Traktorenlexikon: Deutz-Fahr

Aus Wikibooks
Wechseln zu: Navigation, Suche
Traktorenlexikon GreenButton LeftArrow.svg Hersteller-/Markenübersicht
Deutz-Fahr Agrotron mit Frontlader und Frontmähwerk

Deutz-Fahr ist eine seit 1981 bestehende deutsche Landmaschinen- und Traktorenmarke, die aus dem Agrartechnikbereich der Klöckner-Humboldt-Deutz AG (KHD) mit der Marken Deutz und Fahr hervorging. Seit 1995 gehört Deutz-Fahr zur SAME-Deutz-Fahr-Gruppe. (seit Dez. 2015 SDF-Group )

Geschichte[Bearbeiten]

Historischer Ursprung von KHD bzw. Deutz ist die 1864 gegründete Motorenfabrik N.A. Otto & Cie., die acht Jahre später in Gasmotoren-Fabrik Deutz AG umbenannt wurde. Firmensitz war die damalige Stadt Deutz, heute Köln-Deutz. 1927 wurde in Köln die Serienfertigung dieselbetriebener Traktoren aufgenommen. Aus der Gasmotoren-Fabrik Deutz war 1938 nach mehreren Übernahmen und Zusammenschlüssen die Klöckner-Humboldt-Deutz AG geworden, die in den 1960er Jahren auch Aktien des deutschen Landmaschinen- und Traktorenherstellers Fahr erwarb und diesen erst mehrheitlich, dann 1975 komplett übernahm. In den Folgejahren vermarktete KHD verschiedene Maschinen noch getrennt unter den beiden Markennamen Deutz und Fahr. 1981 begann die Produktion unter der neugebildeten Marke Deutz-Fahr.

1995 veräußerte KHD die Landtechniksparte an den italienischen SAME-Konzern und konzentrierte sich wieder stärker auf die Motorenproduktion. Seitdem gehört Deutz-Fahr zur neugebildeten SAME-Deutz-Fahr-Gruppe (SDF). Die Deutz-Fahr-Traktorenwerke wurden anschließend 1996 von Köln nach Lauingen im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau verlegt, wo bis heute produziert wird.

1997 wurde der Name von KHD in Deutz AG geändert. Ab 2003 erwarb SDF wiederum Aktienpakete der Deutz AG und war zwischenzeitlich mit 45 Prozent größter Einzelaktionär. Inzwischen ist Volvo der größte Einzelaktionär.

Mit wenigen Ausnahmen sind alle Deutz-Fahr-Traktoren mit Deutz-Motoren ausgestattet. Neben Traktoren wurden und werden unter dem Namen Deutz-Fahr weitere Landmaschinen vermarktet, zum Beispiel Mähdrescher, Mähwerke, Heuwender, Schwader, Ladewagen, Ballenpressen und Teleskoplader.

Typen[Bearbeiten]

Unter dem Markennamen Deutz-Fahr wurden und werden Traktoren mit folgenden Typenbezeichnungen vertrieben:

IN-trac[Bearbeiten]

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:
IN-trac 6.60

Eine erste Reihe von INTRAC genannten Systemtraktoren wurde von Deutz ab 1972 produziert. Nach der 1981 erfolgten Umbenennung von Deutz zu Deutz-Fahr blieb das 2004er-INTRAC-Modell noch bis 1989 im Angebot. Daher gibt es von diesem Modell sowohl Deutz- als auch Deutz-Fahr-Exemplare. Die ausschließlich von Deutz-Fahr produzierte und hier aufgeführte zweite Baureihe wird im Unterschied zur Deutz-Reihe meist IN-trac geschrieben.

erste Reihe (vor 1981–1989) zweite Reihe (1987–1990)

D-07[Bearbeiten]

1980 kam die letzte Entwicklungsstufe der Deutz-Baureihe D-06 unter der Bezeichnung D-07 auf den Markt. Die wesentlichen Veränderungen betrafen die verstärkten Dreipunktgestänge, die geänderte Motorhaube mit abnehmbarem Grill nach Art der DX-Traktoren sowie die für DX-Gewichte geeigneten Frontballastträger. Dazu kam wahlweise eine Halbkabine mit hinten angeschlagenden Türen. Das D-07-Program bestand zunächst aus folgenden Familien:
1. Kleine Baureihe D 4007 bis D 6207 (entsprechend D 4006 bis D 6206), ab D 4507 auch mit Allradantrieb.
2. Mittlere Baureihe D 6807, D 7207 und D 7807, natürlich auch mit Allrad. Die beiden ersteren entsprachen den Vorgängern D 6806 und D 7206.
3. Neu war der D 7807 mit F4L913-Motor und 75 PS.

