Benutzer:OpenRewi/ OpenRewi-Anleitungen/Klausurkonzeption

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Autor:innen: Ammar Bustami/Katharina Goldberg

Welche Hinweise können wir als erfahrene Klausur- und Übungsfallersteller:innen anderen Klausur- und Übungsfallersteller:innen geben?[Bearbeiten]

Hier werden im laufenden Schreibprozess am Fallbuch Grundrechte und am asyl- und aufenthaltsrechtlichen Fallbuch Hinweise für eine gute Fallgestaltung gesammelt.

Es soll langfristig ein Leitfaden entstehen, wie gute Übungsfälle und Klausuren konzipiert werden können. Dabei verfolgen Übungsfälle und Klausuren unterschiedliche Ziele: Während bei Übungsfällen das Erlernen von Fallösungstechnik und juristischen Inhalten im Vordergrund steht, wird eben dieses Erlernte in der Klausur abgefragt. Die folgenden Hinweise werden daher in einen Allgemeinen Teil, einen teil zur Übungsfallerstellung und einen Teil zur Klausurerstellung unterteilt.


A. Allgemeiner Teil[Bearbeiten]

I. Was ist ein Gutachten?[Bearbeiten]

[Sollen wir Überlegungen hierzu aufnehmen? Bin unentschlossen. Wenn ja: Ideen finden sich im Didaktik-Workshop-Dokument]

  • Meine Tendenz (Ammar): Eher nicht, bzw. eher auf OpenSource-Quelle verweisen?

I. Woher kommt eine gute Idee für einen Übungs- oder Klausurfall?[Bearbeiten]

Zum Beispiel aus der Rechtsprechung des BVerfG. Dieses veröffentlicht besonders relevante Entscheidungen in seiner Entscheidungssammlung BVerfGE. Aber auch andere Gerichtsurteile, die in der Literatur aktiv besprochen werden, eignen sich als Klausurvorlage. Jedes Urteil ist in eine Sachverhaltsdarstellung und eine rechtliche Würdigung unterteilt. In der Wiedergabe des Sachverhalts werden häufig die Argumente der Parteien dargestellt. Hieraus lassen sich zugespitzte Argumente für die eigene Falllösung oder alternative Lösungswege ziehen.

Eine andere gute Quelle sind Konstellationen in noch anhängigen Beschwerden. Schwierig ist dabei natürlich, dass kein Urteil als Grundlage dienen kann oder zumindest keine höchstrichterliche Rechtsprechung den Weg vorgibt, sondern sich (im besten Fall) Argumente nur aus den veröffentlichten Beschwerden und/oder Aufsätzen zur Problematik ziehen lassen. Natürlich kann man auch selbst argumentieren und lösen, es fehlt dabei aber an der eigenen "Absicherung", nichts Wichtiges zu übersehen oder ggf. falsche Schwerpunkte zu setzen. Gleichzeitig erhebt ein solcher Fall vielleicht weniger den Anspruch auf "Vollständigkeit", womit dann auch transparent umgegangen werden sollte. Ein weiterer Nachteil (oder Vorteil?) ist, dass sich hier nach Veröffentlichung der Entscheidung eine Überarbeitung / Anpassung der ersten Falllösung anbietet. Auf der anderen Seite ermöglicht es den Studierenden, Ihr Wissen fernab vorgegebener Sachverhalte anzuwenden. Es kommt somit weniger auf Auswendiggelerntes als auf eigenständige Argumentation und Subsumtion an, was wiederum die Abstraktionsfähigkeit und den Umgang mit Unbekanntem fördert.

II. Nicht das Rad neu erfinden - Bereits erstellte frei lizenzierte Inhalte wiederverwenden[Bearbeiten]

Bitte schreibt nicht jedes Element eines Falles neu. Wir dürfen (CC-BY-SA-Lizenz) und wollen unsere Materialien gegenseitig wiederverwenden. Auch aus Gründen der Kohärenz ergibt es Sinn, bereits erstellte Fälle als Grundlage zu nehmen. Dabei muss allerdings immer die Ursprungsautor:in genannt werden ("BY"-Element in unserer CC-Lizenz). Wie das geht, ist je nach Anwendungsfall unterschiedlich und im folgenden beschrieben.

