Inkscape/ Striche und Linien

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Elemente: Objekte | Pfade | Striche und Linien | Quadrate | Würfel | Kreise | Farben | Farbverläufe | Muster | Text

Hilfsmittel: Leinwand | Seite, Hilfslinien und Seitengitter | Einrasten | Ebenen

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Inkscape Handbuch

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Striche und Linien spielen in Inkscape in so vielerlei Zusammenhängen eine Rolle, das es sich lohnt, zu diesem Thema eine gesonderte Übersicht zu geben.

Übersicht[Bearbeiten]

Für dasjenige, das außerhalb von Inkscape als „Strich“ oder „Linie“ bezeichnet wird, gibt es in Inkscape folgende Bezeichnungen:

Kontur
Jede Zeichnung, die mit Inkscape angefertigt wird, ist aus einer mehr oder weniger großen Zahl von einzelnen Objekten zusammengesetzt, etwa aus Rechtecken, Kreisen, geraden oder gewölbten (Bézier-)Linien. Jedes Objekt hat sowohl technische als auch visuelle Merkmale, von denen die technischen bei der Bearbeitung helfen, während die visuellen dasjenige ausmachen, das am Ende tatsächlich sichtbar ist. Die Kontur ist eines der beiden möglichen visuellen Merkmale, die jedes Objekt haben kann (die andere ist die Füllung).
Pfad
Inkscape-Objekte sind entweder Formobjekte (Ellipsen, Rechtecke, Polygone, Sterne, Spiralen oder 3D-Boxen) oder Textobjekte oder Pfade. Pfade sind Objekte, die jede beliebige Form annehmen können. Technisches „Rückgrat“ jedes Pfades ist eine Folge von geraden oder gewölbten (Bézier-)Linien. Um einen Pfad sichtbar zu machen, kann man ihm eine Kontur zuweisen. Pfade können auf verschiedenen direkten und indirekten Wegen erzeugt werden. Mit dem Zeichenwerkzeug, dem Malwerkzeug, dem Kalligrafiewerkzeug und dem Farbeimer können Pfade direkt erzeugt werden, wobei die beiden erstgenannten Werkzeuge die für Inkscape-Anfänger einschlägigen sind.
Muster
Ein Muster ist in Inkscape ein von drei möglichen Flächengestaltungsmitteln (die anderen zwei sind einfache Farben und Farbverläufe). Muster bestehen aus sich periodisch wiederholenden Elementen. Eine häufig verwendete Art von Mustern sind Schraffuren.
Hilfslinien
Inkscape bietet zwei Hilfsmittel, die als Entsprechung realer, mit dem Bleistift gezeichneter oder gedruckter Hilfslinien betrachtet werden können: Seitengitter (virtuelles Karo- bzw. Millimeterpapier) und Hilfslinien im engen Sinne (wie sie etwa für perspektivisches Zeichnen gebraucht werden). Gegenüber gezeichneten und gedruckten Hilfsmitteln haben die Inkscape-Entsprechungen unter anderem den Vorteil, dass sie bei Bedarf ein- und wieder ausgeblendet werden können.

Striche und Linien: Probleme und Lösungen[Bearbeiten]

Vereinfachen und aufrauen
Aufrauen und glätten
Die konventionelle Methode zum Aufrauen und Glätten von Konturen besteht darin, zum Pfad Knoten hinzuzufügen oder Knoten zu entfernen. Die Pfadeffekte Aufrauen und Vereinfachen erlauben dasselbe, ohne die Zahl der Knoten zu verändern.


Konturen mit unterschiedlicher Breite
Breite
Die Breite einer Kontur kann im Dialog Füllung und Kontur gesteuert werden.
Auch der Pfadeffekt Kräftige Kontur erlaubt Veränderungen der Breite einer Kontur.


Je 2 Konturen mit einfacher Farbe (links), Muster (Mitte) und Farbverlauf (rechts)
Farbe, Muster, Farbverläufe
Konturen können, ebenso wie Füllungen, drei Typen von Flächenmerkmalen haben: einfache Farbe, Muster oder Farbverläufe.