Die D-07er Modelle sind durch vierstellige Nummern gekennzeichnet, die jeweils auf „07“ enden. Traktoren dieser Serie wurden bis 1990 von Deutz-Fahr – bis 1981 noch unter dem Markennamen Deutz – gefertigt. Modelle mit dem Zusatz „C“ sind Ausführungen mit Kabine, Modelle mit dem Zusatz „A“ sind Allradausführungen. Der Zusatz „P“ kennzeichnet Schmalspurversionen (hier noch nicht aufgeführt).

Der Einfachheit halber werden im Traktorenlexikon alle D-07-Modelle unter „Deutz-Fahr“ geführt.

D-07 (1980–1990)

DX[Bearbeiten]

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Die DX-Reihe wurde 1978 von KHD noch unter der Marke „Deutz“ eingeführt. Die Modellkennzeichnung erfolgte durch die Buchstaben DX und eine nachfolgende zwei- oder dreistellige Zahl, z.B. DX 85 oder DX 160. Dieses Schema wurde auch nach der Umbenennung zu „Deutz-Fahr“ 1981 noch eine Weile beibehalten. Einige Modelle der ersten DX-Baureihe gibt es daher sowohl als Deutz- als auch als Deutz-Fahr-Traktoren.

Ab 1983 wurde dann vollständig unter dem Namen „Deutz-Fahr“ die zweite DX-Baureihe produziert. Zur Modellkennzeichnung wurde hierfür eine meist der Zylinderzahl entsprechende Nummer, gefolgt von einem Punkt und einer zweistelligen Zahl verwendet, z.B. DX 3.30 oder DX 6.05. Die letzten DX-Modelle wurden 1995 produziert.

Daneben gab es auch noch den Deutz-Fahr DX3.500, der von Agritalia gefertigt wurde und baugleich als Renault gebaut wurde.

Der Einfachheit halber werden im Traktorenlexikon alle DX-Modelle unter „Deutz-Fahr“ geführt.

Erste DX-Reihe ab 1978 (Deutz) bzw. 1981 (Deutz-Fahr)
Standardtraktoren Schmalspurtraktoren
Zweite DX-Reihe (1983–1995)
DX 3 DX 4 DX 6 DX 7/8

AgroPrima[Bearbeiten]

ab 1989

AgroXtra[Bearbeiten]

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:
ab 1990

AgroStar[Bearbeiten]

Das Design der AgroStar-Modelle

Bauzeit: 1990-1997

DX-Haube (ab 1990) Freisichthaube (ab 1993)

Vierzylinder:


Sechszylinder:

Vierzylinder:


Sechszylinder:

Sonderform (1993–1995)

Agrosun[Bearbeiten]

Die Agrosun-Reihe basiert auf Modellen der SAME-Laser-Reihe. Die Traktoren waren vorwiegend für den Exportmarkt gedacht.

ab 1995 bis ca. 2004

Agrotron[Bearbeiten]

Wikipedia hat einen Artikel zum Thema:

Die ersten Agrotrons wurden 1995 vorgestellt. Bis heute (2014) werden weiterhin Traktoren verschiedener Agrotron-Baureihen gefertigt.

Agrotron (MK1–MK3 und Nachfolger)[Bearbeiten]

Die Typenbezeichnungen der Agrotrons aus den Jahren 1995 bis etwa 2008 sind dank diverser Varianten und mehrfacher Modellüberholungen vielfältig.