Kopiert euch bereits geschriebene Abschnitte aus anderen Klausuren unseres Projektes zusammen; Für die Nennung der Autor:innen, Benutzt ihr am besten die Diskussionsseite eures Beitrages. Wenn bereits sehr viele Menschen an dem von euch kopierten Abschnitt gearbeitet haben, könnt ihr die Liste auch wie hier beschrieben automatisch erstellen lassen und dann (ab "Schritt 6") wie hier beschrieben auf eurer Diskussionsseite einfügen.

Alternativ könnt ihr auch um den Import einer kompletten Wikibooks-Seite (z.B. einer Seite mit Falllösung bei uns) durch die Administrator:innen von Wikibooks hier bitten.

...

III. Die verschiedenen Wege zum Sachverhalt[Bearbeiten]

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Sachverhalten, die sich u.a. in ihrer Länge, der Ausführlichkeit der Argumente, den Hinweisen auf Schwerpunkte usw. unterscheiden können. Im folgenden können wir mal ein paar Gedanken dazu sammeln, wie so ein Sachverhalt entsteht und/oder wie er ausgestaltet sein kann...

  • Kurze Sachverhalte:

Ich würde sagen, hier liegt der Fokus vor allem darauf, aus den wenigen Informationen möglichst viel herauszuholen. Die Argumente (zB im Rahmen der Verhältnismäßigkeit) müssen die Klausurbearbeiter*innen aber vor allem selbst finden bzw. sich selbst überlegen.

Wer hat einen solchen kurzen Sachverhalt erstellt? Was waren eure Beweggründe und Überlegungen dabei? Was spricht aus eurer Sicht eher dafür, was eher dagegen?

...

  • Lange Sachverhalte:

Dagegen zeichnen sich lange Sachverhalt dadurch aus, dass schon sehr viele Argumente und Probleme im Sachverhalt selbst eingebaut sind. Hier spiegelt sich im Sachverhalt selbst schon ein Großteil der erwarteten Lösung wieder.

Für die Studierenden kommt es daher v.a. darauf an, den SV auch gut auszuwerten, die Argumente und Probleme zu erkennen, aber auch sie sinnvoll und "richtig" (oder zumindest überzeugend) in der Falllösung einzubauen.

Aus Sicht der Klausursteller*innen würde ich sagen, ist hier eine Besonderheit, dass der Sachverhalt eher umgekehrt "aus der Lösung heraus" entsteht. Zumindest ist es bei uns in Fall 4 so: Der Sachverhalt stand nur ganz grob im Gerüst am Anfang, wandelt sich aber gerade kontinuierlich im Laufe der Lösungserstellung. Das hat für uns die Herausforderung, dass wir immer wieder im Blick haben müssen, keine Widersprüche einzubauen, wenn wir bspw was in der Lösung ändern. Ein Vorteil eines solchen längeren Sachverhalts kann sein, dass vor allem sehr komplexe (oder noch nicht "entschiedene") (Nicht-Standard-)Fälle den Studierenden direkt mit einigen Argumenten (beider "Seiten") an die Hand gegeben werden können. Als Klausurbearbeiter*in lernt man dabei schon beim Lösen der Klausur eine Menge an neuer Herangehensweise.

Nachteile sind natürlich, dass der SV lang wird, man länger braucht, um ihn zu durchdringen und man sehr stark aufpassen muss, keine relevanten Informationen zu übersehen. Ich würde aber trotzdem sagen, dass solche langen SV nicht nur für Fortgeschrittene sondern gerade auch für Anfangssemester geeignet sein können.

Andere Gedanken hierzu?

Eine Frage, die sich mir gestellt hat, ist, ob alle Infos für die Argumentation im Sachverhalt auftauchen müssen. Alternativ könnte es in der Lösung auch immer mal wieder interessante Facts geben , die die Studierenden sicherlich nicht kennen müssen (kein Allgemeinwissen), die sie aber aus der Lösung mitnehmen können, falls sie dem Fall in der Prüfung begegnen. Persönlich fand ich es zwar manchmal frustrierend, Lösungen zu lesen, auf die ich niemals selbst gekommen wäre. Allerdings lässt sich das vermutlich ohnehin für die allermeisten Menschen nicht vermeiden. Entsprechend als "nice to know" gekennzeichnet, fände ich weiterführende Argumentationen und informative Hinweise in der Lösung jedoch gut vertretbar.

