Kunst & Wissenschaft

Aus Wikibooks
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Zurück zu § 22.3 Schule (Art. 7 GG) § 22.3 Schule (Art. 7 GG) | Inhaltsverzeichnis | § 23.1 Kunstfreiheit (Art. 5 III GG) § 23.1 Kunstfreiheit (Art. 5 III GG)


Circle-icons-pencil.svg

Ein Text der Initiative OpenRewi. Wie du ihn verbesserst, ist hier beschrieben.

Circle-icons-chat-light blue.svg
Anmerkungen, Kritik, Fragen zu Teilen dieses Kapitels?
Circle-icons-tools-light blue.svg

Benutze unsere Texte mit diesen Informationen zur freien Weiterverwendung

70%


Das Grundgesetz garantiert in Art. 5 III GG die Kunst- und Wissenschaftsfreiheit. Das mag zunächst überraschen, weil beide Grundrechte keinen unmittelbarenmateriellen Zusammenhang aufweisen. Gemein ist ihnen aber der geistige Schaf- fensprozess und die Präsentation der erzielten Endergebnisse. Sowohl Kunst als auch Wissenschaft brauchen einen geschützten Bereich, der durch staatliche Ab- sicherungen garantiert wird. Das gilt besonders für eine, von externen Interessen unabhängige, wissenschaftliche Forschung, die auf ausgebaute Infrastrukturen angewiesen ist.[1] Kunst wie Wissenschaft sind wichtige Inspirationsquellen der pluralen Gesellschaft.

Der Wissenschaftsfreiheit liegt „... der Gedanke zugrunde, dass eine von gesellschaftlichen Nützlichkeits- und politischen Zweckmäßigkeitsvorstellungen freie Wissenschaft Staat und Gesellschaft im Ergebnis am besten dient.“[2] Die Trias "Wissenschaft, Forschung und Lehre" ist nicht als Aufzählung jeweils eigenständiger Grundrechte zu verstehen. Die Wissenschaft ist der allgemeinste Begriff, Forschung und Lehre stellen Konkretisierungen dar.

Die Kunstfreiheit stellt die Rechtsanwender:in vor Definitionsprobleme: Um überhaupt einen abgrenzbaren Schutzbereich zu kartografieren, ist eine klare Definition notwendig. Eine zu enge Definition würde den Schutz ins Gegenteil verkehren, eine zu weitgehende Definition droht konturlos zu sein. Die herrschende Meinung bemüht sich hier mit dem offenen Kunstbegriff ein hohes Maß an Einzelfallgerechtigkeit zu ermöglichen, dies aber zulasten der Bestimmbarkeit. Maßgeblich geprägt sind die Zugriffe auf den Begriff der Kunst von dem „Gebot der Neutralität und Toleranz gegenüber dem Pluralismus im Kunstverständnis“[3].

Circle-icons-pencil.svg

Dieser Text wurde von der Initiative für eine offene Rechtswissenschaft OpenRewi erstellt. Wir setzen uns dafür ein, Open Educational Ressources für alle zugänglich zu machen. Folge uns bei Twitter oder trage dich auf unseren Newsletter ein.

Circle-icons-chat-light blue.svg
Anmerkungen, Kritik, Fragen zu Teilen dieses Kapitels?
Circle-icons-tools-light blue.svg

Benutze unsere Texte mit diesen Informationen zur freien Weiterverwendung

Inhaltsverzeichnis des Buches[Bearbeiten]

zur Startseite

Abschnitt 1 - Allgemeine Grundrechtslehren

Abschnitt 2 - Aufbau der Prüfung eines Freiheitsgrundrechts

Abschnitt 3 - Grundrechtsschutz und Dritte

Abschnitt 4 - Verfahren, Konkurrenzen, Prüfungsschemata

Abschnitt 5 - Grundrechte im Mehrebenensystem

Abschnitt 6 - Einzelgrundrechte des Grundgesetzes

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Augsberg, in: Der Eigenwert des Verfassungsrechts, 2011, 187 (199).
  2. BVerfG, Urt. v. 20.07.2010 , Az.: 1 BvR 748/06 = BVerfGE 127, 87 (115)
  3. BGH, Urt. v. 3.06.1975, Az.: VI ZR 123/74 = BGH NJW 1975, 1882 (1884)