Das Zeichnen einer gepunkteten Linie per Pfadeffekt umfasst 3 Schritte.
Auch mit Hilfe von Knotenmarkierungen können gepunktete Linien erzeugt werden.
Gepunktete Linien
Gepunktete Linien aus Punkten, die tatsächlich rund sind, können in Inkscape nur auf indirektem Wege erzeugt werden. Hier drei Methoden:
  • Eine Möglichkeit ist die Verwendung des Pfadeffekts Muster entlang Pfad.
  • Bei geraden Linien ist es eventuell einfacher, die Punkte mit Ausrichten und verteilen oder mit Anordnen zu ordnen.
  • Eine unkonventionelle, aber wirkungsvolle Methode zur Erzeugung von gepunkteten Linien ist die Verwendung von Knotenmarkierungen. Eine gleichmäßige Verteilung der Knotenmarkierungen ist freilich nur bei Objekten gewährleistet, die gerade Kanten von einheitlicher Länge haben.
Geraden und Begradigen
Um einer gerade Kontur zu erzeugen oder eine gewölbte Kontur zu begradigen, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
  • Das Rechteck- und das 3D-Box-Werkzeug bringen von vornherein Objekte mit geraden Konturen hervor.
  • Das Zeichenwerkzeug, das Malwerkzeug und (grundlegend) auch das Farbeimerwerkzeug bieten jeweils eigene Möglichkeiten, einen Pfad von vornherein mit geraden Konturen zu erzeugen.
  • Das Knotenwerkzeug erlaubt es, gewölbte Pfade und Pfadsegmente nachträglich zu begradigen.
  • Eine Holzhammermethode für das Begradigen eines gewölbten Objekts besteht darin, seine Breite oder Höhe auf Null zu setzen.
Normale Kontur (links) und verschiedene gestrichelte Konturen
Gestrichelte Konturen
Voreinstellungsmäßig sind Konturen durchgezogene Linien. Alternativ ist es möglich, vordefinierte oder benutzerdefinierte Konturmuster zu verwenden. Für Einzelheiten siehe den Abschnitt Strichlinien im Kapitel Füllung und Kontur.
Auch der Pfadeffekt Gestrichelte Kontur erlaubt es, gestrichelte Linien zu erzeugen.


Unterpfade interpolieren (Mitte) und Unterpfade zusammenfügen (rechts)
Interpolieren
Der Pfadeffekt Unterpfade interpolieren erlaubt es, beliebige Mengen von Linien zu berechnen, die Übergangsphasen zwischen zwei zugrundegelegten Konturen bilden.
(Mit diesem Pfadeffekt kann nicht nur zwischen Konturen, sondern generell zwischen zwei Objekten interpoliert werden.)
Vergleiche diesen Pfadeffekt mit dem Pfadeffekt Unterpfade zusammenfügen, bei dem ebenfalls Zwischenlinien errechnet werden. Diese bilden jedoch „Leitersprossen“ zwischen gleichmäßig voneinander entfernten Punkten der beiden Ausgangslinien.


Links: normale Kontur, rechts: kalligrafisches Objekt
Kalligraphische Objekte
Mit dem Kalligrafiewerkzeug können lineare Objekte erzeugt werden, deren Strichbreite von der Richtung der Strichführung abhängt. Für Einzelheiten siehe das Kapitel Kalligrafiewerkzeug.


Ausformung von Linienenden mit verschiedenen Mitteln
Linienenden
Die Enden von Konturen und Kalligrafieobjekten können mit verschiedenen Mitteln geformt werden:
  • Im Dialog Füllung und Kontur stehen für die Formung der Konturenden die Optionen Nicht überstehendes Ende, Abgerundetes Ende und Quadratisches Ende zur Auswahl (Abbildung, 1).
  • Der Pfadeffekt Verbindungsart bietet über die bereits genannten Optionen hinaus auch eine Option Spitze an (2).
  • Der Pfadeffekt Kräftige Kontur bietet über die bereits genannten Optionen hinaus verschiedene Optionen zum Anspitzen der Enden (3).
  • Der Pfadeffekt Pfad verjüngen erlaubt ein stufenloses Anspitzen von Konturenden; Anfang und Ende der Kontur können unabhängig voneinander gesteuert werden (4).
  • Wenn bei der Verwendung des Kalligrafiewerkzeugs im Eingabefeld Linienenden ein Wert >0 gewählt wird, so werden die Enden abgerundet (5).
Obere Reihe: Standardverbindungen;
untere Reihe: Pfadeffekt Ecken
Linienverbindungen
Im Dialog Füllung und Kontur stehen für die Formung der Konturverbindungen die Optionen abgerundet (Abbildung, 1), abgeschrägt (2) und spitz (3) zur Auswahl.
Der Pfadeffekt Verbindungsart leistet Entsprechendes.
Für zusätzliche Optionen, insbesondere eine genaue Steuerung des Abrundens/Abfasens, kann man den Pfadeffekt Ecken (Abrunden/Fasen) verwenden.