...

  • Welche weiteren Kategorien / Unterscheidungen bei SV fallen euch ein?

...

IV. Flexibilität in der Falllösung[Bearbeiten]

Ausgangspunkt: Die Lösung ist kein Manifest, sondern ein "Bearbeitungsvorschlag"!

Vertretbarkeit anderer Ansichten: Ist die Option "eine andere Lösung ist selbstverständlich vertretbar" nicht scheinheilig? Letztendlich gibt es implizite Regeln und zugleich eine Orientierung an der Rechtsprechung. Wenn sich aber die tatsächliche Möglichkeit für einen anderen Lösungsweg ergibt, sollten wir diesen nutzen. Indem wir Fälle öffentlich lösen und zur Verfügung stellen, definieren wir, was vertretbar sein könnte. Gleichzeitig sollten wir solche Weggabelungen transparent darlegen und den Studierenden klar machen, dass sie einen höheren Begründungsaufwand für seltenere Meinungen aufbringen müssen. Ebenfalls sind wir mit den Tücken eines Massenstudiengangs mit sinnlosem Staatsexamen konfrontiert - exotische Meinungen sind für die Korrektur nach festgefügtem Schema anstrengender.

Hier könnten wir die Stärken des digitalen Mediums nutzen, um innerhalb derselben Klausur unterschiedliche Darstellungsvarianten zu nutzen. Zum Beispiel könnten wir die Argumente einer Lösung umsortieren abhängig davon, welchen Lösungsweg die Studierenden einschlagen möchten (Klage hat Erfolg / hat keinen Erfolg). Auf diese Weise könnten wir ein "Hilfsgutachten" vermeiden. Außerdem ließe sich hier die Argumentationsfähigkeit (Argumente führen zum Ergebnis hin) fördern, da ein anderer Lösungsweg nur Sinn ergibt, wenn die einzelnen Abschnitte nicht beliebig aneinander gereiht werden. Technisch wäre das etwas anspruchsvoller und erfordert die Programmierung einzelner Vorlagen.

Die Vielfalt der Meinungen müsste sich auch in der Gewichtung der Punkte für die Gesamtnote widerspiegeln. Unsere Bewertungsmatrizen dürfen folglich niemals absolut gesetzt werden.

Hilfreich dürfte der Hinweis auf mehrere vertretbare Lösungen vor allem dann sein, wenn die Fälle Gebiete und Themen behandeln, die nicht zum typischen Pflichtstoff zählen. Sofern von den Studierenden nicht erwartet werden kann, dass die die höchstrichterliche Rechtsprechung kennen, sollten auf jeden Fall mehrere Lösungen vertretbar sein. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass eine gute Klausur bei ihren Schwerpunkt/Knackpunkt immer mindestens zwei Lösungen (begründet/unbegründet, verhältnismäßig/unverhältnismäßig) zulässt.

  • Ergänzung (Ammar): Ich finde es tatsächlich auch problematisch, selbst bei höchstrichterlicher Rechtsprechung in den Lösungen den Eindruck zu vermitteln, diese Lösung sei in irgendeiner Weise die (einzig) "Richtige". Je nach Adressat*innenkreis, aber ich würde insbesondere bei Fällen vor dem Ersten Examen in jedem Fall (überall, wo es sinnvoll erscheint) den Weg zur "anderen Ansicht" offenlassen.
    • Die oben angesprochene technische Lösung zur Darstellung unterschiedlicher Weiterprüfungen finde ich super spannend! Vielleicht geht das ja zu einem späteren Zeitpunkt? Falls nicht bzw. solange sind aber mE auch entsprechende Hinweiskästen mit Anmerkung für die Bearbeiter*innen hilfreich, aus denen sich ergibt, wie weiterzuprüfen wäre, falls man sich für die aA entscheidet.
    • Vielleicht hängt der Hinweis "andere Ansicht vertretbar" auch davon ab, inwiefern eine solche a.A. entweder den weiteren Lösungsweg verändern würde (Ende der Prüfung? Anderer Aufbau? Hilfsgutachten erforderlich?) oder inwiefern es sich "nur" um die in beide Richtungen argumentierbare Entscheidung am Ende der Begründetheits-/Verhältnismäßigkeitsprüfung handelt?

