Freiheitsberaubung

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Autor:innen: Jan-Martin Schneider

Notwendiges Vorwissen: Kein Vorwissen



Diie Freiheitsberaubung (§ 239 StGB)[1] macht in der PKS nur 0,1 % aller erfassten Fälle im Bundesgebiet aus.[2]

§ 239 StGB steht im 18. Abschnitt des StGB, der die Staftaten gegen die persönliche Freiheit enthält. In Bezug auf das juristische Studium des Strafrechts kommt § 239 StGB eine didaktische Funktion im BT Bereich zu. So dient § 239 StGB dem Verständnis der Delikte des 18. Abschnitts und damit zugleich dem Erlernen des Systematisierung des Strafgesetzbuchs in Bezug auf die Delikte gegen die Freiheit der Person, deren Schutz bereits verfassungsrechtlich in Art. 2 Abs. 2 GG grundrechtlich abgesichtert ist.

§ 239 ist zum einen ein Erfolgsdelikt. Zum anderen lässt sich § 239 StGB in Abgrenzung zu den Zustandsdelikten als sog. Dauerdelikt[3] beschreiben, da es die Aufrechterhaltung eines rechtswidrigen Zustandes umfasst.[4]

A. Rechtsgut des § 239 StGB[Bearbeiten]

§ 239 StGB schützt die Fortbewegungsfreiheit des Einzelnen (im Einzelnen umstritten, s. Box 1).[5] § 239 ist kein Spezialfall der Nötigung, sondern ein eigenständiges Delikt mit einem speziellen Anwendungsbereich.

Erforderlich ist lt. Rspr. eine "vollständige Aufhebung der Freiheit" des Einzelnen sich forzubewegen.[6]

Dabei ist zu unterscheiden, wie sich die Einwirkung auf das Tatopfer verhält. Es kann Tatoper geben, die nur eingeschränkt zur Bildung eines Fortbewegungswillens fähig sind (Betrunkene, Bewusstlose, Schlafende, Kranke) und auch solche, die überhaupt noch nicht oder nicht mehr (jung [z-B. Säugling]) vs. alterschwach/alterskrank [z.B. Demenzkranker]) zur Bildung eines solchen Willens fähig sind. Daher entwickelten sich verschiedene Auffassungen, ob es auf den aktuellen, einen potentiellen oder eher einen, von einem grundsätzlichen Wollen geprägten Fortbewegungswillen ankommt. Dieser Streit hat für die Klausur Bedeutung, da er darüber entscheidet, ob das Rechtsgut tatsächlich (schon) verletzt ist.

Weiterführendes Wissen

Es ist strittig, ob nur die aktuelle Fortbewegungsfreiheit oder die potentzielle (also jederzeit vorhandelne und mögliche Fortwegung) von § 239 StGB geschützt wird. Grunsätzlich uneinig sind sich die Auffassungen., da die erste auf die objektiv mögliche Wahrnehmung einer Fortbewegung abstellt und die zweite Auffassung auf den inneren Willen des Opfers im Tatmoment.

Eine Auffassung vertritt, dass jede Art der Fortbewegung erfasst sei, also die tatsächlich denkbare, letzlich einfach mögliche (potenzielle) Fortbewegung. Die Person müsse immer darüber stimmen können, wo sie sich gerade aufhalte. Dies sei objektiv ermittelbar.

Eine andere Auffassung stellt auf die konkrete Situation ab und sieht nur die aktuelle (letzlich die aktuell mögliche) Fortbewegungsfreiheit als Rechtsgut an. Demnach müsste immer ermittelt werden, ob das Opfer willensmäßig dazu in der Lage ist sich forbewegen zu wollen.

Wenn man mit der zweiten Auffassung verlangt, dass das Opfer immer einen Fortbewegungswillen äußern können muss, werden zu hohe Hürden für den § 239 Abs. 1 StGB geschaffen. Damit werden Verhaltensweisen aus dem Tatbestand ausgeschieden, in denen das Opfer sich möglicherweise hilflos in den Fängen von Täter:innen befindet. Der zweiten Auffassung ist somit nicht zu folgen. Für die erste Auffassung spricht, dass es nicht ernsthaft darauf ankommen darf, ob das Opfer realisiert, dass es in seiner Fortbewegung beschränkt wird. Es kommt allein darauf an, ob das Opfer sich ganz grundsätzlich immer fortbewegen könnte, wenn es das wollte.