  • Modelle der ersten Baureihe (nachträglich auch MK1 genannt) tragen einen Punkt in der Modellbezeichnung; die Nummer davor entspricht der Zylinderzahl.
  • Modelle der zweiten Baureihe (nachträglich auch MK2 genannt) tragen einfache zwei- oder dreistellige Nummern, die sich an der Motorleistung in PS orientieren.
  • Modelle der dritten Baureihe (MK3) setzen das Nummerierungsschema der zweiten Reihe fort, tragen jedoch den Zusatz „MK3“ im Namen. Das steht für engl. mark 3 (sinngemäß „3. erreichte Qualitätsstufe“).
  • Dann wurden überholte/weiterentwickelte „Nachfolgemodelle“ auf den Markt gebracht, die entweder vorher noch nicht benutzte Nummern tragen (teilweise mit Zusatz) oder aber Nummern der MK2- oder MK3-Reihe weiterverwenden (ohne Zusatz).

Wir versuchen, hier etwas Ordnung ins Modell-Wirrwar zu bringen. Korrekturhinweise bitte auf der Diskussionsseite anbringen. Danke!

Agrotron MK1-Reihe
(ca. 1995–1997)
Agrotron MK2-Reihe
(ca. 1997–2000)
Agrotron MK3-Reihe
(ca. 2000–2003)
Agrotron (MK2/3-Nachfolger, „New“)
(ca. 2003–2008, z.T. bis 2010)

Agrotron TTV[Bearbeiten]

erste TTV-Reihe (2001-2007) zweite TTV-Reihe (2008-2012) TTV 400 (2011-2013)

Agrotron K[Bearbeiten]

erste K-Reihe (2005–2009) zweite K-Reihe (2008–2013)

Agrotron L[Bearbeiten]

2008-2013

Agrotron X[Bearbeiten]

2007-2013

Agrotron M[Bearbeiten]

2008-2013 NaturalPower (Rapsölbetrieb)



  • Agrotron M 600 NaturalPower (anlegen)
  • Agrotron M 610 NaturalPower (anlegen)

  • Agrotron M 620 NaturalPower (anlegen)

  • Agrotron M 640 NaturalPower (anlegen)
  • Agrotron M 650 NaturalPower (anlegen)

Agrotron Serie 5[Bearbeiten]

Ab 2013.

Deutz-Fahr Agrotron 5120C
Serie 5 Serie 5C Serie 5D Serie 5G

Ab 2014.

Serie 5D Serie 5G

Agrotron Serie 6[Bearbeiten]

ab 2013

Agrotron Serie 7[Bearbeiten]

ab 2013

Agrokid[Bearbeiten]

Agrokid
ab 1996

Agroplus[Bearbeiten]

Deutz-Fahr Agroplus 410
Standardtraktoren (ab 1996) Schmalspurtraktoren




Agrocompact[Bearbeiten]

ab 1992
ab 1998/99 (?)

Agrolux[Bearbeiten]

ab 1999/2000?

Agrofarm[Bearbeiten]

Die einfachen Agrofarm sind Baugleich mit Hürlimann XB MAX, Lamborghini R3.evo und Same Explorer3. Wird in Italien produziert. Die Profiline und TTV Modelle entsprechen dem Same Silver³.

ab 2006?

Agroclimber[Bearbeiten]

Raupenschlepper (ab 2007/08)

Agrotrac[Bearbeiten]

Produktion v.a. für den Exportmarkt, auf SAME-Modellen basierend

ab 2009/10?

Serie 9[Bearbeiten]

Angekündigt wurde zudem als viertes (und kleinstes) Modell der 9270 TTV. Die Serienproduktion wurde allerdings nicht aufgenommen.[1]

ab 2015
  • 9290 TTV (anlegen) 217 kW (295 PS)
  • 9310 TTV (anlegen) 229 kW (312 PS)
  • 9340 TTV (anlegen) 247 kW (336 PS)

Serie 11[Bearbeiten]

11440 TTV

Die derzeit (2017) leistungsstärkste (bis zu 440 PS) Traktorenserie von Deutz-Fahr.

ab 2016

Prototypen/Kleinserien[Bearbeiten]

  • D5505 Tandemschlepper[2]
  • Agro XXL 440kW (600 PS) - 2009

Literatur & Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutz-Fahr-Traktoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikipedia: Deutz-Fahr – enzyklopädische Informationen

Die Listen folgender Websites sind in Teilen unstimmig, zur groben Orientierung jedoch brauchbar:

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://zugtier.info/deutz-fahr-serie-9/
  2. http://www.oldtimerplus.de/blog/deutz-d5505-tandem-schlepper/
Traktorenlexikon GreenButton LeftArrow.svg Hersteller-/Markenübersicht