B. Das Erstellen von Übungsfällen[Bearbeiten]

Das Erstellen von Übungsfällen erfüllt immer einen didaktischen Zweck. Sich selbst dieses Zwecks bei der Fallerstellung im Klaren zu sein ist besonders wichtig. Daran muss vor allem bei der Frage des Umfangs von Fallösungsvorschlögen beachtet werden, dass diese adressatengerecht auf Studierende zugeschnitten sind. Fallersteller:innen sind befinden sich an diesem Punkt gegebenenfalls in einem Konflikt in ihren Rollen als Lehrende bzw. Wissenschaftler:innen. Lernziele sind auf der einen Seite Erlernen des Umgangs mit bestimmten juristischen Problemen, auf der anderen Seite aber auch das Erlernen der Fallösungstechnik.

I. Abfrage juristischer Probleme[Bearbeiten]

Offensichtlich werden in Übungsfällen juristische Probleme und Streitstände abgefragt.

II. Erlernen der Falllösungstechnik[Bearbeiten]

Das Erlernen der Falllösungstechnik fordert Studierende in vielen verschiedenen Dimensionen (siehe hierzu näher den Aufsatz von Schmidt/Musumeci). Zu nennen sind hier die Fach-, Methoden-, Argumentations- Textsorten-, Rezeptions- und Sprachdimension. In jeder dieser Dimensionen müssen sie unterschiedliche Fähigkeiten erlernen. Das Erlernen dieser Fähigkeiten geschieht nicht plötzlich, sondern wird vom ersten Semester bis zum Examen trainiert. Übungsfälle bieten eine gute Gelegenheit, einzelne dieser Fähigkeiten in jedem Fall konkret zu trainieren. Für die Studierenden kann mit interaktiven Elementen sichtbar gemacht haben, was gerade unbewusst in ihren Köpfen passiert.

  • So kann die Beherrschung des Gutachtenstils an bestimmten Stellen im Gutachten durch ein Quiz [hier HP5 Element verlinken?] in digitaler oder analoger Form abgefragt werden. Dazu wird aus dem konkreten Fall quasi herausgezoomt und auf einer Metaebene abgefragt, bei welchem Schritt der Subsumtion sich der Studierende gerade befindet. Auch die Wichtigkeit einzelner Arbeitsschritte kann so abgefragt und herausgestellt werden. Weitere gezitl abfragbare Kompetenzen sind: Argumente erkennen, bewerten, einordnen.
  • Auch die Herkunft von Argumenten kann mit einem Quiz reflektiert werden. Dafür kann an entscheidenden Stellen in der Argumentation die Frage die Entstehungsgeschichte und Herkunft eines Arguments und seiner Gegenargumente abgefragt werden. Damit erlangen die Studierenden im Rahmen ihrer Argumentationskompetenz neue Fähigkeiten
  • Im Digitalen können mit Memory-Spielen [HP5-Element verlinken?] beispielsweise Definitionen abgefragt werden
  • Es können Fragen als Zwischenschritt zwischen das Lesen des Falls und die Fallösung geschaltet werden, in denen zum Beispiel abgefragt wird, welche Schwerpunkte der Fall hat. Damit wird der Blick der Studierenden für eine gute Schwerpunktsetzung geschult und sie verinnerlichen, diese Frage im richtigen Moment sich selbst zu stellen (und nicht einfach drauf los zu schreiben). Außerdem wird damit der Blick dafür geschärft, worauf Korrektor:innen von Klausuren bei ihrer Korrektur achten. (s. Super-Fall)

III. Ein Fallbuch ist kein Lehrbuch![Bearbeiten]

Bei der Erstellung von Falllösungen ist eine der Haupt-Herausforderungen der Balance-Akt zwischen reiner Fallbearbeitung und zusätzlicher Wissensvermittlung. Dabei gilt grundsätzlich:

Ein Fallbuch ist kein Lehrbuch!