Ein nicht sofort ersichtlicher, offen zu Tage tretender Fortbewegungswille ist also kein zwingendes Indiz für die Ablehnung der Betroffenheit der Fortbewegungsfreiheit des Einzelnen. Nur ein fehlender Fortbewegungswille, der sich aus den Umständen oder Eigenschaften der Person klar ergibt, ist ein Indiz für die Ablehnung der Betroffenheit der Fortbewegungsfreiheit. Einige in der Literatur nennen hierfür das Beispiel eines höchstens einjährigen Kindes, das sich noch nicht von selbst fortbewegen kann (Laufen und Fortrobben noch nicht erlernt) und daher auch kein Tatoper sein könne.[7]

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B. Objektiver Tatbestand[Bearbeiten]

"(1) Wer einen Menschen einsperrt oder auf andere Weise der Freiheit beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Der objektive Tatbestand kann nur dann erfüllt sein, wenn das Tatopfer nicht mit dem Handeln des:der Täters:in einverstanden ist. Dies ist der Fall, wenn gegen oder ohne den Willen des Tatopfers gehandelt wird (ähnlich, wie bei § 123 StGB). Wenn das Tatopfer sein:ihr Einverständnis gegeben hat, kann somit der Tatbestand von vornhinein nicht verwriklicht werden. Es scheidet folglich nicht erst die Rechtswidrigkeit des Handelns des:der verdächtigten Täters:in aus, sondern bereits die Tatbestandsmäßigkeit des Handelns.

I. Tatobjekt[Bearbeiten]

Tatobjekt, also das Opfer auf welches sich die freiheitsbeschränkenden Handlungen richten kann bei § 239 StGB jeder Mensch sein. Die Tatobjektsqualität wird im Gesetzestext explizit adressiert.

II. Tathandlung[Bearbeiten]

§ 239 StGB kennt zwei unterschiedliche Tathandlungen. Zunächst ist die Variante des "Einsperrens" genauer zu betrachten. Anschließend soll die Auffangalternative "auf andere Weise" beleuchtet werden.

1. Einsperren[Bearbeiten]

Die Tathandlung des Einsperrens stellt die Hauptvariante des § 239 Abs. 1 StGB dar. Diese Tatbestandsvariante erschließt man sich mit einem Beispielsfall leichter:

Beispiel

Beispielsfall: "Vater und Sohn" (angelehnt an einen Fall d. Reichgerichts v. 28.11.1882)

Vater (V) hat aufgrund seines Erbes von seiner Mutter dem eigenen Sohn (S) ein Wohnrecht bis zum seinem 18. Lebensjahr zu gewähren. V und S zerstritten sich vor dem Volljährigkeitsgeburstag des S heftig. Daraufhin entschloss sich V den S noch am Tag seines Geburtstags zum Auszug zu bewegen. S, völlig überrumpelt von dieser Entscheidung, wusste nicht, wo er im teuren Berlin so schnell eine neue Mietwohnung finden sollte. Er entschloss sich daher zeitweilig in die Gartenlaube zu ziehen und hoffe V werde dies nicht bemerken. V sah allerdings abends wie das Licht aus dem Gartenhäuschen brannte als er am besagten Tag von der Arbeit kam. Er machte S eine Szene und schrie lauthals er werde die Hütte zunageln und S drin schmorren lassen bis er noch heute sein Grundstück verlasse. S schrie ggelichsam um Hilfe und wurde hysterisch. Er hörte wie V einen neben der Hütte stehenden Balken nahm und damit die Tür zuhielt während er weiter brüllte. Eine Gruppe Jugendlicher, leicht angetrunken und auf dem Weg zu einer Party bekam das Geschehen mit und kritisierte V heftig für sein Geschrei: "Ey Alter, chill mal! Komm mal wieder runter oder willste ne Anzeige kassieren wg. Ruhestörung?" Y, aus der Gruppe sah daraufhin, dass V wieder den Balken wegnahm und S rausließ. S beschuldigte V ihn der Freiheit beraubt zu haben. V verteidigte sich hinterher, dass das Zuhalten viel zu kurz für ein Einsperren gewesen sei. Hat V sich gem. § 239 StGB strafbar gemacht?

