Beweisarchiv: Mengenlehre: Mächtigkeiten (Kardinalzahlen): Kardinalität und Bijektionen
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Sind Mengen, so schreiben wir , falls es eine injektive Abbildung gibt.
Wir schreiben bzw. sagen, dass und gleichmächtig sind, falls und .
Satz I
[Bearbeiten]Zwei Mengen sind genau dann gleichmächtig, wenn es eine Bijektion gibt.
Beweis
[Bearbeiten]Falls es eine Bijektion gibt, ist klar, dass gilt, da sowohl die Abbildung als auch deren Umkehrung injektiv ist.
Es gelte jetzt , und zwar seien und injektiv. Wir definieren jetzt eine Abbildung wie folgt: Sei und dann rekursiv . Sei .
- Ist , so setze .
- Ist , so folgt insbesondere , wir können somit setzen.
Diese Abbildung ist injektiv: Es gelte für zwei Elemente .
- Ist und , so ergibt sich mit ein Widerspruch.
- Der Fall und ist ebenso ausgeschlossen.
- Ist und , so folgt , also .
- Ist weder und , so folgt .
Die Abbildung ist aber auch surjektiv: Sei beliebig.
- Ist für ein , so folgt nach Definition von , dass sogar gilt. Folglich ist für ein und .
- Ansonsten gilt .
Folglich ist eine Bijektion.
Satz II
[Bearbeiten]Sei so gilt, dass
Beweis
[Bearbeiten]Für den Fall, dass ist die Aussage trivial, also betrachten wir nur den Fall, dass .
Da . Bilde nun eine Abbildung
Da surjektiv ist folgt die Behauptung.
Sätze über endliche Mengen und Bijektionen
[Bearbeiten]Für endliche Mengen gelten in Hinblick auf Bijektionen drei weitere Sätze, die für unendliche Mengen in analoger Weise NICHT gelten.
Allgemeine Voraussetzung
[Bearbeiten]Es seien und endliche Mengen und eine Abbildung.
Satz IIIa
[Bearbeiten]Ist injektiv und gilt hinsichtlich der Mächtigkeiten , so ist sogar bijektiv und .
Beweis
[Bearbeiten]Es ist und dies ist eine disjunkte Vereinigung. Wegen der Injektivität besteht für jedes die Gleichung . Folglich gilt .
Wäre nun nicht surjektiv, so hätte man ein mit und folglich die Ungleichung und damit einen Widerspruch zur Voraussetzung.
Also hat man und und Satz IIIa ist bewiesen.
Satz IIIb
[Bearbeiten]Ist surjektiv und gilt hinsichtlich der Mächtigkeiten , so ist sogar bijektiv und .
Beweis
[Bearbeiten]Wie zuvor hat man die disjunkte Vereinigung .
Wegen der Surjektivität ist und es besteht für jedes die Ungleichung . Folglich gilt .
Wäre nun f nicht injektiv, so hätte man für ein sogar die Ungleichung und damit sogar und folglich einen Widerspruch zur Voraussetzung.
Also f sehr wohl injektiv und man hat wie zuvor und und Satz IIIb ist bewiesen.
Satz IIIc
[Bearbeiten]Für jede endliche Menge und für jede Abbildung sind Injektivität, Surjektivität und Bijektivität stets gleichwertige Eigenschaften.
Beweis
[Bearbeiten]Dies ergibt sich als direkte Folgerung aus Satz IIIa und Satz IIIb. Satz IIIc ist damit bewiesen.