Aus Deutschland in die USA umziehen: Papiere

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Papiere[Bearbeiten]

Biometrie reisepass deutsch.jpg

In diesem Kapitel geht es um wichtige Papiere, die Sie aus Deutschland mitnehmen müssen.

Wer nach seinem Umzug in die USA in Deutschland keinen Wohnsitz aufrechterhalten kann oder will, meldet sich behördlich ab. Die Abmeldebestätigung sollten Sie sehr sorgfältig aufbewahren, denn Sie werden sie später immer wieder benötigen, z. B. wenn Sie bei der Botschaft einen neuen Reisepass beantragen.

Zur Einreise in die USA brauchen Sie und alle Mitglieder Ihrer Familie Ihre Reisepässe mit den eingeklebten Visa. Bevor Sie die Visa beantragen, sollten Sie darauf achten, dass die Reisepässe mindestens ebenso lange gültig sind wie die Visa. Wenn Sie lange Zeit in den USA bleiben, wird die Gültigkeit Ihres deutschen Passes irgendwann auslaufen. Sie beantragen dann bei der für Sie zuständigen deutschen Botschaft einen neuen. Dafür brauchen Sie u.a. biometrisch lesbare Passfotos (können Sie, wenn Sie die Richtlinien penibel einhalten, mit Digitalkamera, Farbdrucker und Qualitätsfotopapier selbst machen) und diverse Papiere (wenn Sie Originale mitbringen, macht die Mitarbeiterin davon Kopien) und müssen die Botschaft nach Terminvereinbarung persönlich aufsuchen. Die wichtigsten Einzelheiten sind auf der Webseite der Botschaft dargestellt; wenn irgendetwas unklar ist, empfiehlt es sich auf jeden Fall, mit der Botschaft zu telefonieren. Nehmen Sie zum Termin genug Bargeld (Dollars) mit, denn Kreditkarten werden nicht akzeptiert. Da die Bearbeitungszeit mehrere Wochen beträgt, müssen Sie beim Termin entscheiden, was mit Ihrem alten Pass passieren soll. Wenn Sie den nicht mehr brauchen, lassen Sie ihn gleich in der Botschaft ungültig machen. Wenn Sie ihn noch benötigen, behalten Sie ihn und lassen ihn erst entwerten bzw. vernichten, wenn der neue Pass fertig ist. Den neuen Pass können Sie entweder persönlich abholen, oder Sie lassen ihn sich kostenpflichtig zuschicken.

Bei verheirateten Paaren wird dem nicht erwerbstätigen Partner meist problemlos ein Visum mitgewährt. Bei unverheirateten Paaren kann, sofern einer der Partner ein Arbeitsvisum bekommt, der nicht erwerbstätige Partner ein B-2 Touristenvisum beantragen, das allerdings nur einen maximal 6-monatigen Aufenthalt in den USA erlaubt. Auch muss die Botschaft davon überzeugt sein, dass der Partner wirklich nur vorübergehend einreisen will.

Eine Greencard oder die amerikanische Staatsbürgerschaft braucht man, um in den USA zu leben, nicht. Die Zahl der Deutschen, die auf dem Lotteriewege zu einer Greencard gelangen und damit in die USA umziehen, ist sehr gering. Viele Expats, die mit einem Visum eingereist sind, erwerben nach einigen Jahren jedoch zunächst die Greencard, und später vielleicht auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Mehr darüber im Kapitel Bürgerrechte und -pflichten.

Noch weniger benötigt man in den USA einen Personalausweis. Es gibt dort keine Meldepflicht und darum tragen die Bürger außer ihrem Führerschein normalerweise keine weiteren Papiere bei sich. Die meisten Amerikaner besitzen nicht einmal einen Reisepass. In Einzelfällen kann es bei einer Polizeikontrolle trotzdem vorkommen, dass Personen, die sich als Ausländer zu erkennen geben, ihre Einreisepapiere vorzeigen müssen. Wenn man sich innerhalb der USA auf Reisen befindet, ist es darum kein Fehler, Pass oder Greencard immer im Gepäck zu haben. Ständig am Körper zu tragen braucht man diese Dokumente jedoch nicht.

Ein deutscher Führerschein ist in den USA ohne Einschränkung gültig. Wenn Sie sich längere Zeit in den USA aufhalten bzw. ein eigenes Fahrzeug anschaffen wollen, sollten Sie sich aus praktischen Gründen (z. B. um eine günstige Kfz-Versicherung abschließen zu können) jedoch ohnehin möglichst bald einen amerikanischen Führerschein zulegen.

Es gibt jedoch noch einen weiteren wichtigen Grund, sich möglichst bald einen amerikanischen Führerschein zuzulegen oder seinen Reisepass bei sich zu tragen: Je nach lokaler Gesetzgebung muss der Verkäufer mit empfindlichen Strafen bis hin zum Verlust seiner Lizenz rechnen, wenn er Alkohol an Minderjährige abgibt oder diese sich in einer Bar befinden, wo Alkohol ausgeschenkt wird. Da der Besitzer das Hausrecht hat und im Zweifelsfall haftbar ist, kann er sich dazu entscheiden, jeden Gast zu „carden“ (so nennt man umgangssprachlich die Frage nach einer ID) bzw. nur Ausweispapiere zu akzeptieren, die er selbst kennt (US-Führerschein, Armeeausweis, Reisepass etc). In Einzelfällen kann es folglich passieren, dass ein Mann mit Vollbart und grauem Haar nicht in eine Kneipe hineindarf, da er lediglich einen deutschen Führerschein dabei hat. Eine Diskussion ist in diesem Fall zwecklos, da Kontrollen durchgeführt werden, die einen Barbesitzer gelegentlich seine Lizenz kosten können.

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