-> für die Lösung s. unter II. 1. und für die "Probleme rund um die Dauer" s. unten II. 3.

Originalfall nachlesen: RG v. 28.11.1882

Es gibt mehrere Möglichkeiten sich dem Verb und damit der Tathandlung anzunähern. Das RG stellte vornhemlich auf den allgemeinen Sprachgebrauch ab und definierte wie folgt:

Beispiel: "Jemanden einsperren heißt nach dem gemeinen Sprachgebrauche, [...] [8] , eine Person durch äußere Vorrichtungen hindern, aus dem Raume, in welchem sie verweilt, sich willkürlich zu entfernen, und eingesperrt ist ein Mensch, sobald er auf diese Weise objektiv gehindert ist, von seiner persönlichen Freiheit des Bewegens von einer Stelle zur anderen Gebrauch zu machen."[9]

Diese Defintion des RG wird im Ansatz - Abstellen auf den Wortlaut - heute immer noch aktzeptiert und ist auch in der Klausur brauchbar. Sie klingt aber teils altmodisch und wurde auch geringfügig weiterentwickelt sowie teilweise stärker am Telos des § 239 StGB ausgerichtet:

Einsperren meint nach heute vertretener Auffassung das Verschließen von Ausgangswegen und Alternativen, wobei der Tatbestand nach h.M. bereits dann verwirklicht sein soll, wenn das Opfer den Raum, indem es sich aufhält gar nicht mehr oder nur in Verbindung mit unzumutbaren Mitteln bzw. auf unzumutbare Weise verlassen könnte.[10]

Beispiel: Unzumutbar ist es bspw. wenn A nur noch aus dem dritten Stock springen kann und dabei hoffen muss, dass er den Sturz überlebt.

Für diese Tatvariante kommt es nicht darauf an, ob das Tatopfer noch besonders viel oder nur noch besonders wenig Fortbewegungsfreiheit hatte; d.h. auch eine bereits auf einen geringen Raum reduzierte Bewegungsfreiheit kann nochmals eingeschränkt werden.

Beispiel: Zunächst kann sich das Tatopfer B noch im gesamten, abgeschlossenen Haus des Täters bewegen. Nach einem Ausbruchsversuch sperrt der:die Täter:in das Opfer in einen Haustrakt mit nur zwei, miteinander verbundenen Räumen.

Zudem ist es nicht entscheident, ob die Einsperrung (also gemessen an der Örtlichkeit, Zeitlichkeit) unüberwindbar ist. Auch eine überwindbare Einsperrung, die dem Tatoper aber nicht bekannt ist, oder bekannt ist, aber nicht von ihm bedient werden kann (spezielle Öffnungskonstruktion z.B. bei einem Fahrstuhl oder Zug, etc.) kann für das Einsperren genügen.[11]

Das Einsperren bzw. diese erste Variante der Freiheitsberaubung muss sprachlich zum sog. "Aussperren" abgegrenzt werden.

Aussperren meint umgangssprachlich das Fernhalten vom Inneren eines Gebäudes oder Raumes, letzlich eines mit Wänden von der Außenwelt abgretrennten Bereiches öffentlicher oder privater Art. Gelegentlich wird ergänzend die Unmöglichkeit des Zutritts zur Abgrenzung vom Einsperren genannt.[12]

a) durch aktives Tun[Bearbeiten]

Das Einsperren kann durch das Zuziehen und/oder das Abschließen/Verschließen, das Verbauen/Verbarrikaddieren erfolgen. Ein aktives Tun kennzeichnet sich zumeist durch die Aufwendung von Energie (physikalischer und/oder körperbezogener-physikalischer) Kraftentfaltung (Z.B. das Umdrehen eines Schlüssels im Schloss).

b) durch Unterlassen[Bearbeiten]

Das bewusste Zufallenlassen einer nur wieder per Schlüssel entriegelbaren Tür/das Zugehenlassen eines Tors, im Wissen das noch Personen auf dem Grundstück oder im Gebäude sind, stellen potentielle Ausführungsarten des Einsperrens durch Unterlassen dar.