Links ein vordefiniertes, rechts ein benutzerdefiniertes Schraffurmuster
Schraffur, regelmäßig
Die einfachste Methode, eine Fläche mit einer Schraffur zu füllen, besteht darin, ein entsprechendes Objekt zu erzeugen und dieser als Füllung ein Muster zuzuweisen. Inkscape bietet verschiedene vordefinierte Schraffurmuster; daneben können auch benutzerdefinierte Schraffurmuster verwendet werden. Beide können innerhalb des Objekts beliebig gedreht und skaliert werden. Für Einzelheiten siehe das Kapitel Muster.


Schraffur per Pfadeffekt
Mit dem Spraywerkzeug gezeichnete Schraffur
Schraffur, unregelmäßig
Unregelmäßige Schraffuren können mit verschiedenen Methoden erzeugt werden:
  • Das Spraywerkzeug erlaubt eine Massenproduktion von Einzelstrichen, die in einstellbarer Varianz der Größe und Orientierung auf die Leinwand „gesprüht“ werden können.
  • Mit dem Pfadeffekt Schraffur (grob) können flächige Objekte mit schraffurartigen Wellen „gefüllt“ werden.


Pfadeffekt Skizze: links vor und rechts nach Anwendung des Effekts
Skizzieren imitieren
Der Pfadeffekt Skizze erlaubt es, Konturen so durch unregelmäßige Linien zu ersetzen und durch „Hilfslinien“ zu ergänzen, dass das Ganze die Anmutung einer von Hand gezeichneten Skizze erhält.


0 = normale Kontur, 1, 2 = vordefinierte Formen, 3, 4 = benutzerdefinierte Formen (unten die Vorlagen)
Skulpturierte Konturen
Mit dem Zeichen- und dem Malwerkzeug können bei Bedarf Konturen gezeichnet werden, deren Breite sich – einer Vorlage folgend – über den Verlauf des Pfades ändert. Neben einer kleinen Anzahl von vordefinierten Formen bietet Inkscape auch die Möglichkeit, benutzerdefinierte Formen zu verwenden. Für Einzelheiten siehe den Abschnitt Formen im Kapitel Zeichenwerkzeug.
Wölben
Um einer gewölbe Kontur zu erzeugen oder eine gerade Kontur zu wölben, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:
  • Das Ellipsen- und das Spiralwerkzeug bringen von vornherein Objekte mit gewölbten Konturen hervor. Das Rechteckwerkzeug erlaubt es, Rechtecke mit gerundeten Ecken zu zeichnen.
  • Das Zeichenwerkzeug, das Malwerkzeug, das Kalligrafiewerkzeug und (grundlegend) auch das Farbeimerwerkzeug bieten jeweils eigene Möglichkeiten, einen Pfad von vornherein mit Wölbung zu erzeugen.
  • In den Erweiterungen finden sich verschiedene Hilfsmittel, die es zum Beispiel erlauben, mathematische Graphen zu erstellen.
  • Das Knotenwerkzeug erlaubt es, gerade Pfade und Pfadsegmente nachträglich zu wölben.
  • Die Pfadeffekte Punkte interpolieren, Bspline und Spiro spline erlauben es, Pfade, die aus geraden Segmenten bestehen, abzurunden.
  • Unter den Pfadeffekten finden sich auch mehrere, die ein mehr oder weniger freies Verformen (nicht nur) von Geraden erlauben, wie Biegen, Gitterverformung 2, Hüllen-Verformung und Muster entlang Pfad.