Ein Übungsfall kann zwar einerseits den Anspruch haben, den Studierenden das (auch abstrakte Wissen) "am Fall" beizubringen, was zu vermehrtem abstrakten Wissen und/oder überfrachteten "Definitions"-Abschnitten führen kann. Andererseits sollte es dabei aber stets die methodisch saubere Gutachtenlösung anhand des konkreten Falls im Blick haben. Zu viel abstraktes Wissen in eine Lösung zu packen kann sowohl den Effekt haben, Studierende zu entmutigen (wenn der Erwartungshorizont nicht klargestellt wird), als auch einen falschen Eindruck von einer (klausurnahen) Falllösung vermitteln. Daher sollte ein Übungsfall klar zwischen eigentlicher Falllösung und darüber hinausgehenden didaktischen oder inhaltlichen (Zusatz-)Hinweisen unterscheiden.

Insbesondere bietet es sich hier über Wikibooks an, das Fallbuch für weiterführendes abstraktes Wissen entsprechend mit dem dazugehörigen Lehrbuch zu verknüpfen (und die eigene Falllösung dadurch zu entschlacken)!

Hinzu kommt möglicherweise auch ein zweiter Zielkonflikt zwischen der Rolle der Fallersteller:innen als Lehrende und Wissenschaftler:innen: Daraus ergibt sich die Frage nach dem Umfang und der Ausführlichkeit von Fußnoten in Falllösungen.

III. Mit welchen (graphischen/technischen) Mitteln können zusätzliche Hinweise gegeben werden?[Bearbeiten]

Bei der Wahl der Mittel ist es vor allem wichtig deutlich zu machen, bei welchen Teilen des Textes es sich um die Falllösung und bei welchen Teilen es sich um didaktische/methodische Hinweise handelt. Hier bietet sich eine klare graphische Unterscheidung an, beispielsweise durch Boxen, Farben, Einrücken oder unterschiedliche Schriftarten.

1. Menge und Umfang von klausurtaktischen/didaktischen Hinweisen[Bearbeiten]

Um sich in einer Falllösung nicht zu sehr in "Lehrbuch-Ausführungen" zu verlieren, sondern wirklich nur gutachterlich den Fall zu lösen, können sich ausgelagerte klausurtaktische Hinweise bspw. in einem solchen

Klausurtaktik

...didaktischen Hinweiskasten...

eignen. Dabei hängt es sicher vom Klausurtyp und dem Geschmack der Klausursteller*innen ab, wie viele solcher Hinweise man in die Klausur einbaut und wie ausführlich man diese macht.

Habt ihr dazu Gedanken, Meinungen, Tipps? Wie macht ihr das?

... Die Kästchen finde ich großartig! Sie erlauben es einem, weitere Infos mitzuteilen, ohne die Lösung unnötig zu überfrachten. Besonders gut gefällt mir bei den Klausurtaktik-Kästchen, dass sie es mir ermöglichen, den Studierenden meine Einschätzung aus Korrektor*innensicht mitzugeben und taktische Hinweise einzubauen.

2. "Weiterführendes Wissen" vs. unnötiges Wissen?[Bearbeiten]

Darüber hinaus fragen wir uns bei unserem Fall immer wieder, wie ausführlich, weitreichend, kompliziert solches

Weiterführendes Wissen

(hier könnte jetzt etwas Interessantes oder etwas Uninteressantes stehen)

sein darf und sollte. Ist sicherlich auch Geschmackssache und vom Fall und der Thematik abhängig, aber:

Habt ihr dazu Gedanken, Meinungen, Tipps? Wie macht ihr das?

...

3. Verknüpfung von Wissen[Bearbeiten]

Wissen kann mit anderen Wissensbeständen verknüpft werden, indem beispielsweise bei Vorschriften oder speziellen Begriffen Seiten hinterlegt werden, die den Normtext kurz aufbereiten oder auf Entscheidungen in dem Zusammenhang verweisen.

...

4. Wissenstests[Bearbeiten]

Auch Wissensabfragen und/oder Abfrage von Falllösungstechnik können mittels interaktiver Elemente erfolgen (s. allgemein hier).

5. Farbliche Hinterlegungen[Bearbeiten]

Neue Idee war es, teilweise mit farblichen Hinterlegungen zu arbeiten...