Hierbei ist zu betonen, dass das Nichtaufwenden von Energie und/oder Kraft ein Indiz für ein Unterlassen, also ein Indiz gegen die Verwirklichung eines Tuns ist.

2. Beraubung der Freiheit "auf andere Weise"[Bearbeiten]

Die Begrifflichkeit der Beraubung der Freiheit eines Menschen "auf andere Weise" ist sehr weit und erfasst jede Art der Verwirklichung eines Tuns oder Unterlassens, welches die Aufhebung der Fortbewegungsfreiheit eines anderen Menschen in vollständigerweise bewirkt.[13]

Weiterführendes Wissen

Streit besteht in der Beantwortung der Frage, ob es ausreicht, dass lediglich eine Erschwerung der Fortbewegungsfreiheit eintritt.

Eine Auffassung geht davon aus, dass für die Bewertung, ob eine bloße Erschwerung ausreiche auf die konkrete Tatfrage des Einzefalls abgestellt werden müsse. Im Umkehrschluss bedeutet diese Auffassung damit aber, dass grds. eine bloße Erschwerung als nicht von vornhinein untauglich für eine Verwirklichung der Tatbestandsvariante des Beraubens der Freiheit auf andere Weise anzusehen ist. Dieser Auffassung liegt seit 2015 z.B. ein Fall zugrunde, indem diese Frage von der Lit. bejaht wurde. Er spielte in Syrien. Eine junge Frau wurde vom Angeklagten an der Rückreise nach Deutschland gehindert, wo sie zuvor gewohnt hatte. Die Verweigerung der Zustimmung des Angeklagten für die Ausreise der noch Minderjährigen und die entgegen der Weitläufigkeit des Staatsgebiets Syriens nicht gegebene Erweiterung ihrer Freiheitsrechte sind somit eine Erschwerung der vollständigen Ausbübung ihrer Fortbewegungsfreiheit und mithin ausreichend. [14]

Eine andere Auffassung geht davon aus, dass eine bloße Erschwerung der Ausübung der Fortbewegungsfreiheit nicht schon ausreiche. Im Falle eines großen Staatsgebiets - von mehreren tausend Quadratkilometern Fläche - könne man nicht davon ausgehen, eine vollständige Aufhebung der Fortbewegungsfreiheit sei gegeben. Gerade das Abstellen auf die Aufhebung der vollständigen Einschränkung sichere aber den Schutzzweck ab und verhindere dass der Tatbestand überdehnt wird.

a) Tatmittel[Bearbeiten]

Als Tatmittel zur Bewerkstelligung einer Freiheitsberaubung kommen verschiedene Ausführungsarten in Betracht. Inbesondere die Anwendung von Gewalt oder die Ausübung einer Drohung - beides Handlungsformen der Nötigung gem. § 240 StGB - kommen als Tatmittel infrage. Hierbei muss aber bedacht werden, dass § 239 StGB kein lex specialis zu § 240 StGB darstellt, sondern einen eigenen Anwendungsbereich hat.

Für die Anwendung einer Drohung zur Verwirklichung des § 239 StGB kommt es zudem darauf an, dass - äquivalent zu § 253/255 StGB - eine Gefahr für Leib oder Leben erzielt wird.[15]

b) Geeignetheit für den Taterfolg[Bearbeiten]

Das Handeln des:der Täterin muss grds. für den Taterfolg geeignet sein.

