken oft herausstellt, dass voreilig am Telefon erteilte Zusagen schließlich doch nicht eingehalten werden. Deutsche Versicherungsverträge aufrechtzuerhalten, kann unter Umständen sehr lohnend sein, etwa bei Risiko-Lebensversicherungen, die in Deutschland unter viel günstigeren Konditionen abgeschlossen werden können als in den USA. Doch man sollte darauf achten, dass die Police weltweit gültig ist. Der Versicherungsschutz sollte in den USA gültig sein.

Da es, wenn man Deutschland erst einmal verlassen hat, kaum noch möglich ist, dort noch eine neue Versicherung abzuschließen, sollte man generell überlegen, welche Versicherungen einem vielleicht noch fehlen. Besonders lohnt es sich, über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachzudenken. Durch einen Umzug in die USA fallen Sie möglicherweise aus allen bisher noch bestehenden sozialen Sicherungen heraus. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie zwar auch in den USA abschließen, wahrscheinlich jedoch zu weniger günstigen Bedingungen. Sinnvoll ist möglicherweise auch, noch in Deutschland eine Versicherung einzukaufen, die Ihnen in dem (eventuell sehr kostspieligen) Fall eines Verlustes Ihres amerikanischen Jobs über die Runden hilft.

Wer Kinder hat oder plant, sollte sich außerdem Gedanken über eine Risiko-Lebensversicherung machen. Vergessen sollten Sie dabei nicht, dass in einem Unglücksfall auch ein überlebender berufstätiger Elternteil auf zusätzliche Einnahmen angewiesen ist, um Betreuungs- und Erziehungsleistungen, die bisher innerhalb der Familie erbracht wurden, als Dienstleistung einkaufen zu können.

Wie man in den USA schon aus der Fernsehwerbung lernen kann, lebt dort eine ganze Industrie von Juristen davon, Menschen zu ihrem Recht zu verhelfen, die nach einem Schadensfall auch noch von ihren Versicherungen enttäuscht worden sind. Versicherungsverträge sollten im Zweifelsfall lieber in Deutschland abgeschlossen werden.

Rechnen Sie übrigens nicht damit, in den USA einen Anbieter für eine gute, leistungsfähige Rechtsschutzversicherung finden zu können. Anwälte, die sich auf dem Gebiet, auf dem Sie vielleicht Rat suchen, auskennen, lassen sich ihre Expertise äußerst gut bezahlen und arbeiten gewiss nicht für die paar Dollar, die eine Versicherung zu erstatten bereit ist. Ein Beratungstermin beim Vertragsanwalt einer amerikanischen Rechtsschutzversicherung kann für einen Europäer leicht zu einer der desillusionierendsten Erfahrungen seines USA-Aufenthaltes werden.

Zu diesem gesamten Kapitel möchte ich hinzufügen, dass Versicherungen teilweise als "incentives" vom Arbeitgeber angeboten werden und bei guten Firmen teilweise den europäischen Standard bei weitem Überschreiten. Auf der anderen Seite kann man aber auch mit der sozial harten Realität des Landes konfrontiert werden, was die europäischen Maßstäbe nach unten hin bei weitem übertrumpft. Also sollten Sie Ihre Versicherungen als "Anwartschaften" mitnehmen und dann erst aufgeben, wenn klar ist ob Sie auch wirklich für immer in den USA bleiben wollen!

Kündigungen, Umzugsmitteilungen, Kommunikation[Bearbeiten]

Nicht vergessen sollte man auch, allen Dienstleistern (Telefon, Strom usw.) fristgerecht zu kündigen sowie Zeitungen und Zeitschriften abzubestellen. Gegen eine moderate Gebühr kann man bei der Deutschen Post einen Antrag auf Nachsendung der Post stellen. Dieser Service wird wahlweise für einen Zeitraum von 6 oder 12 Monaten angeboten. Den Antrag stellt man am besten zwei bis drei Wochen vor dem Umzug. Trotzdem ist es nützlich, einen Angehörigen zu bitten, seinen Briefkasten als deutsche Korrespondenzadresse zur Verfügung zu stellen. Auch nach einem Wegzug in die USA wird man möglicherweise immer wieder mit Einrichtungen oder Privatpersonen in Deutschland korrespondieren, die Briefe aus Kostengründen oder schlicht aus Unkenntnis nicht ins Ausland schicken.

Die gebührenfreien deutschen 0800er–Telefonnummern können von den USA aus nicht über das normale Telefonnetz angewählt werden. Wer in den USA einen schnellen Internetzugang hat, kann dieses Problem eventuell umgehen, indem er über VoIP (Voice over IP) telefoniert. Auf diese Weise sind auch 0800er-Nummern zu erreichen.

Sicherer ist es jedoch, wenn man sich bereits vor dem Umzug nach einer Alternativnummer erkundigt. Andernfalls ist man in den USA möglicherweise nicht in der Lage, den Teilnehmer, den man bisher immer über eine 0800er–Nummer angerufen hat, überhaupt zu kontaktieren. Ähnliches gilt für solche Nummern, die auch innerhalb Deutschlands besonders gebührenpflichtig sind. Wenn Sie eine solche Nummer aus den USA anwählen, kann es Ihnen passieren, dass Ihre amerikanische Telefongesellschaft Ihnen – mit dem Hinweis, dass eine Satellitenverbindung benutzt wurde – nicht nur dramatisch hohe Gebühren berechnet, sondern zu Ihrem „Schutz“ anschließend auch Ihren Telefonanschluss sperrt.

Siehe auch

Ich hatte bei einem Heimatbesuch in Deutschland das negative Vergnügen herauszufinden, dass man nur mit deutschem Wohnsitz einen Pre-Paid-Handy-Vertrag bekommt. Also sollten sie sich eine Pre-Paid-Karte vor Ihrer Abreise kaufen und diese bei Heimatbesuchen nutzen - die Roaminggebühren der amerikanischen Mobilfunkanbieter sind der totale Ripp-Off!

Weblink[Bearbeiten]