[Hier würde evtl. die Unterscheidung Definition / Subsumtion passen?]

IV. Die Rolle von Fußnoten im Lösungsvorschlag[Bearbeiten]

Oft haben wir uns auch darüber unterhalten, wie viele Fußnoten wir nutzen wollen...

[Noch zu füllen, hier ein paar Erinnerungsstützen]

  • Adressat:innen-Orientierung: Studierende
  • Zielkonflikt zwischen Lehrenden & Wissenschaftler:innen
  • Vorrang: Verweise aufs Lehrbuch
  • Vorrang: Online-Ressourcen
  • Studierendenfreundlichkeit > Wissenschaftlichkeit?
  • "Weiterführendes Wissen" lässt auch Hinweise auf Vertiefungswissen zu?
  • ...

V. Bewertungsmatrizen in Übungsfällen[Bearbeiten]

Bewertungsmatrizen in Übungsfällen werden zum einen für die Studierenden erstellt, die den Übungsfall lösen und danach eine Selbsteinschätzung vornehmen wollen, zum anderen aber auch für Studierendengruppen, die im Peer-Feedback-Verfahren gemeinsam Fälle lösen und sich gegenseitig korrigieren. Für diese Studierenden ist es hilfreich eine Matrix an die Hand zu bekommen, um eine bessere Selbsteinschätzung vornehmen zu können. Damit diese aber gelingt ist es zugleich empfehlenswert, der Bewertungsmatrix eine Erklärung zur Seite zu stellen [Wie könnte diese Erklärung lauten?].

  • Ergänzung nach dem Fallbuch-Treffen am 11.3.2021: Diskussion über den Sinn bzw. die Ausgestaltung unserer Matrizen?...
    • Nachteile einer zu kleinschrittigen Tabelle
    • Ganz Weglassen solcher Übersichten?
    • Stattdessen nur "Korrekturhinweise" in den Klausurtaktik-Kästen zu den Schwerpunkten des Falls?
    • Oder Erwartungshorizont am Ende eher in Fließtextform (Wo lagen die Schwerpunkte? ...)
    • Alternativ: vereinfachte Matrix für Korrekturen?
  • Original-Bewertungsmatrizen:
Erwartungshorizont Grundlagen
Kriterien des Erwartungshorizontes Beherrscht Ordentlich Lückenhaft Ungenügend
Gutachtenstil
Stil und Ausdruck
Prüfungsaufbau
Aufgabenstellung
beachtet
Obersätze
Problemschwerpunkte
und -argumentation
Erwartungshorizont Klausur
Kriterien des Erwartungshorizontes Beherrscht Ordentlich Lückenhaft Ungenügend Gewichtung in %
Grundlagen, s.o.
Zulässigkeit
Klagebefugnis
Begründetheit
Grundrecht 1
...
...

VI. Transparenz[Bearbeiten]

Es ist wichtig, das Anforderungsniveau eines Bearbeitungsvorschalgs für die Studierenden transparent zu machen. [Was muss noch transparent gemacht werden?]

C. Der "Super-Fall"[Bearbeiten]

Es besteht aktuell die Überlegung, einen der Fälle (im Grundrechte-Fallbuch) didaktisch gesondert auszuarbeiten und dabei verschiedene klausurdidaktische Veranschaulichungen für die Studierenden zu erstellen. So soll quasi "vor die Klammer gezogen" ein Didaktik-"Kapitel" den Studierenden eine systematische und methodische Annäherung an die Falllösungstechnik anhand eines Beispiel-Falls vermittelt werden.

Folgende Bestandteile kann dieses Didaktik-Kapitel beinhalten:

  • Arbeit mit dem Sachverhalt:
    • Bearbeitungsvermerk
    • Herangehen an die Sachverhalts-Lektüre
    • Auswertung aller SV-Argumente
    • In der Lösung: Links/Verbindungen mittels Anker zum SV herstellen
  • Studentische Beispiel-Lösungsskizze erstellen
    • evtl. handschriftlich?
    • Wirklich aus Bearbeitungsperspektive!
    • Arbeiten mit Farben, Unterstreichungen, Abkürzungen, Ausrufezeichen etc. (für Schwerpunkte)
    • Zeitmanagement in der Lösungsskizze?
  • Beispiel-„Bearbeitungsvorschlag“ erstellen (lassen): Man könnte (zusätzlich zur "Musterlösung") eine tatsächliche Klausurbearbeitung simulieren, in welcher eine Person X (jemand von uns oder ein*e Studierende*r) die Klausur in der vorgegebenen Zeit (ohne Hilfsmittel + ohne vorherige Kenntnis der Lösung) löst und man daran Schwerpunktsetzung etc. zeigt
  • In der richtigen "Musterlösung":
    • Ebenen der Definition / Subsumtion farblich abgrenzen
    • Auslegungsmethoden aufzeigen
    • methodische Musterlösung eines Meinungsstreits (1. Ansicht -> Subsumtion -> 2. Ansicht -> Subsumtion -> Streitentscheid nur sofern erforderlich)
    • Standard-Aufbau & Aufbau-Unterschiede?
    • ...
  • Zusätzlich: Visuelle Aufarbeitung?
    • Bearbeitungs-Video erstellen?
    • AG-Einheit aufzeichnen?
    • Sonstige visuelle Tools?
  • ...

Auswahl des "Super-Falls" nach folgenden Kriterien:

  • Welche Fallfrage? (besser "Aussicht auf Erfolg" statt Einzelfragen?)
  • Sachverhalt: Länge & Ausführlichkeit, viel SV-Auswertung möglich
  • Standard-Prüfungsaufbau (keine Sonderkonstellationen?)
  • Lösung beinhaltet:
    • Definitionen/Subsumtionen
    • Meinungsstreits
    • Auslegungsmethoden
    • (Hilfsgutachten bzw. Umgang mit einem vorzeitigen "Ende der Prüfung"?)
  • ...

D. Das Erstellen von Klausuren[Bearbeiten]

I. Konkretes Erstellen der Klausur[Bearbeiten]

Was muss bei der Verschriftlichung der Klausur konkret beachtet werden?

Ihr solltet euch Gedanken machen, an welche Zielgruppe sich eure Klausur richtet. Ist sie für Studierende (Zwischenprüfung, 1. oder 2. Examen?) oder Praktiker:innen gedacht? Dabei ist wichtig, dass ihr einen abstrakten Schwierigkeitsgrad versucht mit konkreten Inhalten zu füllen (Länge der Klausur, zu behandelnde Probleme je nach Stadium).

II. Bewertungsmatrizen in Klausuren[Bearbeiten]

Bewertungsmatrizen in Klausuren werden für die Korrektor:innen erstellt. Aus ihnen geht hervor, für die Bearbeitung welcher Punkte und Schwerpunkte der Klausur es wieviele Punkte gibt. Dabei gibt es grobe Matrizen ("Zulässigkeit: max. 6 Punkte, Begründetheit: max 12 Punkte") und ausdifferenzierte Matrizen, die auch die Form und die Gewichtung der einzelnen Problemschwerpunkte festlegen.

Für das Erstellen solche Matrizen spricht, dass Korrektor:innen damit eine "Schablone" an die Hand bekommen und alle ihnen vorliegenden Klausuren "gleich" bewerten können. Gerade an großen Universitäten mit wenigen Korekturassistent:innen, die jeweils viele Klausuren korrigieren, kann eine Bewertungsmatrix der Qualitätssicherung der Korrektur und der Gleichbehandlung aller dienlich sein. (weitere Argumente?)

Problematisch ist, dass eine Falllösung selten nur eine richtige Lösung nach sich ziehen kann. Es ist daher auch ein Irrglaube, dass ein:e Klausurersteller:in eine "Musterlösung" erstellt - vielmehr kann es sich immer nur um einen Lösungsvorschlag handeln. Mit guten Argumenten kann in jeder Falllösung ein anderer Weg eingeschlagen werden. Dies zu bewerten und gegebenenfalls auch zu honorieren ist schwer möglich, wenn sich starr an eine Bewertungsmatrix gehalten wird. Es besteht daher die Gefahr, dass eigenständig denkende und frei argumentierende Studierende durch das Bestehen einer Bewertungsmatrix in der Bewertung der Klausur benachteiligt werden.