Die Erweiterung der Fortbewegungsfreiheit bzw. die Ermöglichung oder die Hilfe bei der Widererlangung der persönlichen Fortbewegungsfreiheit sind kontradiktorisch zum durch den Gesetzgeber inkriminierten Verhalten. Verhaltensweisen, die also nicht auf eine Beschränkung/Einschränkung/ggf. bloße Erschwerung der persönlichen Fortbewegungsfreiheit zielen, sind als ungeeignet für die Erreichung des Taterfolgs zu qualifizieren.

3. Probleme rund um die Dauer[Bearbeiten]

In der Klausur können Probleme rund um die zeitliche Dauer der (potentiell im SV angelegten, ggf. verwiklichten) Freiheitsberaubung angelegt sein.

Es wird in Lit. und Rspr. diskutiert, wie lange eine Beraubung der Freiheit eines Menschen mindestens angedauert haben muss. Daher ist es für das Gutachten und die Klausur entscheident einige Richtwerte für die eigene Niederschrift zu kennen.

Eine pauschale Freiheitsbearubungs-Mindestformel, die man für das eigene Gutachten auswendig lernen kann gibt es, soweit ersichtlich nicht. Jedoch gibt es Anhaltspunkte und Faustformeln, die man bei der Lösung des SV im Gutachten parat haben sollte.

Die bekannteste, vom RG schon 1882 aufgestellte Formel lautet in etwa: Eine Freiheitsberaubung könnte verwirklicht sein, wenn die Beraubung die Länge eines Vater-Unsers-Gebetsspruchs überdauert.[16] In der Klausur ist es also wichtig zu wissen, dass keine besonders kurze Zeitspanne ausreicht. Besonders kurz ist eine Zeitspanne, wenn sie nur wenige Momente, ggf. Sekunden andauert und verstreicht, ohne dass man als Opfer die Länge der Einschränkung wirklich wahrnimmt/wahrnehmen kann. Als Beispiel für einen Fall, indem gerade diese besondere Kürze der Zeitspanne zur nicht Verwirklichung des § 239 StGB führt, wird in der Studienliteratur das Erteilen von Ohrfeigen nach dem Festhalten einer Person genannt. [17]

Als zweiter Faustformellwert kann die Struktur des § 239 StGB genutzt werden. § 239 Abs. 3 StGB erwähnt Zeiträume. Diese zeitraumbezogenen Worte deuten darauf hin, dass eine immer länger andauernde Zeitspanne ein Indiz für die Verwiklichung des § 239 StGB sein kann.

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Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass

III. Taterfolg[Bearbeiten]

1. Vollendung[Bearbeiten]

Die Tat ist vollendet, wenn das Tatopfer einen Freiheitsverlust real erlitten hat und das Rechtsgut nicht nur gefährdet ist. Die Vollendung kann mit der Dauer der Freiheitsberaubung zusammenhängen, muss aber nicht zwangsläufig an einem Mindestwert festgemacht werden.

Zusätzlich zur Vollendung ist die Beednung von Bedeutung.

Die Tat ist beendet, wenn der Freiheitsverlust (das rechtliche Negativum, die die persönliche Fortbewegungsfreiheit beeinträchtigende Zeitspanne) aufgehoben ist und eine uneingeschränkte Ausübung der Freiheit durch das Tatopfer wieder möglich ist.

2. Versuch, § 239 II StGB[Bearbeiten]

"(2) Der Versuch ist strafbar."

IV. Tatbestandsausschluss bei Einverständnis[Bearbeiten]

C. Subjektiver Tatbestand[Bearbeiten]

D. Qualifikationen § 239 III, IV StGB[Bearbeiten]

I. Einordnung als Erfolgsqualifikation[Bearbeiten]

Grunddelikt und Qualifikation

II. § 239 III StGB[Bearbeiten]


"(3) Auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter

  1. das Opfer länger als eine Woche der Freiheit beraubt oder
  2. durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung eine schwere Gesundheitsschädigung des Opfers verursacht."

1. § 239 III Nr. 1 StGB[Bearbeiten]

2. § 239 III Nr. 2 StGB[Bearbeiten]

III. § 239 IV StGB[Bearbeiten]

"(4) Verursacht der Täter durch die Tat oder eine während der Tat begangene Handlung den Tod des Opfers, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren."

1. Erfolgsqualifikation[Bearbeiten]

2. Tod des Opfers[Bearbeiten]

E. Rechtswidrigkeit[Bearbeiten]

1. Rechtfertigungsgründe[Bearbeiten]

a) Berufliche Befugnisse[Bearbeiten]

b) Anwendung genereller Rechtfertigungsgründe[Bearbeiten]

F. Schuld[Bearbeiten]

G. Konkurrenzen[Bearbeiten]

H. Wissen für das zweite Staatsexamen[Bearbeiten]

Wenn ihr Wissen für das zweite Staatsexamen anbringen wollt, gehört es an das Ende des Absatzes mit einer eigenen Überschrift vor die Überschrift zur weiterführenden Literatur.

I. Weiterführende Studienliteratur[Bearbeiten]

  • hier steht eine empfehlenswerte Quelle für weiterführende Studienliteratur
  • und noch eine Quelle
  • aber nicht zu viele

J. Zusammenfassung: Die wichtigsten Punkte[Bearbeiten]

  • das haben wir gelernt
  • und das haben wir gelernt
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Dieser Text wurde von der Initiative für eine offene Rechtswissenschaft OpenRewi erstellt. Wir setzen uns dafür ein, Open Educational Ressources für alle zugänglich zu machen. Folge uns bei Twitter oder trage dich auf unseren Newsletter ein.

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Inhaltsverzeichnis des Buches[Bearbeiten]

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Einführung zum Besonderen Teil

Erster Teil: Nichtvermögensdelikte

1. Kapitel: Straftaten gegen das Leben

§ 1: Mord und Totschlag, §§ 211, 212

§ 2: Tötung auf Verlangen, § 216

§ 3: Fahrlässige Tötung, § 222

§ 4: Aussetzung, § 221


2. Kapitel: Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit

§ 5: Einfache Körperverletzung, § 223

§ 6: Gefährliche und schwere Körperverletzung, §§ 224, 226

§ 7: Fahrlässige Körperverletzung, § 229

§ 8: Körperverletzung mit Todesfolge, § 227

§ 9: Beteiligung an einer Schlägerei, § 231

§ 10: Körperverletzung im Amt, § 340


3. Kapitel: Straftaten gegen die persönliche Freiheit

§ 11: Nötigung, § 240

§ 12: Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, §§ 113 ff.

§ 13: Freiheitsberaubung, § 239

§ 14: Erpresserischer Menschenraub und Geiselnahme, §§ 239a, 239b


4. Kapitel: Urkundendelikte

§ 15: Urkundenfälschung, § 267

§ 16: Fälschung technischer Aufzeichnungen und beweiserheblicher Daten, §§ 268, 269

§ 17: Mittelbare Falschbeurkundung, § 271

§ 18: Urkundenunterdrückung, § 274


5. Kapitel: Straßenverkehrsdelikte

§ 19: Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, § 315b

§ 20: Gefährdung des Straßenverkehrs, §§ 315c, 315d

§ 21: Trunkenheit im Verkehr, § 316

§ 22: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, § 142


6. Kapitel: Brandstiftungsdelikte

§ 23: Einfache Brandstiftung, § 306

§ 24: Schwere und besonders schwere Brandstiftung, §§ 306a, 306b

§ 25: Brandstiftung mit Todesfolge, § 306c

§ 26: Fahrlässige Brandstiftung, § 306d

§ 27: Herbeiführen einer Brandgefahr, § 306f


7. Kapitel: Beleidigungsdelikte

§ 28: Beleidigung, § 185

§ 29: Üble Nachrede, § 186

§ 30: Verleumdung, § 187


8. Kapitel: Straftaten gegen die Rechtspflege

§ 31: Aussagedelikte, §§ 153ff

§ 32: Falsche Verdächtigung und Vortäuschen einer Straftat, §§ 164, 145d

§ 33: Strafvereitelung und Strafvereitelung im Amt, §§ 258, 258a


Zweiter Teil: Eigentums- und Vermögensdelikte

9. Kapitel: Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Diebstahl und Unterschlagung

§ 34: Sachbeschädigung, §§ 303 ff.

§ 35: Hausfriedensbruch, § 123

§ 36: Einfacher Diebstahl, § 242

§ 37: Besonders schwerer Fall des Diebstahls, § 243

§ 38: Qualifikationen des Diebstahls, §§ 244, 244a

§ 39: Unterschlagung, § 246


10. Kapitel: Betrug und Untreue

§ 40: Betrug, § 263

§ 41: Computerbetrug, § 263a

§ 42: Untreue, § 266

§ 43: Weitere examensrelevante Delikte des 22. Abschnitts, §§ 266b, 265a, 265


11. Kapitel: Raub und Räuberischer Diebstahl

§ 44: Einfacher Raub, § 249

§ 45: Schwerer Raub, § 250

§ 46: Raub mit Todesfolge, § 251

§ 47: Räuberischer Diebstahl, § 252

§ 48: Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, § 316a


12. Kapitel: Erpressung und Räuberische Erpressung

§ 49: Erpressung, § 253

§ 50: Räuberische Erpressung, § 255


13. Kapitel: Anschlussstraftaten

§ 51: Begünstigung, § 257

§ 52: Hehlerei, § 259

§ 53: Geldwäsche; Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte, § 261


Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Straftatenschlüssel: 232100.
  2. Vom 01.01.2020-31.12.2020 wurden 4.487 Fälle erfasst, vgl. V. 1.0 T-01 Bund Fälle.
  3. Wieck-Nood, in: MüKO StGB, § 239 StGB, 4. Auflage 2021, Rn. 8, 9.
  4. Besondere Relevanz hat die Charaktisierung als Dauerdelikt für die Verjährungsfristen der § 78ff. StGB.
  5. Auch "persönliche" Fortbewegung genannt, vgl. Wieck-Noodt in: Münchener Kommentar zum StGB, 4. Auflage 2021, § 239 StGB, Rn. 7.
  6. Vgl. Wieck-Noodt, Münchener Kommentar zum StGB, 4. Auflage 2021, § 239 StGB, Rn. 5, 8.
  7. Vgl. Wessels/Hettinger/Engländer, Strafrecht Besonderer Teil 1, Straftaten gegen Persönlichkeits- und Gemeinschaftswerte, 44. Auflg., 2020, § 8 IV. 1., Rn. 345.
  8. "welchen verlassen zu wollen der Geschichte der Gesetzesvorschrift sowie dem Zwecke und Inhalte derselben für den Gesetzgeber keine Veranlassung vorgelegen hat"
  9. RG v. 18.11.1882 Rn. 4
  10. Vgl. Jäger, Examens-Repititorium, Strafrecht Besonderer Teil, 8. Auflg., C. F. Müller, 2019, § 3, Rn. 112.
  11. Vgl. Wessels/Hettinger/Engländer, Strafrecht Besonderer Teil 1, Straftaten gegen Persönlichkeits- und Gemeinschaftswerte, 44. Auflg., 2020, § 8 IV. 2., Rn. 347.
  12. DWDS, "aussperren"[1].
  13. BGH NJW 1993, 1807 (1807).
  14. Vgl. NStZ 2015, 645 (646, 647)
  15. Vgl. BGH NStZ 1993, 1807 (1809); siehe auch Wessels/Hettinger/Engländer, Strafrecht Besonderer Teil 1, Straftaten gegen Persönlichkeits- und Gemeinschaftswerte, 44. Auflg., 2020, § 8 IV. 2., Rn. 347.
  16. RG v. 28.11.1882. oder via Permalink abrufbar: https://openjur.de/u/686023.html.
  17. Wessels/Hettinger/Engländer, Strafrecht Besonderer Teil 1, Straftaten gegen Persönlichkeits- und Gemeinschaftswerte, 44. Auflg., 2020, § 8 IV. 2., Rn. 349.